Diese Reise ist Teil meiner Weltreise 2024/25 und schließt sich an Fidschi an.
Dienstag 9.6.25
Morgens um 8 Uhr ging mein Flieger nach Vava’u. Der Anflug war schon beeindruckend.
Nach zwei Stunden Flug landeten wir auf einem sehr kleinen Flughafen. Ich hatte vorher überhaupt keine Vorstellung, was mich erwarten würde. Eigentlich hatte ich gehofft, vor dem Gebäude Taxis zu finden, dem war aber nicht so. Zum Glück kam jemand, der extra bestellt wurde und fragte, ob er mich auch mitnehmen solle. Während der Fahrt bekam ich dann schon erste Infos. Der eigentlich Ort war winzig. Meine Unterkunft, die ich erst einmal nur für eine Nacht gebucht hatte, befand sich ganz am Ende des Dorfes. Hier gab es überall freilaufende Schweine und viele Straßenhunde.
Das Zimmer war nicht günstig, aber dafür schön und mit gutem Internet.
Gegen Nachmittag machte ich dann einen ersten Orientierungsspaziergang. Der Ort war sehr klein. Er bestand im Wesentlichen aus einer ca. 700 m langen Straße mit einer großen Kirche.
Danach wollte Touren für die nächsten Tage finden. Bekannt ist Tonga für das Schnorcheln mit Buckelwalen. Die Saison startet aber erst im Juli. Ich war also drei Wochen zu früh, was tatsächlich etwas schade war. Ich muss wohl nochmal wiederkommen. Dementsprechend gab es aber auch kaum Touristen und somit keine Touren. Ich wurde von A nach B verwiesen und am Ende erhielt ich die Nummer eines Deutschen. Er hatte eine Tauchschule. Wir verabredeten uns zum Abendessen, um zu besprechen, was die nächsten Tage möglich wäre.
Zeitgleich waren Segler einer Um-die-Welt-Regatte in Vava’u und machten einen achttägigen Stopp. Sie fuhren alleine auf kleinen Segelbooten.
Axel, der deutsche Auswanderer, schlug für den nächsten Tag eine Schnorcheltour vor, da er sein Boot nach einer Reperatur noch testen musste.
Mittwoch 10.6.25
Vormittags konnte ich nicht viel machen, da mir Axel davon abgeraten hatte zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Gegend zu erkunden. Ähnlich wie auf Fidschi hatten sich größere, gefährliche Hunderudel gebildet, die auch Menschen attackierten. Das war wirklich schade, denn ich wäre gerne auch ein wenig Joggen gegangen. Die Insel gefiel mir.
Nachmittags sammelte mich Axel dann ein und von seinem Anleger aus starten wir mit seinem Boot.
Zusammen mit einer Angestellten von ihm und fünf der Segler ging es hinaus zu den vielen vorgelagerten Inseln.
Der erste Schnorchelstopp hatte ein schönes farbenfrohes Riff.
Als nächstes ging es in zwei Höhlen. Eien davon hieß Swallows Cave. Man konnte in einen zweiten Bereich tauchen.
Die Angestellte war ausgebildet im Free Diving und es war beeindruckend wie tief sie ganz ohne Geräte tauchen konnte.
Im Anschluss an unseren Tour legten wir am Hideaway Café an. Es handelte sich um eine schwimmende Bar in der Bucht. Dort verbrachten wir den ganzen Abend und ich erfuhr alles über die verrückte Regatta.
Donnerstag 11.6.25
Axel hatte mich nochmal angeschrieben, dass er eine Touristin für eine Schnorcheltour hätte und ob ich nochmal mitkommen wolle. Diesmal war es also eine offizielle Tour.
Zusammen mit seiner Angestellten und zwei weiteren Tauchlehrern ging es zu einem anderen Riff. Es war zwar weniger farbenfroh, aber dafür gab es nochmal neue Fischarten. Wir sahen Tintenfische, eine Moräne, eine große Qualle und viele Tiere, deren Namen ich nicht kenne.
Außerdem gab es auf einer Insel Flughunde.
Wir waren mittags aufgebrochen und kamen erst gegen 17.30 Uhr zurück. Eigentlich wollten wir nochmal zu der Höhle vom Vortag, aber uns wurde es langsam zu kalt und daher ließen wir sie doch weg.
Am Abend traf ich mich mit dem deutschen Segler und wir tauschten unsere Videos vom Vortag aus. Ich durfte sein Boot auch von innen besichtigen. Es war unfassbar klein. Da es am Steg keine Dusche gab und ich ein großes Zimmer hat, bot ich ihm an, noch einmal warm zu duschen, bevor es für ihn am nächsten Tag weiterging. Das Angebot nahm er gerne an.
Freitag 12.6.25
Ich musste meine Unterkunft bezahlen und wollte in der Stadt Bargeld holen. Aber die Automaten sagten immer, dass der Betrag nicht möglich sei. Ich gab die Schuld den Automaten und ging direkt zum Schalter. Da wurde mir dann gesagt, dass es an meiner Karte läge. Kurzerhand prüfte ich den Stand in meiner App und musste mit Erschrecken feststellen, dass ich nur noch 10 Euro Guthaben hatte. Damit hatte ich natürlich gar nicht gerechnet, aber ich hatte in den Wochen zuvor die ganzen Flüge bezahlt und das hatte meinen Rahmen erschöpft.
Zum Glück hatte ich eine zweite Kreditkarte mit, die nur leider 5% Gebühr bei jeder Zahlung aufschlägt. Zurück an der Unterkunft überwies ich erstmal schnell Guthaben auf meine Karte. Dann musste ich in den sauren Apfel beißen und mein Zimmer mit der schlechteren Karte bezahlen. Immerhin funktionierte sie. Ich hatte sie bisher noch gar nicht benutzt.
Eigentlich hatte ich um einen Flughafentransfer gebeten, aber von den wenigen Gästen vor Ort gab es noch jemanden, der zum Flughafen wollte und schon etwas organisiert hatte. Also fragte ich, ob ich mitfahren könne. Am Ende musste ich noch nicht einmal etwas bezahlen.
Der Flughafen war winzig und zum ersten Mal wurden die Tickets per Hand ausgefüllt. Mit 1,5 Stunden vor Abflug war man immer noch viel zu früh. Um 13.30 Uhr ging es dann mit einem kleinen Flieger zur Hauptinsel Tongatapu. Die Bestuhlung war mit 2-1 sehr ungewöhnlich.
Auch hier hatte ich wieder auf Taxis vor der Tür gehofft. Aber die gab es leider nicht und alle wurden abgeholt, sodass sich der Parkplatz schnell leerte. Ich ging auf ein Auto zu, in das gerade ein Mann einstieg und auf dem Flughafen-Shuttle stand. Er bemerkte direkt, dass ich etwas orientierungslos war und fragte, ob ich mitfahren wolle. Das war natürlich super. Es war ein Australier, der in Tonga seit zwei Jahren arbeitete. Er konnte mir ganz viele Tipps geben und empfahl mir direkt einen Touranbieter. Sie brachten mich bis direkt vor die Tür und ich musste wieder nichts bezahlen.
Diesmal hatte ich über Airbnb gebucht, da die Unterkünfte bei Booking alle teuer waren. Es handelte sich um ein Tiny Haus, in dem noch ein zweites Zimmer mit zwei Mädels war. Wir teilten uns also den Wohnbereich, Küche und Bad. Aber es war wirklich gut und so verlängerte ich direkt, da ich vorsichtshalber nur zwei Nächte zunächst gebucht hatte.
Am späten Nachmittag machte ich einen Spaziergang durch die Stadt, die wesentlich größer war, als der Ort auf Vava’u. Ich ging am Königspalast vorbei und zum Meer. Einen Strand gab es hier nicht. China hatte natürlich auch wieder überall seine Finger im Spiel.
Der Touranbieter hatte für den folgenden Tag eine Inseltour mit Schnorcheln angeboten. Da ich keine andere Alternative hatte, buchte ich sie.
Samstag 14.6.25
Um 9.45 Uhr lief ich drei Kilometer bis zum Hafen. Treffen war für 10.30 Uhr festgesetzt. Mit sieben Leuten ging es dann auf ein Boot und wir fuhren hinaus. Zunächst stand nach wenigen Minuten ein Schnorchelstopp an. Ich fragte vorsichtshalber nach Quallen und mir wurde mitgeteilt, dass es am Vortag keine gab. Leider sah es am Riff dann ganz anders aus. Sie waren überall. Zum Glück hatte ich mein Langarmschirt an, aber trotzdem spürte ich wieder die Berührungen. Das Riff war auch nicht besonders spannend. Daher machte ich mich relativ zügig wieder auf den Weg zum Boot. Die anderen folgten aber auch, da es mit den Quallen keiner wirklich lustig fand. Dann fuhren wir noch über eine halbe Stunde bis nach Tau Island.
Bei Google Maps konnte ich die Insel vorher nicht finden. Mir viel aber auf, dass ich sie bereits beim Anflug aus der Luft fotografiert hatte.
Es war paradiesisch, genau so wie ich mir Fidschi immer vorgestellt hatte: Weißer Sand, Palmen und türkises Meer.
Mittags gab es belegte Baguettes. Außer uns war zu Beginn nur noch eine andere Familie vor Ort.
Anschließend konnte man Stand-Up-Paddle machen. Das Bord war allerdings nicht ganz voll aufgepumpt, weshalb es zu wackelig zum Stehen war.
Um 15 Uhr fuhren wir wieder zurück. Mit einem Italiener aus der Gruppe lief ich dann die drei Kilometer wieder gemeinsam zum Zentrum.
Anschließend konnte ich mich tatsächlich nochmal aufraffen und joggen gehen. Die Hunde erschienen mir hier nicht so wild und es gab einen schönen Weg an der Küste entlang. Genau genommen lief ich nochmal die drei Kilometer zum Hafen und zurück.
Sonntag 15.6.25
Ich bin zum Glück vorgewarnt worden, dass der Sonntag auf Tonga wie ein Karfreitag ist. Die Leute gehen in die Kirche und das war’s. Alles ist geschlossen, wirklich alles und Sport ist ebenfalls verboten.
Glücklicherweise bekam ich aber auch den Tipp, dass man mit einem Boot um 10.30 Uhr nach Pangaimotu Island fahren konnte. Es fuhr genau an der gleichen Stelle ab, wo am Vortag meine Tour begann. Also lief ich morgens wieder drei Kilometer zum Hafen. Die Überfahrt dauerte nur 10 Minuten. Essen und Trinken musste man selbst mitbringen, da auch diese Insel unbewohnt war und kein Restaurant hatte.
Es gab ein Wrack direkt am Strand. Wirklich viele Fische konnte man allerdings nicht entdecken.
Um 16 Uhr wurde eine Glocke geläutet und es ging zurück.
Montag 16.6.25
Ich hatte mir ein Auto gemietet und wollte heute die Insel auf eigene Faust erkunden. Um 8 Uhr wurde es vorbeigebracht. Ich hatte keine Versicherung, es gab keine besondere Überprüfung, ich musste keinen Ausweis oder Führerschein vorzeigen. Da konnte ich nur hoffen, das nichts passieren würde.
Gegen Mittag fuhr ich zur Anahulu Cave. Allerdings nahm ich nicht den direkten Weg, sondern folgte der Küstenstraße. Was ich allerdings nicht wusste: Sie führte von einer zunächst wunderbar ausgebauten Straße ziemlich plötzlich auf eine Sandpiste mit unzähligen Schlaglöchern. Die letzten 9 km waren also sehr mühsam. Es gab nur eine Spur durch dichte Vegetation. Zwischenzeitlich war ich mir sogar nicht mehr sicher, ob es sich um eine offizielle Straße handelte. Nur zweimal kam mir jemand entgegen.
An der Höhle angekommen, saß eine Frau in einem Häuschen und ich musste Eintritt bezahlen. Ich hatte mich vorher eigentlich gar nicht wirklich informiert und glaubte, die Höhle würde wie auf Vava’u ins Meer führen. Es handelte sich aber um eine Tropfsteinhöhle mit einem Pool. Ich hatte zwar Badesachen mit und die Höhle war auch schön. Aber es war mir nicht warm genug und ich wollte nicht direkt zu Beginn schon nasse Klamotten haben.
Als nächstes fuhr ich zu den Blowholes. Auch hier wurde die Straße irgendwann schlechter, aber sie war immerhin noch breit und als solche erkennbar. Warum auch immer hatte ich auf der Karte die „falsche Stelle“ angeklickt. Es war zwar schön, wo ich ankam und es gab auch Blowholes, aber es handelte sich nicht um den offiziellen Ort.
Den besuchte ich aber im Anschluss. Er lohnte sich nochmal mehr da, die Fontänen hier viel höher waren. Mit einem deutschen Paar, die mit mir auch auf einer der Inseln die Tage vorher waren, tauschte ich mich noch übers Reisen aus. Sie hatten auch ein Sabbatjahr. Überhaupt traf man auf der kleinen Insel die wenigen Touristen immer wieder.
Als nächstes ging es zum Ha’atafu Beach, der als einer der schönsten Strände der Insel gehandelt wird. Mir fiel als erstes der Müllberg auf. Eigentlich wollte ich den Sonnenuntergang sehen, aber es war zu bewölkt. Daher blieb ich nicht lange.
Auf dem Rückweg kam ich an den Flughunden vorbei, die alle in einem Baum nahe der Straße hingen. Nur selten flog ein Tier mal los. Leider fing es dann plötzlich an zu regnen. Daher machte ich mich auf den Weg zurück zur Unterkunft.
Eigentlich wollte ich noch eine Runde joggen gehen, aber der Regen hörte bis abends nicht mehr auf.
Dienstag 17.5.25
Mein Flug nach Sydney startete erst am Nachmittag. Also hatte ich noch viel Zeit. Morgens um 8 Uhr wurde das Auto wieder abgeholt. Ich hatte mit der Vermieterin vereinbart, dass ich auch nach dem Check-out noch duschen kann. Daher nutzte ich den Vormittag für einen 10 km Lauf.
Den Rest des Tages verbrachte ich im Tiny-Haus und arbeitete.
Der Autovermieter brachte mich später zum Flughafen. Da ich durch den ungeplanten Höhleneintritt nicht mehr genügend Bargeld hatte, war es gut, dass ich mit einer Mischung verschiedener Währungen zahlen konnte.
Nach einem 5,5 Stunden Flug erreichte ich Australien.
Fazit: Direkt beim Anflug war ich schon begeistert. Tonga war so, wie ich mir Fidschi vorgestellt hatte. Zudem genoss ich, dass es nicht touristisch überlaufen war, man aber trotzdem hier und da mit Leuten ins Gespräch kam. Natürlich ärgerte es mich auch ein wenig, dass ich zur früh für die Walsaison war. Dennoch hat es mir sehr gut gefallen und auch die Kombination aus den beiden Inseln war eine gute Wahl. Mehr als eine Woche hätte ich aber nicht unbedingt bleiben wollen, da die Möglichkeiten an Aktivitäten doch begrenzt waren.
Infrastruktur: Es gibt nur wenige Straßen, alles ist sehr überschaubar. Allerdings sind Schlaglöcher bei nicht asphaltierten Straßen ein großes Problem.
Hunde: Es gibt sie überall und sie sind nicht ungefährlich. Sie rotten sich zu Rudeln zusammen und kämpfen. Immer wieder, auch nachts, hört man lautes Hundegebell und Gejaule. Die Hündinnen sehen alle aus, als wenn sie schon 100 Welpen gehabt hätten. Es war kein schöner Anblick. Dadurch dass auch Menschen angefallen werden, ist man doch leider sehr eingeschränkt, was das Herumlaufen oder die Nutzung eines Fahrrads betrifft. Sehr schade.
Geld: Wie bei allen Südseeländern kommt man um Bargeld nicht herum.