Diese Reise ist Teil meiner Weltreise 2024/25 und schließt sich an den Bericht Simbabwe-Botswana-Südafrika an.
Dienstag 11.3.25
Ich hatte für morgens um 9 einen Flug von Johannesburg nach Mauritius gebucht. In der Warteschlange vor dem Check-in teilte man mir dann mit, dass ich ohne Rück- oder Weiterflug nicht mitfliegen darf. Ich wusste zwar, wo ich als nächstes hin wollte, hatte mir aber noch kein Datum überlegt. Zum Glück hatte ich ausreichend Zeit bis zum Abflug, sodass ich ein bisschen recherchieren und Flugpreise vergleichen konnte. Mein nächstes Ziel war La Reunion und ich beschloss 10 Tage auf Mauritius zu bleiben. Da ich von La Reunion wieder über Mauritius weiter musste, buchte ich direkt Hin- und Rückflug, weil es genauso teuer war, wie nur eine Richtung.
Tatsächlich wurde ich dann gar nicht mehr kontrolliert, als ich zum Check-in Schalter ging.
Ich hatte mich auf Mauritius schon gefreut und hatte mir ein paar schöne Orte auf einer Karte markiert. Nach der Ankunft ging es also mit dem Taxi, was nicht zu günstig war, nach Blue Bay an der Ostküste der Insel und direkt hinter dem Flughafen. Es sollte sich um einen der schönsten Strände handeln. Ich war allerdings sehr enttäuscht. Aus der Luft ist das Wasser zwar türkis, aber davon sieht man nichts, wenn man im Sand steht. Zudem gibt es auch nicht besonders viel Liegefläche. Mein Vergleich war immer der wunderschöne Strand von Nungwi auf Sansibar.
Ich hatte ein sehr günstiges Einzelzimmer mit eigenem Bad und Pool bei einer Privatperson für zwei Nächte gebucht, um dann in Ruhe einen weiteren Plan zu überlegen. Der kleine Ort hatte nur ein Hotel und ansonsten viele Appartements. Ich hatte mit ganzen vielen Honeymoon-Pärchen gerechnet. Die gab es aber nicht. Obwohl ich zuvor schon in Bewertungen gelesen hatte, dass es keinen Supermarkt, sondern nur einen teueren Kiosk gäbe, hatte ich nicht vorgesorgt. Wie teuer dieser Kiosk wirklich war, erfuhr ich dann direkt. Ich hatte neun kleine Teile wie Joghurt, Banane, Apfel gekauft und musste 27 Euro bezahlen. Da ich nichts fürs Frühstück hatte und es auch keine Cafés gab, blieb mir nichts anderes übrig. Ich hatte drei kleine Croissants gekauft und bei Ankunft auf meinem Zimmer gemerkt, dass die total verschimmelt waren. Als ich zurück lief mit der Croissanttüte in der Hand, meinte die Verkäuferin direkt, dass sie das gar nicht verstehen kann, sie wären morgens frisch geliefert worden. Dabei hatte ich noch gar nicht gesagt, wo das Problem lag. Sie wusste also ganz genau, dass die nicht mehr gut waren. Ich wollte dann das Geld zurück und sie meinte, das ging nicht, weil es in der Kasse verbucht sei. Ich müsse mir was anderes aussuchen. Damit hatte Mauritius keinen guten Start bei mir.
Mittwoch 12.3.25
Weil ich irgendwie keinen Plan hatte, wie ich alles sehen konnte, ohne auf die teueren Taxis zurückgreifen zu müssen, prüfte ich die Preise der Autovermietungen. Ich hatte schon gehört, dass sie günstig seien. Die Besitzerin der Unterkunft gab mir zwar eine Nummer für günstige Autos, aber ich traute den Leuten vor Ort nicht mehr und wollte auf jeden Fall etwas, wo die Versicherungen alles abdecken und keine Selbstbeteiligung bei ist. Ich fand online ein Auto für 8 Tage, das alle Kriterien erfüllte und nur 190 Euro kostete. Natürlich hätte man auch weniger bezahlen können, aber das war immer noch günstig. Mauritius hat Linksverkehr. Damit hatte ich zwar schon Erfahrungen, aber das war schon einige Jahre her.
Donnerstag 13.3.25
Am nächsten Morgen fuhr ich also mit einem Taxi wieder zurück zum Flughafen und nahm mein Auto in Empfang. Es verlief alles ganz unkompliziert. Dann fuhr ich Richtung Süden nach Surinam. Dort hatte ich für die nächsten zwei Nächte wieder ein Zimmer mit Bad bei Privatpersonen.
Die Fahrt verlief reibungslos und die neue Unterkunft gefiel mir sehr gut.
Die Besitzer berieten mich bezüglich weiterer Aktivitäten.
In der Nähe der Unterkunft konnte man die Rochester Falls zu Fuß besichtigen.
Anschließend lief ich zum Strand. Hier war außer ein paar Fischern keiner.
Es war ziemlich heiß, dennoch entschied ich mich, die erste Wanderung am Nachmittag zu starten. Also fuhr ich ca. 30 Minuten zum Alexandra Falls Viewpoint im Black River Gorges National Park. Von dort kann man zum Cascade 500 pieds laufen, was ca. 30 Minuten dauert. Ich hatte fälschlicherweise geglaubt, ich sei nach 30 Minuten erst an den Alexandra Falls angelangt und folgte einem Pfeil, an dem 500 ft stand.
Ich dachte, der Weg führe nun zum zweiten Wasserfall Cascade 500 pieds. Der erste Teil des Weges war schon nicht ganz ohne mit steilen, rutschigen Stellen. Aber jetzt wurde es richtig spannend. Es ging die ganze Zeit bergab und man musste sich immer an Ästen festhalten. Hatte ich zuvor noch ein paar wenige Leute auf dem Rückweg getroffen, war ich jetzt die einzige. Natürlich hatte ich auch die einsetzenden Dunkelheit im Kopf und wusste, dass ich nicht zu lange unterwegs sein dürfte. Mir war auch klar, dass meine Aktion so ganz alleine nicht ganz ungefährlich war. Aber wenn man schon ein längeres Stück gelaufen ist, kann man nur schwer umdrehen, wenn mich sich fast am Ziel glaubt. Mir war zwar irgendwann klar, dass ich nicht zu einem weiteren Wasserfall laufe, aber immerhin ging ich davon aus, den zuvor von oben gesehenen nun von unten sehen zu können. Der Weg wurde immer spektakulärer und die Kletterpassagen spannender. Es gab teilweise Seile, die halfen und einmal sogar eine Leiter.
Als ich „unten“ endlich angekommen war, hatte es sich überhaupt nicht gelohnt. Dort war einfach nur ein kleiner Wasserfall. Jetzt musste ich natürlich den ganzen Weg steil bergauf. Ich fand es zwar einfacher, weil man sich an den Ästen hochziehen konnte und die rutschigen Wege bergab schlimmer waren, aber es war natürlich auch anstrengender.
Völlig verschwitzt kam ich endlich wieder am großen Wasserfall an, der also schon der Cascade 500 pied war.
Vor dort ging es dann wieder die halbe Stunde zurück zum Parkplatz. Mein Auto stand dort ganz alleine. Niemand war mehr hier. Ich war zum Glück im Hellen zurück. Das war auf jeden Fall eine besondere Sporteinheit. Aber die Ausblick vom Wasserfall war wirklich toll.
Als ich zurück fuhr, wurde es schon dunkel. Da ich keine Halterung für mein Handy hatte, war es mit dem navigieren etwas schwierig und ich verpasste ein paar Abbiegungen. Ich war komplett matschig und freute mich über eine Dusche.
Spät abends versuchte ich noch ein Visum für Indien zu beantragen. Es war höchst kompliziert, da sie alles genau wissen wollten: Religion, Geburtsort der Eltern, Tag an dem man gezeugt wurde 😉
Ich sollte auch mein Visum von meiner ersten Einreise angeben. Als wenn ich davon noch irgendwelche Infos hätte. Dann sollte ich alle Länder aufzählen, die ich in den letzten 10 Jahren besucht hatte. Daneben stand, dass man auf jeden Fall richtige Angaben machen müsse, da man sonst nicht einreisen dürfe. Puh, das dauerte also. Nur leider konnte ich anschließend nicht fortfahren, weil die Seite nicht lud. Also alles noch einmal von vorne. Wieder kam ich nicht weiter. Diesmal blinkte der Hinweis auf, dass ich nur 20 Länder angeben dürfe. Echt jetzt? Beim Hochladen des Passfotos nach über einer Stunde stürzte die Seite komplett ab. Ich gab auf und vertagte die Beantragung.
Freitag 14.3.25
Nachdem ich erst spät im Bett war, stand ich auch entsprechend spät auf. Nach dem Frühstück fuhr ich mit meinem Mietwagen 25 Minuten zum Ganga Talao, Grand Bassin. Es handelt sich um eine heilige Hindustätte an einem Gewässer mit Schreinen, Tempeln und riesigen Statuen. Es gab einen großen, kostenfreien Parkplatz und dann konnte man ein bisschen umher laufen.
Plötzlich entdeckte mich ein Affe und kam aggressiv auf mich zu. Ich nahm die Arme hoch, um mich größer zu machen und versuchte, ihn zu verscheuchen. Aber er versuchte mich dennoch mehrfach zu attackieren, bis er endlich von mir abließ. Das hatte mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Das war jetzt schon das dritte Mal auf dieser Reise (Angola und Sambia), wo mich so ein blöder Affe anfallen wollte. Mit den Tieren stehe ich auf jeden Fall auf Kriegsfuß.
Dann ging es 15 Minuten wieder zurück Richtung Surinam zum La Vallée Des Couleurs Nature Park. Hier kann man die 23-farbige Erde bewundern 😀 Es ist ein Park mit vielen Attraktionen wie Zipline, Buggy oder Quad fahren, etc. Der reine Eintritt kostet ca. 10 Euro. Die Aktivitäten sind allerdings sehr teuer. Fünf Ziplines kosteten über 100 Euro. Eine 700 m lange Abfahrt mit einem Kart lag bei 13 Euro und der Gang über eine Wackelbrücke von 800 m kostete schlappe 25 Euro. Ich zahlte nur den normalen Eintritt und konnte dann einen Rundweg durch den Park laufen, der an der bunten Erde, Wasserfällen und Riesenschildkröten vorbeiführte. Ich benötigte 45 Minuten anstatt der angegebenen 1,5 Stunden, obwohl ich langsam gelaufen bin. Dennoch fand ich den Park wirklich toll. Er war sehr sehr gepflegt und gut hergerichtet. Man hatte einen schönen Ausblick bis zum Meer und es war alles sehr professionell organisiert.
Es gibt weiter im Westen noch einen ähnlichen Park mit Schildkröten und 7-farbiger Erde. Auf Fotos sehen beide aber eher gleich aus.
Nach meinem Parkbesuch fuhr ich 15 Minuten zum Strand Gris Gris. GoogleMaps leitete mich erstmal durch super enge Gassen, aber dann kam ich endlich an einem kostenfreien Parkplatz an. Der Strand liegt unterhalb einer Klippe und die Wellen sind wild, weshalb schwimmen verboten ist.
Hier kommt man hin, um die Aussicht von der Klippe zu genießen. In meiner Unterkunft wurde mir ein Weg zu einem Wasserfall beschrieben, bei dem man über eine Leiter gehen und an einem Seil hochklettern musste. Ich folgte also erstmal der Klippe zum Roche Qui Pleure (weinender Felsen). Es handelt sich um einen Felsvorsprung, an dem die Wellen teilweise spektakulär zerschellen.
Dann ging es weiter und es gab einen Abstieg über eine Leiter und auch ein Seil zur Hilfe. Ich war etwas irritiert, denn in meiner Beschreibung kam das erst später. Ich war also nun unten am Meer und lief über großen Steine. Strand gab es hier nicht mehr.
Von Weitem sah ich dann eine Mauer mit einem Türbogen. Davon war mir erzählt worden. Dahinter gab es einen eher wenig besonderen Wasserfall.
Und hier sollte der abenteuerliche Weg beginnen. Es gab tatsächlich eine etwas morsche Leiter neben dem Wasserfall. Ich hatte mein bestes Kletteroutfit an: ein Kleid. Immerhin hatte ich Sneaker anstatt Flip Flops.
Oben angekommen (mir kamen zwei Personen entgegen) lief ich einen Weg entlang und gelangte auf ein Feld. Mir war schnell klar, dass dies nicht richtig sein konnte, denn ich sollte eigentlich zu einem weiteren Wasserfall gelangen. Also lief ich aufmerksam den Weg zurück und fand eine Abzweigung ins Gebüsch. Es war nur ein erahnbarer Trampelpfad und einigen Stellen fragte ich mich wirklich, ob das noch ein Weg war.
Dann ging es eine etwas rutschige Stelle hinunter zu einem kleinen Bach. Hier war kaum noch ein Weg erkennbar, aber die Steine waren groß genug, dass man trockenen Fußes durch das Wasser kam. Die kleineren waren wackelig und ich betete, nicht umzuknicken. Ich folgte dem Strom flussaufwärts und hinter einer Kurve lag tatsächlich ein schöner, versteckter Wasserfall. Und ich war weit und breit die einzige Person hier, was mich bei dem Weg dorthin auch nicht so ganz wunderte.
Ich hatte Schwimmsachen mit und war sowieso schon ziemlich verschwitzt nach der Wanderung mit Klettern. Also ging ich erstmal baden, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Ich wollte auf keinen Fall den gleichen Weg wieder zurückgehen. Ich hatte eine Ahnung, dass es irgendwie auf der anderen Flussseite weiter gehen musste. Hier fand ich auch wieder einen Trampelpfad und dann waren ein paar Boulderkenntnisse nötig, um an einer Wand am Wasser entlang zu klettern. So kam ich an den Punkt zurück, wo ich zuvor die erste Leiter nach unten geklettert war. Eigentlich hatte ich Muskelkater von der Wanderung vom Vortag und wollte es heute entspannt angehen lassen. Hatte wohl nicht geklappt.
Zurück am Auto fuhr ich noch einkaufen und tanken. Dann reichte es auch. Der Tag war super anstrengend, da es auch sehr heiß war.
Samstag 15.3.25
Heute stand eine längere Wanderung im Black River Gorges Nationalpark auf dem Programm, daher stand ich bereits um 6.30 Uhr auf. Bei Komoot hatte ich eine 15 km lange Runde für 6 Stunden gefunden. Auf der Karte gab es aber noch einen Weg, der den Rundweg abzukürzen schien (rot).
Ich startete am Gorges Viewpoint. Ausgeschildert war meine Runde nicht.
Als ich dann auf meine Abkürzung bog, war es schon etwas merkwürdig, dass der Weg kaum erkennbar war. Es gab zwar manchmal ein paar Bänder an den Bäumen, aber nicht ganz regelmäßig. Vielleicht hätte ich schon stutzig sein müssen, dass es „Gollum-Trail“ hieß.
Zwischenzeitlich verlor ich immer wieder die Strecke und stand irgendwo im Unterholz. Dank Komoot konnte ich mich aber zumindest grob an die Richtung halten.
Zeitweise war es nur noch ein Rutschen und Klettern über morsche Äste und Steine. Ich war irgendwo im Nirgendwo und kam nur schleppend voran. Für die ersten zwei Kilometer benötigte ich eine Stunde.
Dann kam ich an einen Bach und kletterte über viele große Steine. Einen wirklichen Weg schien es nicht mehr zu geben. Ich war schon am Verzweifeln, da ich nicht mehr wusste, wo es weiterging. Außerdem wäre hier eine Verletzung eine Katastrophe gewesen, da ich weit und breit alleine war. Daher war ich auch besonders vorsichtig und hielt mich immer gut fest, denn mehrfach kam ich ins Rutschen, morsche Äste brachen durch oder Steine wackelten.
Für den dritten Kilometer benötigte ich eine Stunde. Irgendwann tauchten endlich wieder die Bänder auf und hatte das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Umdrehen kam für mich nicht in Frage.
An einem Bach machte ich eine Pause und meine noch halb volle Wasserflasche fiel hinein. Ich konnte sie zum Glück nach ein paar Metern retten. Denn natürlich war es sehr heiß und ich hatte nur 1,5 Liter mit.
Nach 3,5 Stunden erreichte ich endlich einen Abzweig, der auf den Hauptweg führte. Hier stand in die andere Richtung, dass mein Trail geschlossen sei. Na super! Kein Wunder, dass der Weg kaum erkennbar war.
Meine Runde war aber noch lange nicht zu Ende. Sie sollte noch hinauf zum höchsten Berg von Mauritius führen, den Piton De La Petite Riviere Noire.
Ich zweigte also wieder vom Hauptweg ab auf einen Trail, so wie es bei Komoot markiert war. Hier ging es dann schon gut bergauf. Teilweise gab es Leitern, Seile und Metallketten, die an den Kletterpassagen halfen.
800 hm musste ich überwinden und das, obwohl ich schon recht entkräftet war. Aber Aufgeben gibt’s nicht. Also machte ich viele kurze Pausen und teilte mir mein restliches Wasser gut ein.
700 m vor dem Gipfel dachte ich fälschlicherweise, ich sei schon angekommen. Leider musste ich dann noch weiter bergauf. Der Weg war nun ziemlich von Wildschweinen zerwühlt und ich hatte etwas Sorge, ihnen zu begegnen.
Oben am Gipfel traf ich zum ersten Mal seit zwei Stunden wieder auf andere Personen. Es gab noch einen „normaleren“ Weg nach oben, der dann mein Abstieg war.
Nach einer kurzen Pause setzte ich meinen Weg fort. Es waren noch 3,6 km bis zurück zum Auto. Ich war bereits komplett durchgeschwitzt, als hätte ich geduscht.
Der Abstieg begann mit einer Kletterpartie. Danach wurde der Weg besser und breiter. Allerdings ging es trotzdem immer mal wieder bergauf. Die letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi.
Nach knapp sieben Stunden, 15 zurückgelegten Kilometern und 1200 Höhenmetern, war ich völlig erledigt wieder am Auto. Was für eine Wanderung.
Ich fuhr 25 Minuten bis zum Ort La Gaulette, wo sich meine nächste Unterkunft befand. Da ich meine Sachen alle dabei hatte, ging es erstmal zum Erfrischen an den Strand von Le Morne. Zuvor hatte ich im Supermarkt noch eine Schnorchelmaske ergattern können.
Tatsächlich gab es ein paar Fische in Ufernähe.
Am Abend freute ich mich über das super schöne Appartement und die erfrischende Dusche.
Sonntag 16.3.25
Es war eine weitere kurze Nacht, denn ich hatte am Vorabend spontan eine Tour zum Schwimmen mit Delfinen gebucht. Eigentlich wollte ich auf den Berg „Le Morne Brabant“ klettern, aber ich war mir sicher, dass ein Tag Pause die bessere Wahl sei.
Also ging es um 5.30 Uhr schon zum Boot in La Gaulette. Es gibt natürlich viele Anbieter und es ist immer schwierig, die guten herauszufiltern. Ich hatte einen Anbieter direkt in meinem Ort gefunden und über die Webseite Kontakt aufgenommen. Bei Getyourguide gab es Anbieter, die erst um 7.30 Uhr aufbrachen. Aber ich hatte gehört, dass die beste Zeit früh morgens sei.
Wir waren glücklicherweise auch nur drei Leute, zwei andere deutsche Mädels und ich. Wir fuhren die Küste entlang und hielten Ausschau. Zu Beginn waren wir noch das einzige Boot, aber dann kamen ein paar andere. Es dauerte etwas, bis wir fündig wurden. Die anderen Boote waren bereits vor uns vor Ort. Dann hieß es immer wieder, bereit machen und mit Schnorchel und GoPro ins Wasser hüpfen. Wenn die Tiere abtauchten ging es zurück aufs Boot und wir fuhren ein Stück weiter.
Einmal waren wir mitten in der Delfingruppe und sie schwammen um uns herum. Das war schon cool.
Bezüglich des Wohls der Tiere mache ich mir nicht so viele Sorgen. Sie halten sich freiwillig in Strandnähe auf und können jederzeit tief runtertauchen. Trotz der Boote blieben sie aber die ganze Zeit in der Nähe.
Ein Delfin sprang in die Luft und machte dabei eine spektakuläre Schraube. Leider war der Moment sehr kurz.
Dann fuhren wir noch weiter in die Bucht und an den Strand. Hier waren drei Delfine einer anderen Art. Das erste waren Spinner und die kleine Gruppe Tümmler. Diese sollten langsamer sein und das war auch so. Wir kamen super nah ran und wurden neugierig beäugt, bevor sie zum Fressen abtauchten.
Wir verließen als erstes Boot den Spot und fuhren zu einem Mini-Riff zum Schnorcheln. Insgesamt waren wir bestimmt zehn Mal im Wasser gewesen. Außerdem fuhren wir am Crystal Rock vorbei. Mir ist nicht so klar, was an dem Felsen so spektakulär ist.
Dann ging es zur Insel Ile aux Benitiers, die direkt vor La Gaulette liegt. Dort hatten wir eine Stunde Freizeit, bevor es um 10.30 Uhr „Mittagessen“ gab.
Natürlich fuhren alle Boote zu der Insel, wir hatten aber dennoch unseren privaten Bereich.
Um 11.30 Uhr ging es dann wieder zurück.
Ich machte erstmal Pause in der Unterkunft und plante nachmittags nochmal zum Strand zu gehen. La Gaulette liegt zwar am Wasser, hat aber keinen Strand.
Um 15 Uhr wollte ich ein Nickerchen machen und wachte leider erst um 18.30 Uhr wieder auf. Also fiel Strand aus. Das war aber auch nicht so schlimm.
Montag 17.3.25
Heute sollte dann endlich die Wanderung auf Le Morne Brabant stattfinden. Ich hatte meinen Wecker extra auf 7 Uhr gestellt, brauchte dann aber ewig und war erst um 8.45 Uhr am Startpunkt.
Der Trail war „nur“ 3,5 km lang. Zunächst ging es im Wechsel flach und bergauf. Da kam man schon direkt ins Schwitzen. Nach einiger Zeit kam dann ein Schild, dass man ab hier klettern müsse und es gefährlich sei. Ich dachte noch, so schlimm kann es ja nicht sein. Aber es war nicht gelogen. Es war unfassbar anstrengend, weil man fast senkrecht bergauf klettern musste.
Die Sonne brannte natürlich auch wieder. Oben angekommen hatte man tatsächlich einen schönen Ausblick über die Insel.
Den ominösen Unterwasser Wasserfall konnte man aber nicht wirklich erkennen.
Der Abstieg war nochmal besonders schwierig, weil die Steine von der Sonne mittlerweile glühend heiß waren.
Nach dem Sport ging es an den Strand. Ich fuhr zum Surferstrand in der Nähe des Bergs. Dort gefiel es mir bisher am besten. Man konnte auch bis zu den Strandbereichen der 5-Sterne-Hotels einen Spaziergang machen. Dort war es nochmal schöner, da sogar Palmen gepflanzt worden waren.
Eigentlich hatte ich noch den Wasserfall Charamel auf meiner Liste. Aber zu dem gibt es nur einen Viewpoint von sehr weit weg und dieser befindet sich in dem Park mit der 7-farbigen Erde. Hier hätte ich 12 Euro Eintritt zahlen müssen. Das war mir das eine Foto nicht wert, denn die bunte Erde und die Riesenschildkröten hatte ich ja bereits in einem ähnlichen Park gesehen.
Am Nachmittag fuhr ich zur nächsten Unterkunft in Flic en Flac und lief abends nochmal kurz zum Strand. Die Westküste gefiel mir auf jeden Fall besser als der Osten.
Dienstag 18.3.25
Heute wollte ich die Tamarind-Runde gehen mit dem 7-stufigen Wasserfall. Bei Komoot waren zwei Stunden und 280 hm veranschlagt. Es klang also nach einer entspannten Runde.
Parken konnte man am Straßenrand. Dort wurde ich angesprochen, ob ich einen Guide wolle, da der Weg nicht ausgeschildert sei. Da ich ja meine Karte hatte, verzichtete ich. Zu Beginn stand zwar noch ein Schild, aber danach musste man wirklich ein bisschen schauen, wo es lang ging. Der Weg führte zunächst bergab und dann stand man oberhalb des ersten Wasserfalls.
Ich hatte dort schon die ersten Schwierigkeiten herauszufinden, wo es weiter ging. Erst das Lesen des Texts zu den Wegpunkten bei Komoot, gab mir den Hinweis, dass man hinter dem Wasserfall her musste.
Also ging es zunächst über den Fluss mit Hilfe von ein paar Steinen und dann weiter hinunter. Hier waren auch noch viele Leute unterwegs und einige badeten unter dem Wasserfall.
Ich machte mich auf den Weg zum nächsten. Teilweise konnte man gute Wege erkennen, aber dann auch wieder nicht mehr. Aber es waren immer noch Personen in Sichtweite an den nächsten beiden Fällen.
Dann kam die erste Klettereinlage an einem steilen Felsen. Hier hätte es aber noch einen Weg außen herum gegeben.
Obwohl zunächst noch ein Pärchen hinter mir war, war ich irgendwann dann doch ganz alleine und man hörte keine Stimmen mehr. Zur Feier des Tages musste ich wieder mal quer durchs Unterholz.
Aber die Wasserfälle waren schön.
Der Weg war manchmal durch Farbpunkte und Bänder markiert, aber immer wenn man den Fluss überqueren musste, wurde es schwierig.
Nach einer Weile kamen mir zwei Mädels mit drei Guides entgegen, die mich fragten, wo ich hinwolle und mir erklärten, dass es alleine zu gefährlich sei. Aber Umdrehen gibt es bei mir nicht. Also lief ich weiter eine kleine Rutschpartie bergab. Wieder brauchte ich lange um den weiteren Weg zu finden und dann kam ich an ein schönes Zwischenbecken, in dem man hätte gut schwimmen können.
Aber ich hatte keine Badekleidung mit. So langsam fing es auch an zu regnen.
Beim nächsten Wasserfall musste ich quer über die Steine. Der Regen war zum Glück noch nicht so stark.
Aber dann wurde es doch auch dunkler im Wald und der Regen wurde immer heftiger. Ich war bereits klitschnass, als ich am nächsten Wasserfall hinabklettern musste. Hier habe ich keinen anderen Weg gefunden und die Steine waren durch das Wetter besonders glitschig. Ich hatte wirklich Sorge abzurutschen und war super vorsichtig. Das war Nervenkitzel pur.
Es ging weiter am Fluss entlang und immer wieder verlor ich den Weg, um ihn nach zehn Minuten wiederzufinden. Was für ein Höllentrip.
Dann kam ich endlich an einem Gebäude mit Wasserpumpen an. Hier schienen auch Leute zu arbeiten, da dort ein Auto stand. Kurz überlegt ich, ob ich um Hilfe bitten sollte, aber es war niemand zu sehen. Außerdem stand jetzt nur noch der Aufstieg bevor. Der Weg begann eindeutig erkennbar. Ich weiß auch nicht, warum ich dennoch immer wieder von ihm abkam. Diesmal war ich kurz vorm Vorzweifeln, denn ich konnte mein Handy aufgrund des Regens nicht mehr entsperren. Alles war nass. Ich stand mitten im Wald und konnte überhaupt keinen Weg mehr sehen und wusste mittlerweile auch nicht mehr, wo ich hergekommen war. Mit ein paar Taschentüchern trocknete ich dann das Display und versuchte mich vornüber zu beugen, um es vor dem Regen zu schützen, was schwierig war, da an mir auch alles tropfte. Aber tatsächlich konnte ich einen Blick auf die Karte erhaschen und sehen, dass der Weg nicht weit weg von mir war.
Ich war unfassbar erleichtert, als ich ihn wiederfand. Diesmal war er mit Steinen gut sichtbar und ich verlor ihn im weiteren Verlauf nicht mehr. Es ging dann noch eine Weile bergauf, bevor ich endlich an eine Straße kam. Von dort waren es noch 1,5 km zurück zum Auto. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen. Ich war wirklich erleichtert.
Ich möchte betonen, dass Komoot von „gut begehbaren Wegen“ sprach.
Natürlich war nur noch mein Auto vor Ort. Zum Glück hatte ich meine Tasche im Kofferraum und konnte mich umziehen.
Im Endeffekt benötigte ich fast vier Stunden hatte über 600 hm überwunden.
Mit trockener Kleidung fuhr ich noch zum Trou Aux Cerfs Volcano. Man kann um den bewachsenen Krater einmal rundherum laufen. Es sind ca. 800 m. Ansonsten ist es nicht ganz so spannend.
Danach fuhr ich noch eine Stunde bis Trou Aux Biches. Dabei kam ich auch durch die Hauptstadt Port Louis. Aber ich hielt es nicht für nötig, dort anzuhalten. Ich ging noch einkaufen und verschaffte mir einen ersten Überblick vom Strand.
Mittwoch 19.3.25
Dies sollte zur Abwechslung mal ein wanderfreier Tag werden. Dafür stand Schnorcheln auf dem Plan. Ich hatte gelesen, dass sich in Trou Aux Biches das Riff in Strandnähe befindet und so ging es also mit Schnorchel bewaffnet ins Meer.
Ich war mir erst nicht sicher, ob man da überall herum schwimmen durfte, da es auch Boot gab. Einige Leute ließen sich tatsächlich mit eben diesem 100 m hinausfahren. Ich bin das Stück dann doch einfach geschwommen. Wobei es schon auch ein bisschen unheimlich war so ganz alleine umgeben von Riff und Fischen.
Einige schauten mich auch echt böse an und das habe ich mir nicht nur eingebildet. Sie schwammen drohend auf mich zu und machten dann aber wieder nen Rückzug, weil ich ja viel größer war.
Kurz vorm Strand kam dann tatsächlich ein einzelner Fisch mehrfach auf mich zu und drehte wieder ab. Dabei war ich schon dabei wegzuschwimmen. Plötzlich wurde ich tatsächlich von dem Fisch von hinten am Bein gerammt. Zum Glück war er klein und hatte keine Zähne.
Im Anschluss fuhr ich weiter zum Strand von Grand Baie. Hier stoppte ich aber nur kurz, da es mir nicht sonderlich gefiel.
Nur 4 km weiter der Pereybere Strand. Der gefiel mir richtig gut. Wenn man weiter hinaus zu einer Steinmauer schwamm, gab es auch wieder ein kleines Riff. Ansonsten war das Wasser klar und ruhig, sodass man sich die ganze Zeit darin abkühlen konnte. Im Südwesten der Insel war wesentlich mehr Wellengang.
Auf dem weiteren Weg kam ich an der Kirche Notre-Dame vorbei und machte einen Fotostopp. Hier war gerade eine Trauung, weshalb es sehr voll war.
Der nächste Halt war am Belle Mare Strand. Aber das Wetter war nicht mehr so gut, daher blieb ich nicht lange und fuhr weiter zu meiner Unterkunft in Trou d’Eau Douce.
Donnerstag 20.3.25
Der Tag begann regnerisch. Ich suchte, nachdem es sonniger wurde, den Strand. Aber so wirklich gab es keinen.
Dann beschloss ich Blue Bay noch einmal eine Chance zu geben und fuhr ca. eine Stunde zum Ort vom Anfang mit dem angeblich schönsten Strand. Da ich jetzt meine Schnorchelausrüstung hatte, konnte ich erst mal das Riff erkunden.
Mein Fazit: Der Strand ist immer noch nicht schön, aber ok. Das Riff ist direkt vor der Tür, aber es gibt starke Strömungen, weshalb man aufpassen muss, dass man zum Ausgangspunkt zurückkommt.
Mein Favorit bleiben Strand und Riff in Trou Aux Biches.
Meine letzte Unterkunft hatte ich in Mahebourg.
Insgesamt habe ich die Insel einmal umrundet. Natürlich gab es auch noch mehr Routen ins Innere der Insel, da ich ja häufiger Wandern war.
Fazit Mauritius: Die Insel und ich hatten definitiv keinen guten Start. Ich hatte mich sehr gefreut und scheinbar zu hohe Erwartungen. Vor allem Blue Bay, das mir mehrfach empfohlen wurde, konnte mich nicht überzeugen. Man darf Mauritus auf keinen Fall mit der Karibik oder den Malediven vergleichen. Es ist zwar ganz schön, aber auch nicht überall paradiesisch. Erst im Westen und Norden habe ich wirklich schöne Strände gefunden. Die Palmen sind aber alle für die Touristen angeplfanzt. Leider ist das Wetter sehr drückend gewesen. Sobald man die klimatisierten Zimmer verließ, war man schweißgebadet. Im Endeffekt hatte ich eine abenteuerliche und gute Zeit. Aber ich würde nicht wiederkommen.
Infrastruktur: Es herrscht Linksverkehr. Die Straßen sind eher schmal und es gibt keine Bürgersteige, weshalb ständig Fußgänger umfahren werden müssen. Es gibt auch Busse, aber mit einem Mietwagen ist man viel flexibler, vor allem, wenn man in den Nationalpark fährt und wandern möchte. Autos sind sehr günstig und lohnen sich daher. Taxis sollte man meiden. Sie sind übertrieben teuer. Es gibt leider sehr viele Straßenhunde.
Wandern: Man kann ganz viele schweißtreibende Wanderungen machen, aber man darf hier keine schön begehbaren Wege erwarten. Und irgendwie gehört Klettern auch fast immer dazu.
Geld: Erstaunlicherweise konnte man oft nur bar bezahlen. Die Automaten nahmen keine Gebühren, beim Zahlen mit Karte hingegen wurden oft ein paar Prozent draufgeschlagen. Auch wenn Autos und Unterkünfte günstig waren, musste man für Essen recht viel bezahlen, da fast alles importiert wird.
Strände: Von oben sieht das Wasser türkis aus. Ist man nah dran, kann man davon oft nichts mehr erkennen. Zum Schnorcheln sind Blue Bay und Troux Aux Biches super. Letzteres hat auch an sich einen schönen Strand. Ansonsten kann ich im Südwesten den Surferstrand sowie Le Morne Beach empfehlen. Im Norden ist Pereybere Beach noch sehr schön. Flic en Flac kann sich auch sehen lassen, ist aber groß und sehr touristisch.
Unterkünfte: Es gibt keine Hostels, aber dennoch gute und günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Ich habe im Schnitt um die 30 Euro bezahlt für Zimmer mit eigenem Bad und entweder Küchenuntensilien oder einer Gemeinschaftsküche.
La Reunion
Freitag 21.3.25
Es war Zeit Mauritius zu verlassen. Um 10 Uhr ging mein Flug nach Reunion. Ich gab meinen Mietwagen ganz unkompliziert direkt am Flughafen ab.
Nach einem kurzen Flug von 50 Minuten landete ich mittags auf La Reunion und war zurück in der EU, da es sich um ein Überseegebiet von Frankreich handelt. Ich konnte also wieder ganz normales Daten Roaming nutzen, obwohl ich weit weg von Europa war.
Wieder hatte ich einen Mietwagen gebucht, der hier sogar nur 20 Euro pro Tag kostete. Die Anbieter hatten alle Hände voll zu tun. Es schien also üblich, dass man auf Reunion mit einem Auto unterwegs ist. Hier herrschte Rechtsverkehr und diesmal hatte ich einen Schaltwagen. Natürlich habe ich statt des Blinkers erst einmal den Scheibenwischer betätigt, aber ansonsten war die Umstellung überhaupt kein Problem.
In der Nähe vom Flughafen fand ich einen Decathlon und freute mich aufs Shoppen. Am Ende wurden es aber nur ein paar neue Socken. Dann verließ ich die Hauptstadt St. Denis entlang der Ostküste.
Mein erster Stopp war an den Niagara-Fällen, die unweit der Hauptstraße lagen. Ich hatte gerade angehalten, da fing es an zu regnen. Nach ein paar Minuten hörte es zum Glück wieder auf.
Mein nächster Halt war an einem wunderschönen Viewpoint des Takamaka Falls. Hierfür musste ich aber erstmal 30 Minuten über Serpentinen hoch ins Landesinnere, genau genommen in eine Sackgasse. Aber der Weg hatte sich gelohnt. Man kann hier wohl auch wandern, aber es war alles nass und rutschig und ich hatte nicht genügend Zeit.
Dann wurde es auch schon langsam dunkel und ich setzte meinen Weg zur Unterkunft in St. Rose fort. Viel Auswahl gab es nicht, aber ich hatte ein sehr schönes Appartement gefunden. Leider waren auch Supermärkte Mangelware und so kaufte ich mir in einem Imbiss ein Sandwich, das als Abendessen und Frühstück dienen musste. Wobei Reunion eine andere Definition von Sandwich hat. Es handelte sich um ein Brot mit Pommes, Schinken und Mayo, was mit Käse überbacken war. Es war wirklich sehr lecker.
Samstag 22.3.25
Eigentlich hatte ich eine längere Wanderung geplant, aber das Wetter sprach dagegen. Es schüttete wie aus Eimern. Also verließ ich die Unterkunft auch erst gegen mittags. Ich setzte meinen Weg einmal um die Insel Richtung Süden fort.
Zunächst stoppte ich spontan bei Anse Wasserfall, da ich das Schild gesehen hatte. Hier kann man eine kleine Runde spazieren gehen, wird aber leider auch von Mosquitos gefressen.
Weiter im Süden gab es kaum Siedlungen, da die Lava des aktiven Vulkans der Insel Richtung Süden floss und entsprechende Lavafelder von den letzten Ausbrüchen produziert hatte. Der letzte große Ausbruch war mit 2007 allerdings schon länger her.
Ich hielt wie viele andere am Straßenrand, um ein bisschen durch das Lavafeld zu spazieren. Irgendwie wurde daraus dann ungeplant eine Wanderung. Es führte ein Trampelpfad immer weiter von der Straße weg und ich hatte mir eingebildet, Menschen am Ende zu sehen. Also folgte ich dem Weg, ohne zu wissen, wohin er führte.
In der Ferne sah man eine Erhebung und ich erwartete eine Schlucht dahinter, weshalb ich hinauf kletterte. Leider hatte ich mich getäuscht. Es gab nicht wirklich etwas zu sehen. Der Hinweg hatte allerdings schon 1,5 Stunden gedauert und ich musste die ganze Strecke wieder zurück. Ich hatte außer meinem Handy und dem Autoschlüssel nichts dabei.
Ich kraxelte dann noch ein wenig zwischen den Felsen umher, die mittlerweile alle von einem weißen Pflanzenzeug überzogen waren. Probelematisch war, dass unten drunter dennoch oft lose, kleine Steine waren, wodurch man immer wieder ins Rutschen kam.
Zwischendurch musste ich mich spontan festhalten, was keine gute Idee war, da die Lavasteine sehr spitz und scharfkantig sind. So schnitt ich mir mehrfach in die Fingerkuppen und Handfläche.
Da es dann auch noch zu regnen anfing, war ich komplett durchnässt. Ich musste also 1,5 Stunden wieder zurück zur Straße laufen. Der Weg war nach wie vor nicht leicht zu gehen, da man immer aufpassen musste, wo man hintrat.
Endlich zurück zog ich mich direkt um. Mein nächster Stopp war ganz dringend ein Supermarkt.
Danach fing es wieder heftig an zu regnen. Im Westen der Insel hatte ich ein Hostel in St. Pierre gefunden. Dort verbrachte ich die nächste Nacht. In meinem Zimmer waren nur zwei andere Männer, natürlich aus Frankreich wie fast alle Touristen. Der eine war seit drei Tagen krank, weil er den Chikungunya-Virus durch einen Mosquito-Stich bekommen hatte. Davon hatte ich zuvor noch nie gehört.
Sonntag 23.3.25
Ich stand bereits um 6 Uhr auf, um endlich zum Krater Piton de la Fournaise zu wandern. Der Vormittag sollte trocken bleiben. Ich musste eine Stunde bergauf ins Landesinnere fahren, um zum Startpunkt zu gelangen.
Irgendwann im Marsland (alles war rot), war die Straße nicht mehr asphaltiert und von Schlaglöchern übersäht. Dafür gab es am Ende einen kostenlosen Parkplatz.
Ich kam um 8 Uhr an und es waren bereits viele Leute vor Ort. Einige kamen sogar schon von der Wanderung zurück.
Es gibt einen Viewpoint direkt am Parkplatz, aber der Krater war in den Wolken versteckt. Der Weg führt dann erstmal über eine lange Treppe hinab.
Unten gab es eine Art Mini-Krater. Danach führte der Weg über eine Ebene und war recht angenehm zu gehen. Überall waren weiße Farbpunkte als Markierung.
Schließlich ging es stetig über erstarrte Lava und viele, kleine und spitze Steine bergauf.
Nach 2.15 h kam ich endlich am Ziel an. Ich hatte einen fantastischen Blick über der Krater.
Hier wohnen sogar Tiere.
15 Minuten später war alles in den Wolken verschwunden. Auf dem Rückweg wechselten sich Sonne und Regen im fünf Minuten-Takt ab. Man muss auf jeden Fall für jedes Wetter gewappnet sein. Am Ende ging es die lange Treppe wieder hoch, was ziemlich anstrengend war.
Nach 4,5 Stunden war ich zurück am Auto. Die Wanderung hatte sich definitiv gelohnt.
Kurz nachdem ich vom Parkplatz fuhr, fing es sehr heftig an zu regnen. Im Grunde starteten die Schauer täglich ab mittags.
Ich fuhr die kurvenreiche Straße wieder ein Stück hinab und machte noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt Belvédère de Bois Court, der ziemlich mittig auf der Insel gelegen ist.
Leider war das Wetter hier nicht auf meiner Seite. Weil es immer noch heftig regnete, machte ich ein Nickerchen im Auto. Denn die Wolken verdeckten den schönen Ausblick.
Als ich plötzlich die Berge sehen konnte, lief ich schnell zur Plattform und machte ein paar Fotos. Innerhalb von Sekunden hatte sich die Wolkendecke wieder geschlossen.
Ich fuhr noch etwas mehr als eine Stunde nach Saint Paul im Norden von Reunion. Da hatte ich eine Unterkunft für die nächsten sechs Nächte. Ich hatte kurz vor der Reise einen einwöchigen Französisch-Sprachkurs gebucht.
Montag 24.3.25
Der Sprachkurs begann um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Ich hatte zum Glück schon zwei Jahre Französisch in der Schule und mich ein bisschen vorbereitet, sodass ich mich zumindest vorstellen konnte. Ich konnte die anderen auch recht gut verstehen. Mir fehlte es nur oft an Wörtern. Die meisten Teilnehmer kamen aus der Schweiz und wir starteten direkt mit einem Vokabelspiel.
Im Anschluss wurden wir aufgeteilt. Anstatt eines Gruppenunterrichts war ich dann mal wieder alleine, weil sie dachten, dass es vom Niveau nicht passe. Aber als ich früher fertig war, durfte ich bei den anderen noch mit zuhören und konnte fast alles verstehen.
Ich war davon ausgegangen, dass ich jeden Tag vier Stunden Unterricht habe. Aber es gab eine Regelung, dass man nur drei Tage Unterricht hat, wenn man alleine im Kurs ist, weil dieser dann intensiver sei. Das fand ich nicht so ganz richtig, da man ja auch beim Zuhören viel lernen kann, selbst wenn man gerade nicht aktiv sprechen muss. Ich hatte meinen Unmut auch nicht so ganz verborgen, denn schließlich hatte ich genug Geld bezahlt. Daher wurde mir angeboten, als Zuhörerin an der Gruppe der Schweizer teilzunehmen.
Am Anschluss ging es zurück zu meinem Appartement, das sich im Garten eines Ehepaars mit Hund befand. Eigentlich war es eine ganz schöne Holzhütte, aber leider gab es nur einen Ventilator und keine Klimaanlage und das Internet konnte man komplett vergessen.
Nachmittags hatte ich ein Online-Seminar und dies bereits mit einem Hotspot meines Handys begonnen. Plötzlich begann es, wie aus Eimern zu schütten und zu gewittern. Da brach dann leider das Handynetz zusammen. Netterweise durfte ich mich auf die Veranda des Hauses setzen und deren privates Internet mitbenutzen.
Später waren meine mobilen Daten leider aufgebraucht und ich bin extra zu einem Burger King gefahren und mich mit dem WLAN zu verbinden und neues Datenvolumen zu kaufen. Dies ging leider nicht mit dem privaten Internet des Hauses, da ich das Passwort für das Handy nicht wusste. Zuvor hatte ich den Laptop genutzt, der nicht bereit war, das Passwort zu teilen. Es war also ziemlich kompliziert und nervig.
Die Küche meines Appartements befand sich außerhalb auf einer kleinen Veranda. An sich war das wirklich schön, weil man einen tollen Blick über die Bucht von Saint Paul hatte, aber es war auch Mosquitozeit. Ab 18 Uhr war es dunkel und das Licht lockte die Viecher natürlich an. Gut, dass ich sowieso keine Köchin bin und Essen aufwärmen in der Mikrowelle schnell ging.
Dienstag 25.3.25
Nachdem ich erfahren hatte, dass ich heute keinen Unterricht habe, hatte ich nach weiteren Wanderungen geschaut. Mir wurde Mafate empfohlen. Es handelt sich um ein Tal, das man nicht per Auto erreichen kann. Die Menschen, die dort in Dörfern leben, werden per Hubschrauber versorgt. Leider gab es Ende Februar aber einen Zyklon und daher waren viele Wanderwege aktuell gesperrt. Ich musste ziemlich lange recherchieren und mit verschiedenen Webseiten abgleichen, bis ich eine gute Möglichkeit fand.
Im Endeffekt fuhr ich zum Ort Le Maido. Von dort gab es eine Wanderung zum Grand Benere. Angesetzt war sie für sechs Stunden.
Ich stand um 6 Uhr auf und musste noch knapp eine Stunde bis nach Le Maido fahren. Um viertel vor 8 startete ich meine Wanderung. Es ging stetig bergauf entlang einer Klippe, von der man einen wundervollen Blick über Mafate hatte.
Nach knapp drei Stunden erreichte ich die Spitze, wobei die letzten Kilometer sehr beschwerlich waren, da man nur noch über große Steine lief. Natürlich hatten sich mittlerweile auch Wolkenfelder gebildet.
Mit etwas Glück konnte man gelegentlich für ein paar Sekunden den herrlichen Ausblick genießen. Zudem konnte man auch auf den Ort Cilaos schauen.
Hinab nahm ich einen anderen Weg, der aber ebenfalls unschön zum Gehen war, da die Steine eine große Gefahr des Umknickens mit sich brachten. Erst nach mehreren Kilometern wurde der Weg besser. Mafate war nun von einer dicken Wolkenschicht verdeckt.
Es ging noch an einer Höhle vorbei und der Boden wurde irgendwann zum Glück besser.
Nach sechs Stunden Gehzeit erreichte ich wieder mein Auto und fuhr müde und ziemlich zerkratzt zurück zur Unterkunft.
Am Nachmittag fuhr ich dann noch zu einem Fotogeschäft, da ich für mein Indien-Visum ein aktuelles Passfoto benötigte. Glücklicherweise war der Shop darauf sogar spezialisiert. Für das USA-Visum benötige ich vermutlich auch ein Foto, weshalb es gut war, dass ich vier Stück bekam.
Mittwoch 26.3.25
Um 9 Uhr ging es mit Französisch weiter. Leider war die Straße von meiner Unterkunft zum Stadtzentrum gesperrt, was mich über einen Umweg in einen Stau führte. Normalerweise benötigte ich 10-15 Minuten. Diesmal waren es 25. Daher kam ich etwas zu spät, was aber nicht schlimm war.
Nach 2,5 intensiven Stunden fuhr ich zurück zum Appartement und nahm diesmal nicht mehr bei der anderen Gruppe teil.
Den Rest des Tages nutzte ich zum Arbeiten und Planen der weiteren Reise. Dabei hatte ich einen hübschen Besucher auf meiner Veranda.
Donnerstag 27.3.25
Morgens fand zum letzten Mal mein Französisch-Kurs statt und im Anschluss meines Privatunterrichts nahm ich noch bis 13 Uhr am Gruppenunterricht teil.
Die Schweizer wollten nachmittags noch an Strand und ich schloss mich Ihnen an. Es gibt einige Buchten, in denen man auch schwimmen kann, aber an den meisten Stellen besteht Gefahr durch Haie.
Wir hatten sogar Glück mit dem Wetter. Es war der erste Tag ohne Regen am Nachmittag.
Tatsächlich gab es auch an unserem Strand ein kleines Riff und man konnte einige Fische beobachten.
Abends gingen wir gemeinsam essen.
Freitag 28.3.25
Mein Französischkurs war leider schon beendet und so hatte ich mir noch eine Wanderung herausgesucht. Ich musste wieder früh los und fuhr über eine Stunde mit vielen Kurven zum Viewpoint La fenetre (das Fenster).
Hier startete meine kleine Wanderung. Direkt am Aussichtspunkt hatte man schon einen tollen Ausblick.
Der Weg führte dann recht steil bergab.
Nach zwanzig Minuten gelangte man zu einer noch besseren Aussicht.
Ab hier konnte man dann einen Rundweg starten. Im Grunde ging es immer nur bergauf oder bergab. Der Weg war ganz nett, aber beinhaltete keine weiteren bzw. anderen Aussichten als die vom Beginn. Außerdem zog es sich auch wieder schnell zu.
Es ging viel durch einen Wald.
Am Ende musste man natürlich den steilen Teil wieder hinauf. Ich benötigte ca. 2,5 Stunden für 6 km, wobei ich aber auch viel Zeit für Fotos nutzte.
Ich fuhr zurück zu meiner Unterkunft und musste noch etwas arbeiten. Nachmittags gab es auch mal wieder einen Schauer.
Samstag 29.3.25
Um 8 Uhr fuhr ich los zum Flughafen in St. Denis. Somit hatte ich die Insel einmal komplett umrundet. Die Abgabe des Wagens klappte reibungslos. und um 10 Uhr flog ich zurück nach Mauritius. Der Flug dauerte sogar nur 30 Minuten.
Mit dem Bus wollte ich ins nahegelegene Mahebourg fahren. Leider war die Bushaltestelle nicht ausgeschildert. Ein blöder Taxifahrer, der vermutlich sauer war, weil ich nicht mit ihm fahren wollte, hat mich erst einmal in die falsche Richtung geschickt. Aber die anderen Leute waren zum Glück sehr hilfsbereit.
Ich musste ca. 20 Minuten warten bis der richtige Bus kam. Die Fahrt dauerte 15 Minuten und kostete gerade einmal 65 Cent.
Ich hatte die gleiche Unterkunft wie am letzten Tag auf Mauritius. Das hatte ich schon so halb mit der Vermieterin abgesprochen.
Für 15 Uhr hatte ich eine Massage gebucht. Anschließend drehte ich noch eine Runde zu Fuß an der Küste entlang, bevor ich mit weiteren Reiseplanungen fortfuhr.
Sonntag 30.3.25
Nach einem guten Frühstück in der Unterkunft lief ich zum Bus Terminal von Mahebourg, um zum Flughafen zurückzukehren.
Um 10 Uhr startete ich Richtung Indien.
Fazit Reunion: Die Insel hat keine Ähnlichkeit mit Mauritius. Das Wasser ist nicht türkis und an dem meisten Stellen kann man nicht baden. Der höchste Berg auf Mauritius führt auf etwas über 800 hm. Auf Reunion geht es auf über 3000 hm hoch. Außerdem merkt man den europäischen Touch, während Mauritius eher indisch ist. Wer also Badeurlaub ist, sollte nach Mauritius fliegen, aber Reunion ist ein Wanderparadies. Mich haben die zerklüfteten Berghänge fasziniert.
Infrastruktur: Es gibt eine sehr gut ausgebaute Straße, die einmal um die Insel herum führt. Sobald man ins Innere fährt, geht es über Serpentinen bergauf, weshalb die Fahrten zu den Startpunkten der Wanderungen sehr lange dauern.
Währung: Es wird wie in Frankreich mit Euros bezahlt.
Sprache: Französisch ist vorherrschend und die meisten Touristen sind aus Frankreich. Aber viele sprechen auch Englisch.
Wetter: Ich war zum Ende der Regenzeit dort und es hat bis auf einen Tag immer ab mittags geregnet. Mal sehr heftig mit Gewitter und machmal nur kurz. Aber das hat natürlich zu Einschränkungen geführt.
Wanderungen: Es gibt eine Fülle an Wanderungen und ich habe direkt am Flughafen schon Infomaterial an die Hand bekommen. Ich fühlte mich allerdings ein bisschen erschlagen, da ich es zunächst schwierig fand, die wirklich lohnenswerten Touren herauszufiltern. Im Endeffekt war ich mit meiner Auswahl (abgesehen von der Spontantour auf dem Lavafeld) mehr als zufrieden. Der Krater ist ein Must-do. Außerdem sollte man eine Wanderung in Mafate oder mit Blick darauf machen. Wichtig ist aber vor allem, dass man früh startet. Durch die Berge bilden sich immer ab mittags Wolken. Es ist natürlich schade, wenn man drei Stunden unterwegs ist und am Ende sieht man gar nichts. Ich hatte da auf jeden Fall sehr viel Glück, dass ich immer so gerade rechtzeitig war. Im Gegensatz zu Mauritius sind die Wege besser markiert, aber trotzdem nicht immer leicht begehbar.