El Salvador, Honduras, Nicaragua

Für die Sommerferien 2026 stand mein Reiseziel schon länger fest: Es sollte nach Mittelamerika gehen. Ich hatte während der Weltreise so viele getroffen, die davon geschwärmt hatten. 

Mir fehlten noch die Länder El Salvador, Honduras und Nicaragua. Da Latein- und Südamerika sich perfekt zum Backpacking eignen, buchte ich nur einen Hinflug und die ersten zwei Nächte. Ansonsten wollte ich komplett flexibel bleiben und mich ein bisschen treiben lassen.

Das mit dem Flug war allerdings gar nicht so einfach, da El Salvador nicht gut erreichbar ist oder man entsprechend zahlen muss. Direktflüge gab es definitiv nicht. Ich fand eine preislich attraktive Verbindung von Frankfurt nach Amsterdam, dann weiter nach Mexiko City und von dort nach San Salvador. Natürlich prüfte ich direkt, ob ich nicht einfach von Amsterdam aus fliegen könnte. Leider wurde die Verbindung gleich mal 300 € teurer. Also nahm ich den Zick-Zack-Kurs und die etwas ungünstigen Flugzeiten in Kauf. Ankunft in Mexiko war nämlich für 2 Uhr nachts geplant und der Weiterflug um 12 Uhr mittags. 

Im Weiteren nenne ich oft die Preise in US-Dollar. Zur Einordnung: In Euro ist es immer etwas weniger. 1$=0,85 €.

Samstag 18.7.26

Ausnahmsweise musste ich mal nicht direkt nach der Schule los. Mit meinem Rucksack machte ich mich entspannt auf den Weg zum Zug.

Der Flug von Frankfurt startete um 18.40 Uhr am Samstag. Ich wollte die Zeit nutzen und einen Freund aus Wiesbaden vorher treffen. Da er sowieso auf dem CSD in Frankfurt unterwegs war, passte das ganz gut. Ich legte zunächst einen Stopp am Flughafen ein und lagerte dort mein Gepäck. Dann ging es mit der S-Bahn in die Stadtmitte. Dort schauten wir zunächst der Parade zu, bevor ich noch eine kleine Stadtführung bekam.

Anschließend holte ich mein Gepäck wieder ab und begab mich zum Gate, welches sich am neu eröffneten Terminal 3 befand. Man musste mit einem Skytrain dorthin fahren. Aber es war ganz schön gemacht und nicht so voll. Ansonsten gab es keine Probleme und wir hoben minimal verspätet ab.

Gegen 20 Uhr landeten wir mit unserem Cityhopper in Amsterdam. Dort hatte ich zwei Stunden Aufenthalt. Das Boarding startete bereits eine Stunde vor Abflug, sodass alle sehr pünktlich im Flieger waren. Allerdings hatte man dann das Gefühl, dass wir bis nach Mexiko fahren würden. Es dauerte ewig, bis wir an der Startbahn ankamen.

Sonntag 19.7.26

Auch der zweite Flug verlief reibungslos und wir kamen kurz vor 2 Uhr nachts in Mexiko City an. Dann wurden alle durch die Passkontrolle geschickt und jeder musste sein aufgegebenes Gepäck abholen und einen Scan mit Hundekontrolle passieren. Direkt dahinter konnte man bei Anschlussflügen den Koffer wieder abgeben.

Ich hatte lange überlegt, was ich in den 10 Stunden machen sollte. Zunächst wollte ich ein günstiges Hotel in der Nähe suchen und mich schlafen legen. Dann kam aber der Gedanke, dass ich mir doch noch morgens die Stadt anschauen könnte.

Da ich sowieso schon durch die Passkontrolle war, passte das alles sehr gut. Allerdings war es noch zu früh für Sightseeing. Also suchte ich mir einen Schlafplatz, der schnell gefunden war, weil viele andere sich dort auch schon hingelegt hatten. Ich hatte im Flieger bereits rund sechs Stunden geschlafen, auch wenn es etwas unruhig war. Jetzt konnte ich nochmal drei Stunden dran hängen. Auch hier wachte ich natürlich mehrfach auf. Aber gegen 6 Uhr fühlte ich mich fit genug, um so langsam aufzustehen und mir bei Starbucks einen Kakao zu holen. 

Gegen 7 Uhr buchte ich dann ein Uber in die Altstadt von Mexiko City. Wir fuhren ca. 25 Minuten. Ich verbrachte zwei Stunden mit einem Spaziergang. Die Sehenswürdigkeiten hatte ich mir zuvor auf einer Karte markiert. Es war sehr praktisch, dass es Sonntagmorgen war. So war wenig los. Aber es gab auch viele Obdachlose überall verteilt. Zudem war die Stadt etwas heruntergekommen und stank an vielen Ecken nach Urin.

 

Am Ende wollte ich noch zum Zolcan Platz, wusste allerdings nicht, dass dort alles für das Public Viewing vom WM-Finale aufgebaut war. Das hatte ich irgendwie gar nicht mehr auf dem Schirm. Es war mittlerweile 9.30 Uhr und es hatte sich eine kilometerlange Schlange gebildet. Das Finale fand um 13 Uhr Ortszeit statt. 

Mein Stadtrundgang war beendet und ich kehrte um 10 Uhr zum Flughafen zurück. Ich hatte jetzt noch zwei Stunden Zeit bis zum nächsten Flug. 

Der Flug nach San Salvador dauerte rund 2 Stunden. Es war kaum zu glauben, dass alles so problemlos verlief. Wir kamen um 14.15 Uhr an und mein Gepäck hatte es auch geschafft.

Draußen war es sehr warm. Mexiko City war im Vergleich recht kühl gewesen. Ich rief mir ein Uber. Mein Ziel war La Libertad an der Küste. Das war mit 40 min Fahrt ungefähr genauso weit wie eine Fahrt in das Zentrum von San Salvador. Ich hatte mir aber überlegt, dass es eine gute Idee sei, den Urlaub mit etwas Entspannung zu beginnen. Mein erster Eindruck von El Salvador war sehr gut. Es wirkte recht sauber, sehr grün und gut strukturiert.

Der Uberfahrer war sehr nett, sprach aber kein Englisch. Daher konnte ich mein Spanisch trainieren. 

La Libertad war für seine Surfspots bekannt. Meine Unterkunft war allerdings in einer sehr ruhigen, abgelegeneren Gegend. Der Uberfahrer hatte mir schon gesagt, dass der Bereich um den Strand El Tunco wesehentlich touristischer sei.

Aber erst einmal war ich froh über ein wenig Ruhe. Ich hatte ein kleines Privatzimmer mit Klimaanlage und Gemeinschaftsbad in einem Hostel mit Pool. Das schien auch die einzige Unterkunft in der Ecke zu sein. Sie war aber wirklich gut für den Preis. Übrigens nutzt El Salvador US-Dollar und Bitcoin als Zahlungsmittel. Ich hatte schon von Deutschland aus Dollar mitgebracht. 

Kurz nach dem Einchecken ging ich zu einer kleinen Bar, um noch die letzten zehn Minuten vom WM-Finale zu schauen.

Es folgte ein kleiner Spaziergang zum Strand, der schwarzen Sand und viele Steine hatte, aber das wusste ich schon vorher durch meine Internetrecherche. 

Um 16.30 Uhr wollte ich für zwei Stunden ein Nickerchen machen, entschied um 18.30 Uhr aber, dass ich lieber liegen bleiben würde. Natürlich hatte ich Sorge, dass ich dann mitten in der Nacht hellwach sein würde. Aber dem war zum Glück nicht so. Ich schlief fast 14 Stunden mit einigen kurzen Wachphasen.

Montag 20.7.26

Um 7 Uhr stand ich auf und machte mich fertig für eine Laufrunde. Da ich vier Wochen nach den Sommerferien den Marathon in Berlin laufen wollte, musste ich die Trainings in meine Reise einbauen. Aufgrund des Wetters blieb fast nur morgens zum Trainieren. Es war zwar schon ziemlich warm, aber ich kam erstaunlich gut damit klar. 

Ich joggte zum Strand von El Tunco und schaute mir die Gegend genauer an. Tatsächlich schien es hier mehr Hotels, Bars und Restaurants zu geben.

Daher buchte ich später für die nächsten zwei Tage dort eine Unterkunft.

Nach meiner Rückkehr gab es Frühstück und dann ging es in den Pool. Das Wasser war herrlich warm.

Am Nachmittag lief ich noch einmal zum Strand. Hier war einfach überhaupt nichts los. Keine Surfer und auch die ganzen Restaurants, wenn man sie denn so bezeichnen wollte, waren leer.

Ich kam mit Mario ins Gespräch, der ursprünglich aus El Salvador kam, aber schon vor 20 Jahren in die USA ausgewandert war. Er erzählte mir, wie gefährlich es früher war und dass man einfach grundlos auf offener Straße erschossen wurde, wenn man jemanden falsch anschaute. Daher hatte er das Land verlassen.

El Salvador hat sich von einem der gefährlichsten Länder zu einem gut bereisbaren Ort entwickelt. Es gab zwei rivalisierende Banden, die das Sagen im Land hatten. Ein neuer Präsident baute 2022 zunächst ein großes Gefängnis und verhaftete dann alle Bandenmitglieder. Diese waren übrigens sehr leicht zu erkennen, da sie auffällige Tättowierungen trugen. Allerdings führte es auch dazu, dass falsche Leute inhaftiert wurden. Es wurde viel kritisiert, dass nicht allen ein ordentlicher Prozess gemacht wurde.

Dienstag 21.7.26

Nach dem Frühstück ging ich wieder direkt in den Pool. Um 11 Uhr musste ich allerdings auschecken. Ich hatte 6 km weiter im etwas belebteren Küstenort El Tunco eine neue Bleibe für zwei weitere Nächte gebucht. Ich saß noch in der Lobby und traf Mario wieder. Er bot mir an, mich nach El Tunco zu begleiten. Das war nicht ganz unpraktisch, da er mir so auch zeigen konnte, wie man professionell mit dem Chicken Bus fuhr. Es gab nämlich keine Haltestellen und man musste die Busse heranwinken und Bescheid sagen, wenn man aussteigen wollte. Unser Bus hatte ein Drehkreuz, damit man beim Fahrer einsteigen und bezahlen musste. Das erwies sich aber als sehr eng und schwierig zu passieren mit meinem Gepäck. 

Nach rund 20 Minuten kamen wir an meiner Unterkunft an. Ich konnte direkt meine Sachen in mein Zimmer packen. Diesmal war es kein Hostel, sondern ein Einzelzimmer mit Klimaanlage und Bad. Dann wollten wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen. El Tunco ist durch einen kleinen Fluss zwei geteilt. Meine Unterkunft befand sich auf der ruhigeren Seite ohne Restaurants, großen Hotels und Clubs. In das Ortszentrum kam man entweder über die Hauptstraße, was recht weit war oder über eine Abkürzung. Der kleine Fluss führte zum Meer und man konnte über behelfsmäßige Stege und Steine im Wasser bis zum Strand gehen und dort dann die Seite wechseln. 

Nach einem kleinen Rundgang bei gefühlten 37 Grad, wollten wir ein wenig im Meer schwimmen. Ich musste also nochmal zurück zur Unterkunft und mich umziehen. Das Wasser war wie eine Badewanne. Von Abkühlung konnte nicht die Rede sein. Die Wellen waren gewaltig hoch. Hier sah man dann auch die ein oder anderen Surfer. Es gab aber auch Steine im Wasser, was es ein wenig gefährlich machte. Immerhin passte jemand auf und pfiff die Leute zurück, wenn sie zu weit hineingingen. Die Strömung war wirklich extrem. Voll war es allerdings nicht. An vielen Stränden des Landes befinden sich Steine und nur wenige Abschnitte mit dunklem Sand. Angeblich werden die Steine in den „Sommermonaten“ November, Dezember, Januar ins Meer gespült und dann sei überall Sand. Das konnte ich aber nicht so ganz glauben.

Nach dem Baden ging es nochmal kurz zur Unterkunft und dann wollte ich unbedingt auf eine Poolparty, von der ich einen Aushang gesehen hatte. Also machten wir uns gegen 16 Uhr auf den Weg dorthin. Der Pool war viel angenehmer als das Meer und lag auch im Schatten. Hier konnte man viel besser entspannen. Die Party befand sich in einem Hostel. Leider war es schon ausgebucht, als ich nach einer Unterkunft geschaut hatte. Es waren wie zu erwarten viele junge Backpacker hier und ich kam mit einigen ins Gespräch. Das Fazit aber war, dass alle nach Mexiko oder Guatemala geflogen waren und Richtung Süden reisten. Keiner teilte meine Route nach Norden. Mario nahm um 17.30 Uhr den letzten Bus zurück. Auf der Party ging es mit einem Arschbomben-Wettbewerb weiter.

Irgendwann hieß es, dass wir in 45 min weiterziehen würden. Ich war mit einer Kanadierin kurz auf einem der Zimmer, um mich umzuziehen und dann startete ein Platzregen vom Allerfeinsten. Dementsprechend blieben wir dann noch ca. eine Stunde unter dem Dach an der Bar vom Hostel. Ich kam mit Michel aus den Niederlanden ins Gespräch. Er gab mir noch ein paar Reisetipps mit auf den Weg. 

Als wir dann endlich in eine Bar mit Live Musik weiterzogen, fand ich mich mit einer Gruppe Niederländern und einem Franzosen am Tisch wieder. Das Trinkspiel vom Franzosen war so lala. Aber die Niederländer sind sehr kreativ. Ich war ein bisschen neidisch😄.

Als die Live Musik in der Bar endete machte sich ein Rest der Gruppe mit einem Biervorrat wieder auf den Weg zum Hostel. Da es für mich in die falsche Richtung lag, ging ich zu meiner Unterkunft. Es war bereits nach Mitternacht. Aufgrund des Regens traute ich mich nicht, die Abkürzung zu probieren, da sie bestimmt unter Wasser stand. Also lief ich im Dunkeln an der Hauptstraße lang. Aber ich fühlte mich bisher zu 100% sicher in El Salvador.

Mittwoch 22.7.26

Es stand wieder ein Lauftraining auf dem Programm. Ich war zwar nicht so ganz motiviert, aber es half ja nichts. Also startete ich gegen 8.30 Uhr, was für die Temperaturen schon viel zu spät war, und absolvierte meine Intervalle.

Anschließend gab es ein spätes, aber gesundes Frühstück und mittags eine wohlverdiente Massage.

Trotz des Regens war die Abkürzung plötzlich kompett getrocknet.

Der Rest des Tages verlief auch sehr entspannt. Ich plante ein bisschen den nächsten Tag und buchte eine Wasserfalltour für den folgenden Morgen.

Nach dem Abendessen in einem Restaurant setzte ich mich ans Meer und telefonierte ca. drei Stunden mit Jakob. Wer noch nicht weiß, wer das ist: Ich hatte ihn auf meiner Weltreise kennengelernt. Er war dabei, mit dem Fahrrad zur Fußball-WM zu radeln. Zwei Jahre war er nun schon unterwegs und die WM in den USA bekanntermaßen gerade vorbei. Er warf neue Reisepläne in den Raum und brachte mich auf eine schöne Idee, aber dazu später mehr😉.

Donnerstag 23.7.26

Um 8 Uhr begab ich mich zum Treffpunkt für die Tour zu den Wasserfällen von Tamanique. Bei der Buchung war ich noch die einzige Teilnehmerin, aber nun waren noch zwei US-Mädels dabei. Ich hatte 50 $ bezahlt, was ich sehr teuer fand, aber die Mädels hatten sogar 60 zahlen müssen. Mit dem Auto fuhren wir 25 min bis nach Tamanique. Dort wurden wir an einen Guide übergeben, der uns dann weitere 25 min den Weg bergab zu den Wasserfällen zeigte. Der Mann sprach hauptsächlich Spanisch und irgendwie war nicht so ganz klar, was uns erwarten würde. Es gab genau genommen drei größere Wasserfälle, die nicht ineinander übergingen, sondern unabhängig voneinander waren. Am ersten Spot konnte man an zwei Stellen springen, wobei der zweite Sprung grob an die 4 m hoch war. Beim zweiten und dritten Wasserfall konnte man nur schwimmen. Da mir nach Nummer 2 nicht klar war, dass wir noch zu einem weiteren gehen würden, hatte ich mich schon umgezogen. Aber ganz so schlimm war es auch nicht, da es nach einiger Zeit recht kalt im Wasser wurde. 

 

Der Weg zurück war sehr anstrengend und ging nur bergauf. Nach ca. 35 min waren wir wieder oben angekommen und wurden von einem Fahrer wieder nach El Tunco gebracht. 

Um kurz vor 12 Uhr war ich wieder an meinem Zimmer, was zeitlich sehr gut passte, da ich um 13 Uhr auschecken musste. Ich sprang also schnell unter die Dusche, die übrigens in vielen Unterkünften nur kaltes Wasser hat. Da muss man bei Booking schon genau lesen, wenn man warm duschen möchte. Bei der Hitze draußen kam aber sogar ich als Frostbeule mit dem kühleren Wasser zurecht. Die Leitungen waren natürlich auch aufgewärmt, sodass es sich nicht um eiskaltes Wasser handelte. 

Ich entspannte noch ein bisschen in der Hängematte vor dem Zimmer, bevor ich gegen 15 Uhr zur Hauptstraße lief. Mein nächster Stopp war die Hauptstadt San Salvador. Der öffentliche Bus 102A fuhr direkt dorthin. Mittlerweile wusste ich ja auch, wie man Bus fährt. Zum Glück war er noch recht leer und ich bekam einen Sitzplatz. Wegen meines Gepäcks musste ich doppelt, also 3 $, bezahlen. Die Fahrt dauerte knapp eine Stunde und ich verfolgte sie kurz vor der Ankunft bei Google Maps, um rechtzeitig in der Nähe meiner Unterkunft aussteigen zu können. Denn die genaue Busroute war mir nicht bekannt. Ich wusste nur, dass die Endhaltestelle recht weit weg von meiner Unterkunft lag.

Im Endeffekt musste ich noch 1,5 km laufen, bis ich mein Hotel erreichte. Es gab nicht viel Auswahl an Unterkünften mit Klimaanlage und zudem wenig Hostels in San Salvador. Daher hatte ich ein günstiges Hotel für zwei Nächte gebucht. Nach der Ankunft wollte ich mich kurz hinlegen, aber irgendwie schlief ich dann doch bis 19.30 Uhr. Eigentlich wachte ich nur auf, weil plötzlich jemand ins Zimmer kam. Die Frau wollte die Toilette benutzen. Scheinbar hatte man ihr nicht gesagt, dass das Zimmer mittlerweile vermietet war. Immerhin hat sie sich genauso erschrocken wie ich.

Ich bemühte mich dann erstmal wach zu bleiben, um die Nacht über schlafen zu können. Es war wie so ein Jetlag-Rückfall. Um 0.15 Uhr kam dann zum zweiten Mal jemand unangekündigt ins Zimmer. Ich war zum Glück noch wach. Anschließend schloss ich aber auch die Tür von innen ab. Und nein, das tue ich sonst nicht immer😅.

Freitag 24.7.26

Die Nacht war recht angenehm, wobei mich tatsächlich störte, dass es nur hauchdünne Bettdecken in El Salvador gab. Lieber stelle ich die Klimaanlage etwas kühler, aber kuschle mich dafür in eine richtige Decke und nicht in ein Bettlaken. Im Hotel gab es Frühstück inklusive, wenn man es denn als solches bezeichnen wollte. Es handelte sich um Toast (ohne Toaster), Butter und Erdbeermarmelade sowie Kaffee. Naja, man nimmt, was man kriegt.

Heute stand nicht viel auf meinem Plan, daher ging ich den Tag ganz entspannt an und brach erst nach 10 Uhr zum Nationalpark El Boqueron auf. Mit einem Uber fuhr ich 35 min für ca. 8 Euro direkt bis zum Eingang. Ich war zu bequem, um den Bus zu nehmen.

Der Eintritt kostete nur 2$. Einige Stufen führten dann hinauf zum Vulkankrater, der mittlerweile komplett bewachsen war. Oben angekommen gab es eine Glasbodenplattform. Man kann dann noch ein bisschen am Kraterrand einen ca. 300 m langen Weg zu weiteren Aussichtspunkten gehen. Das war es dann aber auch schon. 

Da die Straße von hier nur bergab verlief, machte ich mich zu Fuß auf den Weg zurück und wollte ggf. den vorbeifahrenden Bus anhalten. Aber irgendwie kam keiner, sodass ich bestimmt 3 km zur nächstgrößeren Straße zurücklegte. Da diese befahrener war und man schlechter am Straßenrand entlang gehen konnte, wollte ich nun doch warten. Ich gesellte mich zu Einheimischen, die das gleiche taten. In die Gegenrichtung waren zwischenzeitlich drei Busse vorbeigekommen, aber ich musste weitere 15 min ausharren, bis endlich einer kam.

Ganz zurück wollte ich noch nicht. Ich hielt noch am Picnic Steak House an, weil es dort eine Reifenrutsche gab. Vor Ort stellte ich dann aber fest, dass sie zwar schön steil, aber auch kurz war und sich dafür keine 5$ lohnten. Also aß ich in diesem etwas ungewöhnlichen Restaurant, dass einer Art Freizeitpark ähnelte, nur zu Mittag.

Anschließend bestellte ich mir ein Uber und fuhr zum Zentrum von San Salvador. Hier gab es außer einer Kathedrale und einer Kirche nicht wirklich etwas zu sehen. Es war voll und viele Straßenverkäufer boten einem Schnickschnack wie Schlüsselbänder, Handyhüllen oder Powerbanks an. Allerdings waren auch nicht viele Touristen vor Ort. Daher war mir nicht ganz klar, wer die Kundschaft darstellte.

 

Nach einem kleinen Rundgang fuhr ich zu meiner Unterkunft zurück. 

Eigentlich wollte ich noch joggen gehen, aber der Muskelkater von der Wasserfalltour ließ es nicht zu.

Samstag 25.7.26

Ich hatte mir im Supermarkt Frühstück gekauft, da ich keine Lust mehr auf Marmeladentoast hatte. Nach dem Check-out um 10 Uhr fuhr ich mit einem Uber zum Busbahnhof Terminal de buses Occidente. Es wirkte auf den ersten Blick recht unübersichtlich, am Ende war es aber doch ganz einfach, den richtigen Bus zu finden. An den Plattformen standen die Reiseziele. Das Ticket wurde direkt beim Busfahrer bezahlt. Ich zahlte ca. 2$ und dann ging es mit einem klimatisierten Reisebus Richtung Santa Ana. Ich hatte zum Glück einen Sitzplatz. Wie beim Chicken Bus stiegen auch hier Leute von der Straße ein. Ständig kamen Straßenhändler und quetschten sich durch die stehenden Fahrgäste. Es herrschte viel Verkehr und so dauerte die Fahrt 1,5 Stunden.

In Santa Ana stockte es dann. Meines Wissens nach lag die Endhaltestelle am Stadtrand und ungünstig zu meiner Unterkunft. Als viele Leute ausstiegen, machte ich es ihnen nach. Es war aber noch zu weit, um mit dem Rucksack zu laufen, also rief ich nochmal ein Uber. 

Auch damit brauchten wir für die kurze Strecke sehr lange. Denn was ich nicht wusste: Viele Straßen waren aufgrund eines Festivals gesperrt und dadurch konzentrierte sich der Verkehr auf die Ausweichrouten. Gegen 12.30 Uhr erreichte ich dann endlich mein Hostel. Tatsächlich hatte ich bisher immer Zimmer für mich alleine gehabt, weil es schwierig war, Hostels mit Klimaanlage zu finden. Dieses Hostel machte aber direkt einen sehr guten Eindruck und hatte auch ausschließlich positive Bewertungen. Im Zimmer mit 7 Betten war ich dann zunächst aber dennoch die Einzige. 

Ich legte mein Gepäck ab und rief mir direkt wieder ein Uber, um die Maya Ruinen von Tazumal zu besichtigen. Wieder dauerte es länger als normal wegen der ganzen Staus. 

Tazumal war eine sehr kleine archäologische Stätte, die schnell besichtigt war.

Im Anschluss ging ich in ein lokales Restaurant in der Nähe und probierte das Nationalgericht Pupusas. Es war etwas fade, aber man konnte es essen.

Auf dem Rückweg nahm ich dann den Chicken Bus. Auch hier ging es am Rande von Santa Ana nicht mehr weiter. Da es nur noch 1,5 km zu Fuß waren und ich kein Gepäck hatte, stieg ich aus. In den gesperrten Straßen wurden derweil an mehreren Ecken Bühnen aufgebaut. Bei einer war bereits ohrenbetäubend laute Musik zu hören.

Im Zimmer traf ich dann auf den Iren Connor. Wir beschlossen noch zusammen in eine Bar zu gehen und tauschten uns über Reisepläne und Erfahrungen aus. Anschließend liefen wir in Richtung der Kathedrale, wo das Festival bereits in vollem Gange war. Es war so voll, dass wir gar nicht bis auf den großen Platz kamen. 

Wir machten uns noch auf den Weg zu den Bühnen, die ich vorher gesehen hatte. Hier dröhnte aus allen Seitenstraßen viel zu laute Musik. Der Bass war extrem heftig und alles vibrierte. Aber irgendwie schien nur uns das zu stören. Wir konnten gar nicht nah an die Bühnen heran gehen. Daher machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Sonntag 26.7.26

Ich hatte über Get your guide eine Tour zum Santa Ana Vulkan gebucht. Start war um 7 Uhr. Das Hostel bot um 6.30 Uhr Frühstück an. Vier andere Gäste des Hostels aus England kamen noch hinzu und es stellte sich heraus, dass sie die gleiche Tour gebucht hatten. Im Auto war dann noch ein Portugiese, der in Deutschland wohnte. Wir waren eine gute Gruppe.

Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir den Startpunkt. Unterwegs sammelten wir noch Marilyn ein, die unser Guide war. Der Fahrer Herbert versorgte uns mit jeder Menge Informationen über das Land.

Die Strecke hoch zum Krater beträgt 3 km. Von unten sieht es weit und steil aus, aber es war wirklich gut machbar.

Nach kurzer Strecke gab es einen Aussichtsturm, von dem man auf den See Coatepeque schauen konnte.

Außerdem hatte man während der Wanderung immer wieder einen guten Blick auf den bewachsenen Vulkan Cerro Verde und auf Izalco, der tatsächlich nach klassischem Vulkan aussah.

Während des Aufstiegs stoppten wir gefühlt alle 200 m und Marilyn erklärte uns irgendwas. Hauptsächlich war es aber eher, damit alle genug Pause bekamen. Ich fand es ein wenig zu häufig, da man immer wieder aus seinem Bewegungsrhythmus herauskam. 

Der Weg war immer wieder sehr voll, da größere Gruppen mit ca. 30 Leuten unterwegs waren.

Nach 1,5 h erreichten wir dann den Kraterrand, den wir sogar für 5 Minuten für uns alleine hatten. Dort hatte man einen herrlichen Ausblick auf den türkisen See in der Mitte. Übrigens gab es einen Verrückten, der täglich mit einer Kühlbox hochlief. Daher gab es oben Getränke und Eis.

Nach 15 Minuten machten wir uns auf den Rückweg. Angeblich soll man wegen des Schwefels in der Luft auch nicht so lange dort oben bleiben. 

Auf dem Weg hinunter waren wir dann zügig und ohne längere Stopps unterwegs. Ich unterhielt mich viel mit Marilyn und konnte noch einiges über die gefährliche Zeit, als die Banden das Sagen hatten, erfahren. Sie erklärte mir auch, dass man ohne geführte Tour von Santa Ana aus zum Vulkan käme. Der Bus fahre aber nur einmal am Tag und komme um 9.30 Uhr an. Dann müssen sich alle einem Guide anschließen und der einzige Bus zurück startet um 13 Uhr. Die letzte Tour nach oben beginnt immer um 11 Uhr. Ich war im Nachgang also ganz froh, dass ich die Gruppentour gebucht hatte.

Kurz vor der Weiterfahrt sollten wir uns schon mal Mittagessen aussuchen, für das wir zum See Coatepeque fuhren. Das wurde dann bereits bestellt und zubereitet, damit es bei Ankunft direkt fertig war. Hier wäre man mit einem öffentlichen Bus nicht direkt vom Vulkan aus hingekommen. Unsere Fahrt dauerte rund 45 Minuten. Es war sehr touristisch und gab viele Restaurants auf Stelzen im Wasser. Das Essen war sehr lecker und wurde wirklich direkt aufgetischt. Leider war die Musik mal wieder viel zu laut und vermischte sich zudem mit der vom Nachbarrestaurant.

Theoretisch gab es noch die Option im See zu schwimmen. Irgendwie hatte ich das in der Beschreibung überlesen und keine Schwimmsachen dabei. Die Engländer hatten es zunächst vorgehabt, fanden das Wasser und die Location dann aber doch nicht so toll. Daher waren wir uns einig, dass wir schon früher zurück fahren konnten. Der Portugiese wollte noch kurz seine Drohne steigen lassen, was er auch am Vulkan getan hatte. Anschließend brachen wir auf.

Ich hatte noch darum gebeten, an einem Aussichtspunkt anzuhalten, damit man einmal den Kratersee von oben sehen konnte. Obwohl der Stopp nicht eingeplant war, machte Herbert es möglich.

Nach einer halben Stunde waren wir zurück in Santa Ana. Ich fuhr noch weiter bis zur Unterkunft vom Portugiesen, weil er an der Kathedrale wohnte. Ich hatte sie noch nicht angeschaut und wollte von dort zurücklaufen. Mir war allerdings nicht bewusst, dass das Festival immer noch in vollem Gange war.

Am Nachmittag war noch ein deutschen Pärchen zu dem Iren und mir aufs Zimmer gekommen. Sie waren auch sehr nett.

Abends musste ich dann noch eine Trainingseinheit einlegen. Das Problem: Es gab überhaupt keine vernünftige Stelle zum Laufen. Der Ort war ein Schachbrettmuster. Alle 100-200 m gab es eine Kreuzung. Es gab keinerlei Grünflächen. Ich fand auf der Karte einen Sportplatz, hatte aber bereits die Befürchtung, dass er abgeschlossen sein würde. Dem war dann auch so. Also drehte ich viele Runden um den Block.

Zurück im Zimmer unterhielt ich mich noch lange mit den Deutschen. Es waren auf jeden Fall spannende Reisegeschichten dabei. Sie wären fast mit einem Boot in Guatemala untergegangen.

Montag 27.7.26

Die weiteren Planungen hatten am Vortag einige Zeit in Anspruch genommen. Erstmal wollte ich auf jeden Fall die 7-Wasserfälle-Tour in der Nähe von Juayua (eine Stunde von Santa Ana entfernt) machen. 

Option 1: Der Portugiese hatte die Tour mit dem Anbieter unserer Vulkantour gebucht. Es kostete aber nochmal 70 Euro. 

Option 2: Das Hostel bot die Wasserfalltour inklusive „La Ruta de las flores“ an. Letzteres beinhaltete die Besichtigung kleinerer Kolonialstädte. Mindestteilnehmerzahl waren zwei Personen. Die Engländer spielten mit dem Gedanken, aber der Hotelbetreiber machte es nicht wirklich schmackhaft und meinte, dass es sich am Wochenende mehr lohne, wenn die Märkte stattfänden.

Option 3: Mit dem Chicken Bus günstig nach Juayua fahren, vor Ort einen Guide für die Wasserfalltour finden und im Ort übernachten.

Am Ende wurde es dann auch Option 3. Es war mir einfach keine 70 Euro wert. 

Der Morgen begann mit einem traditionellen, sehr leckeren Frühstück mit dem deutschen Paar, dem Iren und einem Brasilianer. Es war so nett und irgendwie schade, dass man nicht genug Zeit zusammen hatte. Alle vier hatten sich für eine Walking Tour in Santa Ana angemeldet. Ich plante hingegen meinen Check-Out. Mein großes Gepäck ließ ich im Hostel, da ich nach nur einer Nacht in Juaya wiederkommen wollte. Diesmal buchte ich für meine Rückkehr direkt in der Unterkunft und sparte mir die Bookinggebühren. Mein Hostel war auf jeden Fall eines der besten, die ich jemals gesehen hatte. Super durchdacht alles und der Besitzer Carlos war mega nett. 

Um 9.40 Uhr fuhr mein Chicken Bus von einem Busbahnhof los. Kosten: 1,70 $. Irgendwie musste ich die ganze Zeit die Bedienung des völlig unpraktischen, überdimensionierten Schalthebels beobachten.

Ich kam um 11.15 Uhr an meinem Hostel in Juayua an. Dort erwartete mich nur leider keiner, weil ich bei Booking aus Versehen in den falschen Monat gerutscht und für August gebucht hatte. Sowas ist mir nicht zum ersten Mal passiert. Es war aber überhaupt kein Problem. Ich schien auch mal wieder die einzige in der Unterkunft zu sein. Diesmal hatte ich ein 5-Bett-Zimmer allerdings ohne Klimaanlage dafür aber mit Ventilator.

An der Pinnwand hingen Infos zur Wasserfalltour und ich erklärte, dass ich direkt eine machen wolle. Ich dachte, ich müsste einfach nur zum Startpunkt gehen und vor Ort warten verschiedene Guides. Die Frau im Hostel meinte aber, dass ich direkt einen Guide bräuchte. Sie wollte sich kümmern. Der erste, den sie anrief, hatte keine Zeit, wollte aber noch einen anderen fragen. Um 11.58 Uhr erklärte sie mir dann, dass es um 12 Uhr losgehen würde. Ich war überhaupt nicht vorbereitet und hatte nichts gepackt. In meiner Vorstellung war die Tour ähnlich wie mein erster Wasserfallausflug: Man läuft ein wenig und badet dann.

Ich packte also schnell etwas ein und um kurz nach 12 wurde ich von einem Tuk Tuk (das erste, was ich in El Salvador gesehen hatte) abgeholt. Wir sammelten dann noch zwei US-Mädels ein und schon ging es zum Start, wo ein junger Typ auf uns wartete für die Tour zu den 7 Wasserfällen. Bezahlt hatte ich bereits bei der Frau im Hostel.

Wir liefen eine Weile bergauf- und ab, bis wir den ersten Wasserfall erreichten. Was wir komisch fanden: Es gab auf dem Weg ein verschlossenes Tor und jemand hatte die Drähte in der Mitte durchtrennt und wir mussten hindurch klettern. Natürlich machten wir uns darüber keine Gedanken, sondern fanden es eher lustig. Außerdem mussten wir vorher schon unter einem Stacheldraht durch. Aber in einem Land wie El Salvador macht man sich bei sowas eben keine Gedanken.

Am Wasserfall durften wir schwimmen. Ich dachte mir aber, dass es Quatsch sei, sich jetzt sieben Mal umzuziehen und wollte nicht bei jedem Wasserfall schwimmen. Das Wasser war zudem recht kühl. Irgendwie gab es aber auch keine Infos vom Guide, der auch nur Spanisch sprach. Uns war überhaupt nicht klar, wie das hier ablaufen würde und er machte zwischendurch sogar eher wiedersprüchliche Angaben. 

Der nächsten beiden Wasserfälle waren nur wenige 100 m weiter und hier konnte man auch nochmal schwimmen. Ich fragte den Guide, welches der schönste Wasserfall sei und wo man am besten schwimmen könnne. Er meinte beim ersten. Hätten wir das gewusst, hätten wir es natürlich besser ausgenutzt.

Der Weg führte eigentlich weiter und es gab auch eine Gruppe, die von dort kam, aber der Guide meinte, dass wir wieder zurückgehen müssten, weil der Weg zu steil sei und 30 Minuten länger dauern würde. Da waren wir schon ein wenig skeptisch. Also watschelten wir die halbe Strecke wieder zurück.Die Tierwelt präsentierte sich auf jeden Fall von ihrer besten Seite.

Ich hatte ja keine richtige Wanderung erwartet, aber irgendwie wurde es dann doch eine. Wir liefen und liefen und es ging über große Stufen bergab. Der Guide zog irgendwann seine Schuhe aus, damit wir einen Bach durchqueren konnten. Das machten wir dann ein weiteres Mal, bevor wir endlich am vierten Wasserfall ankamen. Wir fragten immer wieder, ob wir die Schuhe wieder anziehen könnten, aber da gab es wohl Kommunikationsprobleme. Baden konnte man hier nirgendwo mehr. Das Wasser war zu flach und überall waren Steine. Lediglich eine Dusche unter den Wasserfällen war möglich.

Es ging dann recht zügig noch zu Nummer 5 bis 7. Ich dachte, dass wir beim letzten klettern würden. Das hatte ich überall gelesen. Ich fragte unseren Guide und er meinte, dass es nicht ginge, weil es „privat“ sei. Ich fand es aber auch nicht ganz so dramatisch.

Irgendwann ging es dann die ganze Strecke wieder zurück und das natürlich ordentlich bergauf. 

Wir hatten am Ende fast vier Stunden gebraucht, bis wir wieder zurück an unseren Unterkünften waren. Ich hatte noch kein Mittagessen gehabt und freute mich über einen Smoothie und einen Crepes.

Zurück im Hostel schrieb ich mit dem Portoguiesen und fragte, wie seine Wasserfalltour war. Er schickte mir Fotos vom Klettern und es stellte sich heraus, das ich eine eher illegale Tour gemacht hatte. Es gab nämlich einen offiziellen Haupteingang. Deshalb waren wir also durch die verschlossene Tür geklettert. Jetzt ergab alles einen Sinn. Bei seiner Tour hatten die Guides Helme und Seile mit, damit später geklettert werden konnte. Zudem hatte er meine ersten drei Wasserfälle gar nicht gesehen. Beim ersten durfte man nämlich gar nicht mehr schwimmen. Das war seit Februar verboten, weil ein amerikanischer Tourist gestorben ist. Ups. Also wir waren nicht die einzigen dort. Es war wie ein abgetrennter Pool und sah nicht gefährlich aus. Naja, dafür war meine Tour billig😆.

Am Abend wollte ich noch eine Runde laufen gehen, aber es regnete bis spät in die Nacht in Strömen.

Dienstag 28.7.26

Am Morgen holte ich die Laufeinheit nach und schaute mich ein bisschen in Juayua um. 

Gegen halb 11 machte ich mich auf den Weg, um die Ruta de las flores zu erkunden. Natürlich wird dies auch als offizielle Tour angeboten. Dabei werden verschiedene kleine Kolonialstädte angefahren. Mit Blumen hat es eigentlich nichts zu tun. In einigen der Orte gibt es schön bemalte Häuser. Juayua war bereits eines der Dörfer und lag in der Mitte der Route. Ich wollte nur zwei weitere Orte nördlich anschauen. Zunächst probierte ich ein Uber zu rufen, aber das klappte irgendwie nicht.

Schließlich erkundigte ich mich beim Hostel nach dem öffentlichen Bus und fuhr für weniger als einen Dollar bis nach Ataco. Die Fahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Ich machte einen Spaziergang durch den kleinen Ort und fuhre eine halbe Stunde später schon wieder weiter.

Der Ort Apaneca war nicht so schön wie Ataco. Außer einer großen Kirche war hier nichts zu sehen.

Aber auf der anderen Straßenseite war das berühmte Café Albania, das durch Social Media einen Hype erlebt hatte und daher auch von den ganzen Touren angefahren wurde. Es handelt sich um einen Mini-Freizeitpark am Berghang. Man zahlt 5$ Eintritt. Innerhalb des sehr verwinkelten Parks kann man dann Zipline machen, durch ein Labyrinth laufen, durch ein Spiegelkabinett gehen, die Regenbogenrutsche nutzen und noch viel mehr in der Art. Jede dieser Attraktionen kostet aber nochmal extra Geld. Allein eine Rutschpartie kostet 10$. Man kann aber wohl auch einen Tagespass für 40$ kaufen und alles machen. Da es Zeit für das Mittagessen war, setzte ich mich nur in das Restaurant. Ich hatte gehofft, dass man von hier aus einen guten Blick über das Labyrinth haben würde. Aber die Tische mit besserer Sicht waren für Gruppen ab fünf Personen reserviert. 

 

Am Ende wurden die 5$ Eintritt mit den Ausgaben für das Essen verrechnet wie eine Art Mindestverzehr. Das lag vermutlich daran, dass sonst viele Leute nur zum zuschauen kommen würden. Ich hatte kurz überlegt eine Schaukel auszuprobieren, aber es war mir dann doch zu voll.

Also nahm ich den nächsten Chicken Bus zurück nach Juayua. Meinen kleinen Rucksack hatte ich dort gelassen.

Es war bereits 15.45 Uhr und um 16 Uhr fuhr ein Bus zurück nach Santa Ana. Ich brachte also schnell den Schlüssel weg und holte meine Tasche, bevor ich 1,5 Stunden für 0,80$ fuhr. 

In Santa Ana hatte ich dann wieder das gleiche Hostel und Zimmer wie zuvor. Hier hatte ich auch meinen großen Rucksack gelassen. Im Zimmer traf ich auf den Iren, der eigentlich schon weitergereist sein wollte.

Für den nächsten Tag stand meine Fahrt nach Honduras an, daher kaufte ich noch schnell Essen ein, bevor es recht früh ins Bett ging.

Fazit El Salvador: Es war fantastisch. Ich war positiv überrascht und fühlte mich zu jeder Zeit sicher, was mit Hinblick auf die Geschichte des Landes nicht selbstverständlich ist. Außerdem war es sauber und in vielen Bereichen fortschrittlich. Preislich war es meistens günstig außer in den Touristen-Hochburgen.

Geld: Ich hatte von zu Hause US-Dollar mitgebracht. Sie sind zusammen mit Bitcoin das offizielle Zahlungsmittel. Vielerorts kann man mit Karte bezahlen abgesehen von den Straßenständen.

Infrastruktur: Die Straßen waren in erstaunlich gutem Zustand. In San Salvador und Santa Ana gab es sehr viel Stau, die ländlichen Gegenden waren überschaubar. Die Fahrten mit den Chicken Bussen sind einfach. Beim Herausfinden der richtigen Busnummer war ChatGPT auch sehr verlässlich. Ansonsten konnte man ebenso günstig Uber fahren.

Tourismus: Ich hatte mehr Backpacker erwartet. Erstaunlich oft war ich nur mit wenig anderen Gästen in Hostels. Das Land scheint immer noch ein Geheimtipp. Aber alle, die ich getroffen habe, waren so begeistert, dass ich behaupten würde, es wird sich hier in den nächsten Jahren einiges tun. El Salvador wird eine gute Konkurrenz zu Costa Rica und Guatemala werden.

Honduras

Mittwoch 29.7.26

Um 5 Uhr morgens sollte ich von meinem Hostel abgeholt werden, um nach Honduras zu fahren. Ich hatte am Tag zuvor im Supermarkt Essen für die Fahrt gekauft und es in den Kühlschrank vom Hostel gepackt. Leider wusste ich nicht, dass dieser so kalt eingestellt war. Am nächsten Morgen war fast alles gefroren. 

Kurz nach 5 tauchte ein Fahrer auf und brachte mich zu einer Tankstelle. Dort stieg ich in einen Minivan um. Wir waren ein Brasilianer, zwei Spanierinnen und ein argenitinisches Pärchen. Auch wenn El Salvador an Honduras grenzt, ist der kürzeste Weg nach Copan durch Guatemala. Der erste Grenzübertritt verlief schnell und reibungslos. Anschließend fuhren wir weitere drei Stunden bis zur Grenze nach Honduras. Tatsächlich kam mir die Fahrt recht kurzweilig vor. Viel geredet haben wir untereinander allerdings nicht, weil alle versucht haben zu schlafen.

Der dunkelrote Punkt ganz links ist Copan.

Um nach Honduras einreisen zu dürfen sollten wir 80 Lempira bezahlen, was 2,60 € entspricht. Natürlich hatten wir alle nur Dollar. Der Beamte der Spanierinnen wollte 4 Dollar haben. Mein Sachbearbeiter hingegen meinte, eine Zahlung in Dollar sei nicht möglich. Wir mussten also draußen zunächst Geld wechseln. Natürlich bekamen wir an der Grenze keinen guten Wechselkurs. Im Anschluss bekam ich eine Quittung über 3$. Sie versuchen hier also, sich ein wenig an den Touristen zu bereichern. Aber was soll’s. 

Copan liegt direkt hinter der Grenze, daher war es bis zur Unterkunft nicht mehr weit. Wir wurden direkt bis vor die Tür gebracht. Der Brasilianer, er hieß Leonardo, hatte das gleiche Hostel wie ich gebucht. Wir kamen um ca. 10.30 Uhr an.

Nach einer kurzen Orientierung schlug Leonardo vor, direkt aufzubrechen und die Maya-Ruinen anzuschauen. Das ist die Sehenswürdigkeit hier und er Grund, warum Leute nach Copan reisen. Im Gegensatz zu mir hatte er es etwas eiliger, weil er am nächsten Tag wieder zurück nach Guatemala wollte. Ich hatte zwei Nächte gebucht. Wir gaben noch schnell unsere Schmutzwäsche zum Waschen ab und gingen in ein Restaurant mit lokalem Essen. Das Örtchen, Stadt wäre das falsche Wort, war wirklich hübsch. Ich bestellte das traditionelle Essen Baleadas mit Avocado und Ei. Es schmeckte viel besser als die Pupusas in El Salvador.

 

Dann liefen wir ca. 1,5 km zum Eingang der Ruinen. Wir bezahlten 20$ und ließen die Tunnel und das Museum, was extra kostete, aus. 

Vor Ort trafen wir dann auf die beiden Spanierinnen. Sie waren in dem zweiten Hostel der Stadt untergekommen. Also besichtigten wir nun zu viert die Maya-Ruinen. Am Eingang gab es ganz viele Papageien.

 

Leider gab es keine Informationsschilder und wir hatten keinen Guide gebucht. Die Anlage war riesig und wir waren bestimmt eine Stunde unterwegs.

 

 

Las Sepulturas war ein zweiter Teil der Maya-Stätte. Dafür musste man an der Straße entlang nochmal 1,5 km weitergehen. Dort waren dann die Wohnhäuser der Maya. Zuvor waren es Gebäude zur Verehrung der Götter. Vor Ort trafen wir noch zwei Kanadier, die im gleichen Hostel wie die Mädels waren. Wir schlossen uns wieder zusammen. Nachdem wir dann eine Weile im Wald die Ruinen besichtigt hatten, wollten wir nicht zum Eingang zurückgehen, sondern hofften auf einen kürzeren Weg zur Hauptstraße. Wir folgten also einem Trampelpfad. Nach einiger Zeit tauchte sogar ein offizieles Schild mit einer Karte auf. Demnach hätten wir aber in eine Richtung gehen müssen, die von einem Stacheldrahtzaun versperrt war. Als es sich abzeichnete, dass der Weg nun doch Richtung Eingang zurückführte, kletterten wir kurzerhand über den Zaun, öffneten ein Tor und liefen über ein Feld zurück zur Straße. Das war auf jeden Fall wesentlich kürzer. 

Im Ort wollte Leandro mit den Mädels schon wieder essen gehen. Ich war nicht hungrig, dafür aber müde und lief zum Hostel. Gegen 17 Uhr machte ich dann einen verspäteten Mittagsschlaf. Leider gab es keine Klimaanlage und nur einen mäßigen Deckenventilator. Zwischenzeitlich fiel in der Stadt der Strom aus und das Hostel hatte immer mal wieder kein Wasser und Licht. Eigentlich wollte ich noch laufen gehen, aber ohne Dusche war nicht daran zu denken. 

Um 19.30 Uhr traf ich wieder auf Leandro, der nun Abendessen wollte. Unser Hostel lief zwar mittlerweile über einen Generator wieder, aber die Stadt war immer noch komplett dunkel. Ich wollte früh ins Bett und verzichtete daher. Später kam er zurück und berichtete, dass es sehr gruselig war, weil es fast überall stockdunkel war.

Donnerstag 30.7.26

Ich wachte früh auf und musste feststellen, dass die anderen 5 Betten bereits leer war. Die meisten hatten Shuttle zurück nach Guatemala genommen und die starteten oft um 4 oder 5 Uhr morgens. Also begann ich erstmal meine Intervalle vom Vorabend nachzuholen. Dabei lief ich aus der Stadt hinaus Richtung Ruinen, weil es hier einen guten und relativ flachen Fußweg gab, den ich vom Vortag kannte. Im Zentrum selbst gab es nur enge Straßen, Kopfsteinpflaster und auch viele Anstiege. Erstaunlicherweise kamen wir unterwegs mehrere Jogger entgegen. Die Strecke schien beliebt zu sein.

Nach einer warmen Dusche ging es ins Hotel nebenan, was zum Hostel dazugehörte, für ein entspanntes Frühstück. Niemand war hier.

Anschließend machte ich es mir in einer Hängematte bequem und laß ein Buch. Ich hätte auch recht weit entfernten heißen Quellen fahren oder einen Ausritt machen können. Das waren noch alternative Angebote im Ort. Aber bei 34 Grad brauchte ich kein heißes Thermalbad und auch wenn alle von den Ritten schwärmten, konnten mich die Fotos und der Zustand der Tiere nicht vollends überzeugen. Also wurde es ein Entspannungstag. Es fehlte nur noch eine Massage, die ich dann für 17 Uhr direkt in der Unterkunft buchte. 

Danach beschäftigte ich mich intensiv mit der Weiterreise, denn die bereitete mir schon seit Tagen Kopfzerbrechen. Ich wollte die großen Städte meiden und auf diretk zu den Inseln Utila und Roatan. Honduras galt als gefährlich und ich suchte eine sichere Möglichkeit, um zur Küste zu gelangen. Die beiden Inseln sowie Copan hingegen wurden als sichere Touristengebiete beschrieben. Die Shuttle wollten alle erst ab 5 Personen fahren bzw. waren dann erst im bezahlbaren Bereich. Also schien es auf den öffentlichen Bus hinauszulaufen, den auch viele vor Ort nutzten und der mir von den Einheimischen mehrfach als sicher beschrieben wurde. Das wären mindestens vier Stunden in einem nicht klimatisierten, eher unbequemen Bus mit Umstieg in San Pedro Sula, was zumindest von 2011 bis 2014 die gefährlichste Stadt der Welt war. Aber gut, dass war ja nun lange her. Das argeninische Pärchen von meiner Reise nach Honduras wollte in die gleiche Richtung und so versuchten wir einen gemeinsamen Plan zu schmieden.

Am Abend schrieben die beiden dann, dass sie doch noch eine Nacht länger in Copan bleiben würden. Also musste ich doch alleine für mich weitergehen.

Freitag 31.7.26

Mein Wecker ging um 5.20 Uhr, da ich den öffentlichen Bus um 6 Uhr nehmen wollte. Es gab auch noch einen um 4 Uhr, aber das war mir dann doch zu früh. Die Fahrzeit wurde mit vier Stunden bis San Pedro Sula angegeben. Morgens war es zum Glück noch kühl, daher war die fehlende Klimaanlage auch erstmal noch kein Problem. Der kleine Bus war zu 2/3 gefüllt bei der Abfahrt. Nach kurzer Fahrtzeit legten wir dann einen längeren Stopp ein. Worauf wir warteten fand ich nicht heraus. Da es wie ein öffentlicher Linienbus war, hielten wir ständig an und Leute stiegen ein oder aus. Natürlich kamen zwischendurch auch Straßenverkäufer hinein. Unsicher fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt, aber es wurde irgendwann dann doch sehr warm. Wir legten nur einen Toilettenstopp ein. Nach knapp 5 Stunden erreichten wir dann endlich den Busbahnhof in San Pedro Sula.

Ich wusste, dass von hier um 11.15 Uhr oder 11.45 Uhr (das Internet lieferte widersprüchliche Angaben) ein Bus nach La Ceiba fahren würde. In der Küstenstadt befand sich das Hafenterminal zu den Inseln. Ich ging direkt zum Büro von Cristina Transportes und tatsächlich gab es die frühere Fahrt, sodass es direkt im Reisebus mit Klimaanlage weiterging.

Auch hier sollte es vier Stunden dauern. Ich liebäugelte immer noch damit die Fähre um 16.30 Uhr nach Utila zu erreichen. Es sah nach der Hälfte der Fahrt auch wirklich gut aus, aber dann machten wir einen 20-minütigen Stopp zum Mittagessen. Das wirbelte meine Planungen nochmal durcheinander. Im Endeffekt war es auch kein Problem noch eine Nacht in La Ceiba zu verbringen und am nächsten Morgen die Fähre zu nehmen, aber so hätte man die komplette Fahrt eben an einem Tag erledigt gehabt. Schlussendlich kamen wir um 16.15 Uhr am Busbahnhof an. Ich hatte also keine Chance mit einem Taxi rechtzeitig das Schiffsterminal zu erreichen. Da sich dies schon gegen Ende der Fahrt abzeichnete, hatte ich ein Hostel in La Ceiba gebucht. Am Busterminal wurde man direkt von den Taxifahrern abgefangen. Uber gab es hier nicht. Also handelte ich einen von ihnen auf einen guten Preis. Mein Hostel lag ungewöhnlicherweise in einer bewachten Wohnsiedlung. Sowas hatte ich noch nicht erlebt und es machte das Gefühl von Sicherheit in Honduras nicht besser.

Die Unterkunft war super. Ein junges Ehepaar (sie aus Irland, er aus Honduras) hatten aus ihrem Haus (nur zur Miete) ein Hostel gemacht. Es gab sogar einen Pool. Es war aber außer einem Amerikaner niemand anderes dort. 

Da es erst 17 Uhr war, beschloss ich meine Laufeinheit, die ich eigentlich am nächsten Tag auf der Insel machen wollte, vorzuziehen. 16 km standen auf dem Programm. Ich hatte eine Strecke rausgesucht, von der mir die Hostelbesitzerin abriet, da es keine richtige Straße gab. Also blieb mir nur, mehrfach die 3,5 km zum Hafen hin- und herzulaufen. Aber daran sollte es natürlich nicht scheitern. Ich war zur perfekten Zeit losgelaufen, denn die Sonne ging langsam unter und damit wurden die Temperaturen erträglicher. Im Anschluss kaufte ich noch Frühstück im Supermarkt und dann ging es schnell unter die Dusche und nochmal kurz in den Pool. 

Danach gesellte ich mich zur Hostelbesitzerin und wir unterhielten uns noch sehr lange übers Reisen und die aktuelle Situation der Länder in Lateinamerika. 

Samstag 1.8.26

Das Hostel bot einen kostenlosen Shuttle zum Hafen an, den der Amerikaner und ich nutzen, wobei er nicht nach Utila, sondern zur Nachbarinsel Roatan wollte. Um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg. Mein Schiff kam um 9 Uhr und eine halbe Stunde später fuhr die andere Fähre ab. Die Tickets konnte man vor Ort kaufen. Nervigerweise musste man noch zu einem zweiten Schalter, um eine Hafensteuer zu bezahlen.

Die Überfahrt war leider sehr schaukelig und ich nahm noch gerade rechtzeitig eine Tablette gegen Seekrankheit. Die Fahrt erinnerte mich sehr an die Antarktis-Tour und führte mir nochmal vor Augen, dass ich Schiffsreisen eher meiden sollte.

Utila war recht klein und am Hafen drubbelte es sich direkt. Ich lief zu Fuß zu meiner Unterkunft.

Um 10.20 Uhr war ich dann bereits an meinem Hostel. Genau genommen war es ein Hotel, dass ein paar Mehrbettzimmer für Backpacker gebaut hatte. Der Check-in war allerdings erst um 15 Uhr. Zum Glück gab es einen Pool und so ließ sich die Zeit ganz gut überbrücken. Zusammen mit mir war Alex angekommen. Seine Eltern waren aus Honduras, aber er war in Amerika aufgewachsen. Wir unterhielten uns kurz. Ansonsten gab es noch die betrunkenen Hotelmitarbeiter und mir wurde auch direkt ein Glas angeboten. Einer verwickelte mich in ein Gespräch und wollte direkt wissen, ob ich verheiratet sei. Man könne ja später noch was gemeinsam essen gehen. Oder auch nicht 😃.

Am späten Nachmittag erkundigte ich dann ein wenig die Gegend. Es gab im Grunde eine Hauptstraße an der Küste, wo sich Unterkünfte und Restaurants konzentrierten. Leider gab es keinen Bürgersteig und man musste auf der engen Straße laufen. Autos fuhren hier nicht. Dafür aber Quads, Tuk Tuks, Roller und Motorbikes. Außerdem fiel auf, dass sich hier sehr viel um Religion und Jesus drehte. Überall hingen Schilder an den Häusern.

Den angeblich schönsten Strand der Insel fand ich jetzt eher so lala.

Nach einer leckeren Baleada als Abendessen, kaufte ich zum X-ten Mal bei Straßenhändlern frisch geschnittene Mango. Davon bekam ich einfach nicht genug. Anschließend machte ich mich auf die Suche nach Touranbietern, was schwieriger war als gedacht. Ich fotografierte jede Werbung. Die meisten hatten für den nächsten Tag eine Tour zu einer kleinen Insel namens Water Cay. Ich wollte aber gerne eine Schnorcheltour machen und fand schließlich eine Tour, die beides enthielt. Sie sollte am nächsten Tag um 9 Uhr starten.

Insgesamt war mein erster Eindruck von Utila nicht so überragend. Die Insel war klein und überschaubar. Die Straßen waren sehr eng und die Fahrzeuge brausten sehr nah an einem vorbei. Daher war es auch sehr laut.

Sonntag 2.8.26

Um 7.30 Uhr stand ich auf und machte mich auf den Weg zu einem Café für’s Frühstück, das ich auf Google Maps gefunden hatte. Leider hatte es sonntags geschlossen und ich suchte mir spontan eine Alternative. Um 8.45 Uhr stand ich dann pünktlich am Tourbüro. Wir waren eine Gruppe von 8 Leuten. 

Mit einem offenen Boot ging es bei ruhiger See zunächst zu einem 20-minütigen Schnorchelstopp in Neptun’s Bay an der Küste von Utila. Ja, man konnte ein paar Fische sehen, aber so wirklich beeindruckend war es nicht. Dabei befand sich vor Honduras das zweitgrößte Riff der Welt.

Wir fuhren weiter nach Pigeon Cay, einer kleinen bewohnten Insel. Hier lebten hauptsächlich Fischerfamilien. Es gab aber auch eine Schule. Wir konnten einen kleinen Spaziergang machen.

Dann fuhren wir zur berühmten Water Cay. Ich hatte schon befürchtet, dass es sehr überlaufen sein würde, aber es war tatsächlich in Ordnung. Obwohl es eines der Highlights von Utila sein sollte, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Es gab halt keine Liegefläche direkt am Wasser. Ich gebe aber auch zu, dass ich bei Stränden recht anspruchsvoll bin. Wir hatten nun also 2,5 Stunden auf dem kleinen Eiland. Auf der einen Seite konnte man auch schnorcheln, aber hier gab es wenig zu entdecken. Ich fand es spannend, dass man einfach so auf eigene Faust hinaus schwimmen durfte ungeachtet jeglicher Strömung, denn die war nicht ganz ohne.

Die Ruhe war dann ab mittags vorbei. Es kamen mehrere Partyboote und luden Feierwütige mit Musikboxen und viel Alkohol ab. 

Um 13 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Es war mittlerweile windig geworden und daher auch ordentlich Wellengang. Immer wieder wurde das kleine Boot hoch katapultiert und klatschte mit viel Wucht auf die Wellen.

Ein Paar von der Tour hatte mir von einem Ort zum Schnorcheln erzählt, der von Utilas Küste erreichbar sein sollte und mehr zu bieten hätte. Also lief ich 10 Minuten an den beschriebenen Ort. Es handelte sich nicht um einen Strand, sondern um einen kleinen Weg, der zum Wasser führte. Niemand war hier. Ich legte meinen Rucksack an die Seite und schnorchelte los. Mir wurde gesagt, dass es nach den Seegrasfeldern deutlich tiefer im Wasser werden würde. Es gäbe eine Art Stufe und da wären die ganzen Fische. Ich schwamm immer weiter raus, aber entdeckte leider nicht mehr als an den vorherigen Orten. Also machte ich mich vorsichtshalber auf den Weg zurück, da ich auch nicht sicher bezüglich der Strömung war.

Ich konnte aber ein paar Boote draußen sehen und Menschen im Wasser, was vermutlich Taucher waren. Also probierte ich es ein zweites Mal weiter rechts. Aber irgendwie war ich schon wieder weit draußen und die Boote noch zu weit weg. Also gab ich auf und lief zum Hostel zurück. 

Um 17 Uhr brach ich dann zu meiner nächsten Unternehmung auf. ChatGPT hatte mir empfohlen den Sonnenuntergang vom Pumpkin Hill aus, der höchsten Erhebung Utilas, zu beobachten. Dieser ist nur ca. 100 m über Seelevel.

Von meiner Unterkunft aus waren es 4 km. Also machte ich mich in Sportsachen auf den Weg, da ich den Rückweg für eine Laufeinheit nutzen wollte. Der Weg war überwiegend flach. Nur die letzten 300 m ging es bergauf. Wirklich ausgeschildert war der Berg allerdings nicht. An den steilen Stellen gab es ein paar Geländer, was den Aufstieg erleichterte, da der Sandboden sehr rutschig war. Oben angekommen befand ich mich mitten in einem Wald und fragte mich, wie ich hier einen Sonnenuntergang beobachten sollte.

Ich hatte aber auch Fotos von einer Plattform im Kopf. Da erblickte ich einen Turm, der für mich zunächst wie ein Mast für irgendeine Technik aussah.

Bei genauerem Hinsehen fielen mir Stufen im Rohr auf. Allerdings sah die Plattform dermaßen marode aus, dass ich mir nicht sicher war, ob ich wirklich dort hinauf steigen sollte.

 

Ich rüttelte zunächst an dem Turm, um ihn auf Stabilität zu überprüfen. Er war doch recht massiv. Dann wagte ich in dem engen Rohr den Aufstieg über die verrosteten Tritte. Der Turm war schon ziemlich hoch und oben pfiff ordentlich der Wind. Ich blieb zunächst auf den oberen Stufen stehen, weil die Plattform auch nicht von nah dran vertrauenswürdig aussah.

Ich wurde aber dann doch mutiger und traute mich aus dem Rohr, wobei die Löcher innerhalb der Metallplatte mir wirklich Sorgen bereiteten. Auch das Geländer wirkte nicht übermäßig stabil. Ich hatte bei dem Wind zudem Angst, mein Handy zu verlieren. Natürlich wusste auch niemand, wo ich gerade war. Immer wenn ich denke, dass ich aus riskanten Aktionen lerne, muss ich feststellen, dass dies leider nicht der Fall ist und ich immer wieder dazu neige, Dummes zu tun😆. Vermutlich liegt es daran, dass es bisher immer gut gegangen ist.

Ich machte mich an den Abstieg und sah auf dem Weg noch eine Schlange weghuschen. Dann begann ich mit meinem Lauftraining, das einen 45-minüten Dauerlauf beinhaltete. Obwohl es dunkel und nicht mehr so heiß war, schwitzte ich dennoch sehr viel. Die Luftfeuchtigkeit blieb sehr hoch. Zurück an der Unterkunft brauchte ich dringend etwas zu trinken. Außer Wasser und alkoholischen Getränke gab es an der Hotelbar nichts. Die Mitarbeiter waren auch schon wieder alle betrunken und im Pool. Ich hatte eine kleine Flasche Wasser geleert, brauchte aber noch irgendwas mit Geschmack und lief daher zu einer Bar in der Nähe. Ich war der einzige Gast und unterhielt mich mit der kanadischen Barkeeperin. Sie berichtete mir, dass Alkohol ein großes Problem auf der Insel sei und die Bar eher tagsüber mit Einheimischen gut gefüllt sei.

Ich fand ein Schild mit einen Spruch, den ich auch Zuhause bei mir hängen habe.

Zurück im Hostel beschloss ich, kurz zu duschen und mich dann im Pool nochmal abzukühlen. Dabei traf ich Alex wieder, der Anschluss bei den Mitarbeitern gefunden hatte. Wir unterhielten uns noch den ganzen Abend, bevor es dann irgendwann ins Bett ging. Eigentlich war es schade, dass ich ihn zu Beginn nicht schon besser kennen gelernt hatte. Er wäre bestimmt mit zum Berg gekommen.

Montag 3.8.26

Ursprünglich wollte ich drei Nächte auf Utila bleiben, aber mir reichte es und ich hatte gefühlt schon alles gesehen und gemacht. Daher buchte ich die Fähre um 10.20 Uhr zur deutlich größeren Nachbarinsel Roatan. Beim Check-Out traf ich den Hotelbesitzer. Er war Deutscher und die letzten zwei Tage unterwegs gewesen. Er fragte mich nach Verbesserungen und natürlich wusste er, dass seine Angestellten nur saufen würden, wenn er nicht da war. 

Ich lief zu Fuß Richtung Hafen und traf auf Alex, der sich ein Moped geliehen hatte. Er war so nett und fuhr mich direkt bis zum Terminal. Ich gab mein Gepäck ab und wollte in das Café, das am Vortag geschlossen hatte. Scheinbar machte es aber gar nicht mehr auf und so ging ich in das gleiche Restaurant vom Vortag. Am Hafen war dann wieder an einem Extraschalter eine Steuer zu entrichten.

Ich hatte zur Vorsicht schon eine Tablette gegen Seekrankheit genommen und es war die richtige Entscheidung gewesen. Die Fahrt dauerte wieder eine Stunde und ich empfand sie nicht als sonderlich angenehm. Wie auch bei der Hinfahrt wurden Tüten verteilt und diesemal gab es auch jemanden, der sie benötigte. 

Ich wusste schon, dass Roatan viel größer, touristischer und somit auch teurer war. Hier hielten auch die Kreuzfahrtschiffe an. Aktuell war eine MSC vor Ort. Es gab große Straßen und richtige Autos. Keiner fuhr Tuk Tuk oder Quad.

Da meine Unterkunft 25 min entfährt lag, war ich auf ein Taxi angewiesen. Ich bezahlte 20$. Mein Hotel bot eine Abholung für 30 an, daher hatte ich ein gutes Gefühl bei dem Preis. Der Fahrer gab mir seine Nummer, so konnte ich mit ihm auch die Rückfahrt schon direkt vereinbaren. 

Mein Hotel lag abseits der Hotspots. Ich freute mich aber über ein Einzelzimmer und ein bisschen Ruhe. Beim Einchecken sollte ich mich in ein Buch eintragen. Daher konnte ich sehen, dass ich der einzige Gast war. 

Nach einem Mittagsschlaf aß ich im Hotelrestaurant und machte dann einen 40-minütigen Spaziergang zur Half Moon Bay. Diesen Strand hatte ich mir auch irgendwie schöner vorgestellt. Dann ging es auch schon wieder zurück aufs Zimmer.

Dienstag 4.8.26

Der Tag begann unnötig dumm. Ich machte mich um kurz nach 9 Uhr auf den Weg zum Frühstück, was im Preis inklusive war, um dann festzustellen, dass es nur bis 9 Uhr angeboten wurde. Das war echt ärgerlich, denn ich war wirklich hungrig und es gab keine Restaurants in der Nähe.

Heute stand Schnorcheln auf dem Programm. Ich packte meine Tasche und wackelte wieder die 3 km Richtung Half Moon Bay. Eine Tour wollte ich bewusst nicht machen, da man hier an vielen Stellen direkt vom Strand aus starten konnte.

Auf dem Weg kam ich noch an einem der vielen Sanctuarys der Insel vorbei, die Faultiere, Papageien und Affen in kleinen Käfigen hielten. Bis vor einem Jahr durfte man die Faultiere auch auf den Arm nehmen. Aber mittlerweile war es verboten worden. Ich fragte rein aus Interesse mal nach dem Preis und nur das Anschauen der vier Gehege lag schon bei 20$. Mit den Faultieren wird auf jeden Fall geworben und es gibt viele Kombitouren, die eines dieser „Sanctuarys“ anfahren.

Am Strand war es eher leer. Ich hatte nur etwas Bargeld, mein Handy und die GoPro als Wertsachen mitgenommen. Für Bargeld und Handy hatte ich extra eine wasserfeste Hülle. So musste ich nichts am Strand liegen lassen, obwohl ich auch ein Pärchen gefragt hatte, ob sie auf meine Tasche aufpassen könnten.

Dann schnorchelte ich hinaus, aber so richtig viel Riff war nicht zu sehen. Überall war nur Seegras. Es gab ein paar Fische, aber nichts spektakuläres. 

Ich lief weiter zur nächsten Bucht, bis der Strand aufhörte und es nur noch bergauf ins Innere der Insel ging. Mein Ziel war auf jeden Fall noch West End Beach. Das ist DER Strand der Insel. Eigentlich wollte ich noch die letzten vier Kilometer zu Fuß laufen, aber es gab scheinbar Wassertaxis. Also lief ich zurück bis zu einem Haltepunkt. 

Zunächst kaufte ich mir in einem kleinen Restaurant aber noch einen Smoothie und wurde mal wieder von einem Einheimischen in ein Gespräch verwickelt mit dem Angebot später gemeinsam Essen zu gehen. Ich sagte, dass ich es mir überlegen würde und ging zum Wassertaxi. Dies kostete nur 5$, aber sie fuhren nicht für eine Person. Also musste ich noch 15 Minuten warten, bis weitere Passagiere kamen. Dann tauchte plötzlich das argentinische Pärchen von meiner Fahrt nach Honduras auf. Wir waren sowieso in Kontakt geblieben, aber mir war nicht klar, dass sie auch nur so kurz auf Utila sein würden und danach

West End Beach kann sich wirklich sehen lassen. Weißer Sand und kristillklares Wasser. Da aktuell keine Hauptsaison war, lag man auch nicht wie Ölsardinen am Strand. Die Argentinierin hatte leider ihren Bikini vergessen und ich hatte zwei eingepackt. So konnte ich ihr zumindest mit einem Oberteil aushelfen. 

 

Dann startete ich meine nächste Schnorcheltour. Das Riff war ganz nah am Strand und konnte sich sehen lassen. Ich war ewig im Wasser und schon total weit hinaus geschwommen. Eigentlich finde ich das immer etwas gruselig. Aber hier traf man zum Glück auch auf andere Schnorchler. 

Als ich wieder zurück kam, unterhielt ich mich ausgiebig mit den Argentiniern. Er war auch Lehrer, hatte aber nur im Sommer (deren Winter) vier Wochen frei und eine Woche im Dezember. Dazu ist das Gehalt dort sehr gering, aber das wusste ich schon von anderen argeninischen Lehrern, die ich mal getroffen hatte.

Wir lagen die ganze Zeit im Wasser, um uns abzukühlen. Irgendwann wurde ich hungrig und lief in eine Seitenstraße zu einem Taco-Imbiss. Die fetten Restaurants direkt am Strand waren viel zu teuer. Leider hatte ich in der Karte übersehen, dass der Avocado-Taco mit Wasabi ist. Es wurde also eine feurige Angelegenheit. Sie boten mir zwar an, einen neuen zu machen, aber das wollte ich dann auch nicht. 

Zurück im Wasser kamen immer wieder ein paar honduranische Kinder zu uns und suchten unsere Aufmerksamkeit. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber irgendwann sprang ich mit zwei Kindern auf dem Rücken wie ein Pferd durchs Wasser. Sie waren wirklich süß. Es war faszinierend, dass sie so gar keine Berührungsängste hatten. Die Mütter saßen entspannt am Strand.

Um 17 Uhr verabschiedete ich mich und wollte mit dem Wassertaxi zurückfahren. Auch hier war wieder das Problem, dass ich alleine war. Also wartete ich wieder, aber keiner kam. Irgendwann meinte der Fahrer, dass er mich trotzdem für 5$ mitnehmen würde. 

Er fuhr zwar sehr langsam und holte sich noch frischen Fisch von einem Anglerboot, aber das sollte mir egal sein.

Zurück in Half Moon Bay traf ich noch auf eine Familie, die ich im Reisebus nach La Ceiba kennengelernt hatte. Eigentlich war die Insel gar nicht so klein, aber irgendwie konzentrierte sich alles auf das Westende. 

Dieses Mal nahm ich ein Taxi zum Hotel, weil ich keine Lust mehr auf den 3 km-Weg hatte. 

Da der nächste Tag ein langer Fahrtag war, zog ich meine Laufeinheit von Mittwoch vor. Ich hatte mir ein einigermaßen flaches Stück ausgesucht, um ein paar 150 m-Sprints zu absolvieren. Mittendrin zeigte sich dann die Regenzeit. Die Abkühlung tat zwar gut, aber die durchnässten Schuhe und Klamotten waren für die Weiterreise eher ungünstig.

Die Weiterfahrt hatte mir auch ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Ursprünglich wollte ich mich erst am Freitag auf den Weg nach Nicaragua machen, aber weil ich mit den Inseln „durch“ war, entschied ich mich für die frühere Weiterreise. Es gab einen Shuttle, der 15 Stunden lang von La Ceiba direkt nach Leon in Nicaragua fuhr. Dieser wurde aber nur an drei Tagen die Woche angeboten. Daher blieb mir nur Mittwoch oder Freitag und nicht der Donnerstag. Auf Utila gab es Büros des Anbieters und ich hatte mich extra erkundigt, ob die Fahrt auf jeden Fall stattfände und man sicherte mir dies zu. Als ich dann über die Webseite für den morgigen Tag buchte, bekam ich eine Mail, dass es aktuell keine weiteren Passagiere gäbe und die Fahrt noch nicht garantiert sei. Natürlich schaute ich direkt nach Alternativen, die aber alle eine Übernachtung in Tegucigalpa, der Hauptstadt Honduras’ mit sich gebracht hätten. Schlussendlich wurde die Fahrt kurze Zeit später doch bestätigt.

Um 8.30 Uhr sollte die Fahrt vom Hafenterminal in La Ceiba starten. Es passte genau so, dass man mit der frühen Fähre morgens noch übersetzen konnte.

Mittwoch 5.8.26

Mein vorbestellter Taxifahrer holte mich um 5.30 Uhr am Hotel ab. Dann ging es ca. 20 min bis zum Terminal. Um 6.30 Uhr fuhr das Schiff 1,5 Stunden nach La Ceiba. Dieses Mal konnte ich fast die ganze Fahrt schlafen.

Ich war mir nicht ganz sicher, wie ich meinen Shuttle zwischen all den Taxis finden sollte, aber es war dann doch ganz einfach, weil jemand ein Schild in der Hand hatte. 

Neben mir gab es noch zwei Mädels und einen Belgier, die von Utila gekommen waren. Sie fuhren allerdings nicht nach Leon. Wir wurden also später nochmal umverteilt. 

Dann ging es erst einmal mit einem normalen Taxi weiter. Da unsere vier Gepäckstücke nicht in den Kofferraum passten, blieb dieser offen und ein Seil musste aushelfen.

Wir wurden zehn Minuten zu einem Parkplatz der Fast Food Kette Wendy’s gebracht. Dort konnten wir noch Frühstück kaufen und auf die Toilette gehen. Es waren bereits andere Reisende mit vor Ort. Irgendwie passierte es dann, dass eines der Mädels auf der Toilette ohnmächtig wurde. Auf jeden Fall kam noch ein Krankenwagen und nahm sie mit. Die Freundin ließen wir natürlich auch zurück. Um 9.30 Uhr brachen wir endlich auf. Es waren auch noch zwei Deutsche mit im Auto, mit denen ich mich gut unterhalten konnte. Wir fuhren zusammen ca. vier Stunden nach San Pedro Sula. Dort luden wir den Belgier ab. Weiter ging es Richtung Grenze von Nicaragua. Tatsächlich wollte die Mehrheit im Auto aber nach El Salvador. Deren Transfer beinhaltete eine Übernachtung. In dem Stück Land von Honduras zwischen El Salvador und Nicaragua setzten wir dann einen Großteil der Gruppe ab und nahmen wiederum andere Passagiere auf.

Mit sechs Leuten (ein Pärchen Deutsche & Schweizer, ein Pärchen Mexikanerin & Rumäne, eine Amerikanerin und ich) ging es dann gegen19 Uhr noch eine Stunde bis zur Grenze. Ich hatte online ein Formular ausgefüllt vor der Reise, was beim Auswärtigen Amt als verpflichtend stand, aber die anderen hatten es alle nicht und das schien keine Problem zu bereiten.

Der Grenzübergang galt als kompliziert, was mir gar nicht so bewusst war. Zunächst gab es Schwierigkeiten, weil der Rumäne in Kuba war, aber keine Gelbfieberimpfung hatte. Dann mussten die Amerikanerin und die Mexikanerin in ein Verhörzimmer, wo sie sehr lange waren. Bei letzterer ging es nur um das Visum. Die Amerikanerin hatte allerdings Probleme wegen ihres Social Media Accounts. Da wurde alles kontrolliert, weil sie viel über ihre Reisen berichtete. 

Anschließend ging es für uns alle zu den Passschaltern, wo auch nochmal Fragen zu Aufenthaltsdauer und Zielort gestellt wurden. Als nächstes mussten wir unser gesamtes Gepäck holen und durchleuchten lassen. Wir waren schon zurück am Auto, da kam der Mitarbeiter hinterher und meinte, dass er einen Rucksack mit Laptop und Handy nochmal prüfen müsse. Allerdings war nicht direkt klar, wessen Rucksack das war. Dementsprechend mussten alle nochmal durchleutet werden. Ende vom Lied: Die Amerikanerin hatte eine Hülle für ihre Kopfhörer, die nach einer Drohne aussah. Diese sind aber im Land verboten.

Nach 1,5 Stunden Spaß an der Grenze setzten wir die Fahrt nach Leon fort. Zwei Stunden späte und somit um 23 Uhr erreichte ich mein Hostel. Insgesamt fand ich den Fahrtag gar nicht so schlimm. Wir hatten ausreichend Pausen und ich konnte auch viel schlafen.

Fazit Honduras: Das Land gilt als gefährlich und man hört im Internet und in den Medien nichts Gutes. Aber ich habe mich nie unsicher gefühlt. Ich war aber auch hauptsächlich in den Touristen-Hotspots unterwegs. Es ist auf jeden Fall eine Reise wert. Obwohl ich dachte, dass mir die kleine Insel Utila besser gefallen würde, war ich doch eher ein Fan von Roatan. West End Beach war eher nach meinem Geschmack. Vor Honduras liegt das zweitgrößte Riff der Welt und hier kann man die preislich günstigsten Tauchscheine auf der Welt machen. Dennoch teile ich die Meinung einiger Taucher, dass das Riff zwar farbenfroh und das Wasser besonders klar, die Tierwelt aber nicht so spektakulär ist.

Geld: Landeswährung sind Lempira, aber die Inseln und Copan akzeptieren auch Dollar. Theoretisch ist Honduras günstig, aber die Touristenorte haben eher deutsche Preise.

Nicaragua

Donnerstag 6.8.26

Ich bin auf jeden Fall viel zu spät ins Bett gegangen, stand aber für das kostenlose Frühstück um 9 Uhr auf. Mein Plan für heute war eigentlich abends eine Wanderung zum Vulkan Telica. Allerdings erfuhr ich am Vorabend an der Rezeption, dass dieser aktuell Asche spuckt und daher nicht zu besichtigen ist.
Daher hatte ich keine wirklichen Pläne für den Tag und verließ auch erst gegen Nachmittag mein Zimmer. Tatsächlich meidete ich häufiger die Schlafsäle, weil es dort nur selten Klimaanlagen gab. Angesichts der Wetterlage war mir das zu warm. Daher buchte ich oft kleine Privatzimmer innerhalb der Hostels. Aber auch hier waren wieder kaum Gäste. Das Hostel lag etwas einen Kilometer vom Zentrum entfernt.
Leon ist eine nette, erstaunlich ruhige Kolonialstadt. Aber es ist auch sehr heiß hier. Ich spazierte zunächst zum Hauptplatz im Zentrum. Erstmal brauchte ich einen ATM, um Bargeld zu holen. Ich fand bei Google Maps einen mit dem Kommentar: „Nimmt keine Gebühren.“ Das probierte ich direkt aus und holte nicht nur Cordoba (Landeswährung), sondern auch Dollar ab. In Nicaragua konnte man wieder überall mit beiden Währungen bezahlen. Dann ging es zur Kathedrale, wo man für 4$ aufs Dach steigen konnte.

 

Es folgten noch ein paar Kirchen.

Da ich nichts Besseres zu tun hatte, buchte ich eine Massage. Das Land ist wirklich sehr günstig. Eine Stunde kostete nur 15 Euro. Mein nächstes Ziel war ein Touranbieter für Vulkan Boarding, was das Highlight von Leon ist. Ich buchte also eine Nachmittagstour für den nächsten Tag. Nach einem Stopp beim Supermarkt und einem Crepes als Abendessen ging es zurück zum Hostel.

Freitag 7.8.26
Nach dem Frühstück hatte ich noch Zeit, da meine Tour erst um 13.30 Uhr begann. Statt den angegebenen 15-20 Personen waren wir über 30 Leute. Volcano Day ist einer der bekanntesten Anbieter. Für 45$ gab es ein T-Shirt, Vulkanboarding, einen Partybus mit kostenlosem Rum-Cola, Fotos und Videos sowie ein Abendessen mit Lagerfeuer. Da konnte man echt nicht meckern.
Wir stiegen also in einen gelben amerikanischen Schulbus und fuhren ca. eine Stunde bis zum Vulkan.

Direkt auf der Hinfahrt wurde schon für gute Stimmung gesorgt. Dann gab es einen Parkeingang, wo man nochmal alle seine Rechte abtreten musste. Nach weiteren zehn Minuten stiegen wir aus, jeder bekam einen kleinen Rucksack mit Overall und einer Brille. Dann musste sich alle ein Board schnappen. Wer wollte, konnte auch Geld bezahlen, um es nicht selbst tragen zu müssen.

Die Wanderung zum Startpunkt sollte 45 Minuten dauern und wurde als moderat bewertet. Viele hatten aber doch Schwierigkeiten mit der Strecke und dem Tragen des Boards. Es war den ganzen Tag schon windig gewesen und zunächst nicht so schlimm. Als wir aber um eine Ecke zum Krater gingen, wurden wir von unfassbaren Böen fast umgeweht. Man musste selbst herausfinden, dass es nicht mehr schlau war, dass Brett seitlich zu tragen, weil der Wind dann viel zu viel Angriffsfläche hatte.

Ich bin wirklich nicht empfindlich, aber bei einigen Windstößen hatte ich echt Sorge umgeschubst zu werden. Ich befand mich in der vorderen Gruppe und unser Guide legte eine Pause ein. Wir sollten uns auf die Boards setzen, um dem Wind nicht mehr so ausgeliefert zu sein. Natürlich hatten noch alle ihre kurzen Sachen an und somit wurde man mit Asche und kleinen Lavasteinchen regelrecht abgeschossen. Es war zwischenzeitlich sehr unangenehm. Ich tauschte dann schnell meine Sonnenbrille gegen die Schutzbrille für die Fahrt. Der Weg führte nun ein Stück bergab, was es nicht besser machte. Es stürmte immer noch und dazu rutschte man über die Steinchen ständig weg.
Eine andere große Gruppe saß bereits mit ihren orangenen Overalls startbereit. Wir sollten uns dann auch anziehen. Ich habe nicht ganz verstanden, warum wir das nicht vor der Ecke zum Krater gemacht hatten, wo noch alles in Ordnung war. Eigentlich waren uns auch Handschuhe versprochen worden, aber die waren dann doch nicht im Beutel dabei.

Mit dem Overall und der Brille war es dann zum Glück aushaltbar. Wir mussten noch sehr lange warten, bis der Rest der Gruppe ankam. Dann kamen auch noch die beiden Träger, die jeweils fünf Boards geschleppt hatten. Keine Ahnung, wie sie das angestellt hatten.


Wie man fährt, war uns bereits zu Beginn der Wanderung erklärt worden. Nach hinten lehnen und Füße flach auf die Asche sorgt für mehr Speed.

Als ich an der Reihe war, befolgte ich auch alles. Jedoch war die Querstrebe vom Brett, auf die man sich setzen sollte, angeschrägt. Je mehr man sich nach hinten lehnte, desto mehr rutschte man nach vorne. Das sorgte auch dafür, dass ich irgendwann mit Vollspeed die Kontrolle verlor. Es war aber halb so wild. Ich konnte mich wieder auf das Brett setzen und weiterfahren. Ich war auch nicht die einzige, der das passiert war.

Wir sollten alle Tücher für das Gesicht mitnehmen und ich war unfassbar froh, dass ich mein Halstuch dabei hatte. Einige waren nur mit Brille gefahren und sie kamen mit einem schwarzen Gesicht unten an. Überhaupt hatte man natürlich Asche und Lavabröckchen einfach überall.

 

Als dann endlich alle unten waren, ging es zurück zum Bus. Wir durften uns auf das Dach setzen, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Dazu gab es Melone und Nachos.

Auf der Rückfahrt war dann Party angesagt. Es wurde Rum-Cola verteilt und zu lauter Musik getanzt. Nach einer Weile stoppten wir für das Abendessen, die Siegerehrung der schnellsten am Berg und für ein Lagerfeuer. Lange blieben wir hier aber nicht.
Gegen 20 Uhr waren wir dann zurück am Startpunkt.


Ich wollte noch kurz im Supermarkt einkaufen und auf dem Weg dorthin, kam ein dürrer, dreckiger Junge und fragte, ob ich ihm was kaufen könne. Ich gebe ungern Geld, aber was zu Essen kaufen ist ja eigentlich nichts dabei, dachte ich mir. Ein anderer Typ rief mir dann die ganze Zeit zu, dass der Junge rauchen würde und ich ihm nichts kaufen solle. Er wollte erst Shampoo haben oder Hühnchen. Ich hatte Brot vorgeschlagen. Am Ende bezahlte ich ihm 2 kg Reis. Ich dachte mir, dass man damit nicht so viel falsch machen konnte. Würde er das jetzt zu Geld machen, um sich dann wiederum Zigaretten zu kaufen? Keine Ahnung.
Ich lief anschließend 20 Minuten zurück zum Hostel und duschte ausgiebig. Die Asche war einfach überall.

Samstag 8.8.26

Die Reise ging weiter und so wurde ich um 9 Uhr von meinem Shuttle am Hostel abgeholt, um nach Granada zu fahren. Das Auto war komplett voll und irgendwie bekam ich währen der 3,5 Stunden Fahrt etwas Kopfschmerzen.
Bei Ankunft in Granada konnte ich direkt aufs Zimmer und legte mich erstmal hin. Aber auch das half nicht. Am Ende entschied ich mich doch für eine Ibuprofen und war wieder topfit. Gegen 16 Uhr erkundete ich die Stadt. Zunächst gab es aber eine Bowl und einen Smoothie zur Stärkung. Granada war ebenfalls eine Kolonialstadt. Im Gegensatz zu Leon waren hier aber mehr Obdachlose und Bettler unterwegs.

Ich musste noch dringend meinen 24 km-Lauf absolvieren, war aber nicht übermäßig motiviert. Zumindest hatte ich eine flache Route am Seeufer entlang gefunden. Leider lief ich viel zu spät los und so war es bereits dunkel, als ich mich um 18.30 Uhr aufraffen konnte. Das war alles andere als ideal, da die Straße nicht beleuchtet war und ich teilweise mit dem Handy aushelfen musste. Nur war der Akku auch nicht mehr so voll, dass ich dies hätte 2,5 Stunden machen können. Also lief ich die meiste Zeit im Dunkeln und auf der Straße, da hier keine unerwarteten Äste lagen. Nur wenn Autos kamen, nutzte ich gelegentlich die Handylampe, um auf mich aufmerksam zu machen. Ich war mit einer Wasserflasche losgelaufen, die ich nach 4 km ablegte, um sie auf dem Rückweg nutzen zu können.

Eigentlich war die Strecke optimal und es war wirklich schade, dass ich sie nicht im Hellen gelaufen war. Das hätte vieles einfacher gemacht. Ständig hupten die vorbeifahrenden Fahrzeuge, was ich im Dunkeln gar nicht so cool fand. Ich wusste auch nicht genau, was es bedeuten sollte. Immer wenn einer kam, lief ich auf dem Gehweg und war somit niemandem im Weg. Vielleicht war es auch motivierend gemeint. Irgendwann kamen dann ein paar Häuser mit etwas Beleuchtung, aber leider auch Hunde. Mehrfach erschreckte ich mich, wenn die Tiere im Dunkeln plötzlich hinter den Zäunen ausrasteten. Nach 12 km drehte ich um. Leider gab es auf dem Rückweg zweimal den Fall, dass Hunde frei vor dem Haus mich aggressiv anbellten. Ich blieb dann immer stehen und wartete, bis die Hausbewohner ihre Tiere zurückholten. Außerhalb der Stadt hatte ich mich irgendwie sicherer gefühlt, als im Zentrum. Aber im Grunde lief alles unproblematisch und ich war um 21 Uhr zurück.

Im Zentrum wurden derweil überall Straßensperren errichtet, die auch ein Vorbeikommen durch Fußgänger verhinderten. Man musste durch die Zäune klettern. Ich wunderte mich, welche Art von Feier oder Parade den Zugang für Zuschauer dermaßen erschwerte. Später im Hostel erfuhr ich, dass das größte Fest Nicaraguas stattfand und Stiere durch die Stadt getrieben wurden.

Ich hatte am Abend noch mühsam eine Ganztagestour für den nächsten Tag buchen können, um die wichtigsten Vulkane der Gegend zu besichtigen. Als ich von dem Fest hörte, war ich kurz traurig, da ich es komplett verpassen würde. Eigentlich fand ich es gut, wenn die Stiere dumme Menschen aufspießten. Aber nachdem ich Videos im Internet angeschaut hatte, war ich doch froh, es zu verpassen. Es war einfach nur Tierquälerei und es herrschten absolut chaotische Zustände.

Sonntag 9.8.26

Ich wurde nach dem kostenlosen Hostelfrühstück um 8 Uhr abgeholt. Das dachte ich zumindest, weil das die offizielle Startzeit für die Tour war. Leider hatte ich nicht bemerkt, dass in der letzten Whatsapp-Nachricht 9.30 Uhr stand. Also war ich umsonst früh aufgestanden.

Dann kam meine Fahrerin mit einem normalen Auto. Ich war also irgendwie die einzige Teilnehmerin, obwohl mir zuvor etwas anderes mitgeteilt worden war. Nachdem sie herausfand, dass ich Spanisch konnte, wechselte sie direkt die Sprache, was für mich zum Üben natürlich auch gut war.

Zunächst fuhren wir zum Mombacho Vulkan. Dort stieß noch ein Pärchen aus den USA hinzu. Sie waren von Managua aus gekommen. Mit verschiedenen Pick-Ups fuhren wir auf der Ladefläche noch ca. 6 km vom Parkplatz aus recht steil bergauf zum Start der Wanderung. Der Vulkan ist bewachsen und nicht mehr so richtig aktiv. Es gibt verschiedene Wanderwege. Wir hatten mit 1,5 km den kürzesten einmal um den den Hauptkrater herum. Dabei bekamen wir viele Informationen und stoppten häufig an Aussichtsplattformen. Daher dauerte die Tour auch ca. 1,5 Stunden.

Zurück am Parkplatz ging es für mich wieder alleine weiter. Wir fuhren eine halbe Stunde zum Kratersee Apoyo. Zunächst gab es aber noch ein Foto von einem Aussichtspunkt.

Dann ging es zum Entspannen in einen Beach Club. Hier wurde ein Tagespreis bezahlt und man konnte danach die Anlage nutzen. Schwimmen war ich aber letztendlich nicht.

Um 17 Uhr fuhren wir zum dritten Vulkan: Masaya. Er war noch aktiv und wird am besten im Dunkeln besichtigt, damit man das rote Glühen sehen kann. Allerdings mussten wir erstmal ewig in einer Schlange warten. Hier konnte man nicht wandern. Man fuhr mit dem Auto direkt bis zum Kraterrand. Es durfte aber immer nur eine begrenzte Anzahl an Fahrzeugen nach oben. Dort hatte man nur 15 Minuten Zeit, bevor man wieder weggescheucht wurde, damit die nächste Gruppe kommen konnte. Tatsächlich hatte ich mir vom Masaya etwas mehr erhofft. Aber vermutlich habe ich einfach schon zu viele aktive Vulkane besichtigt.

Um 19.45 Uhr war ich wieder am Hostel. Ich lief noch bis zum Strand, um zu schauen, was noch von dem Fest so los war. Es waren auf jeden Fall viele Betrunkene unterwegs, die mich immer wieder ansprachen. Die armen Pferde mussten warten, während ihre Besitzer in der Bar waren.

Auf dem Rückweg traf ich dann drei Leute aus meinem Hostel (Franzose, Deutscher, Portugiesin). Wir setzten uns noch draußen in eine Bar. Es gab viel laute Live Musik, was die Unterhaltungen erschwerte. Zudem kamen sehr oft Bettler oder Straßenhändler vorbei. Ich passte auf jeden Fall ganz besonders gut auf meine Wertsachen auf, da es sehr trubelig war. Mir wurden dann noch Videos der Stierjagd gezeigt und ich fand es schrecklich, was da veranstaltet wurde. Ein Stier lag am Boden und die Menschen traten auf ihn ein.
Insgesamt hatte ich gemischte Gefühle in Granada. Es gab sehr viele Obdachlose und Bettler. Ich merkte, dass ich hier vermehrt auf der Hut war und auch meine Fahrerin hatte mich davor gewarnt, nachts alleine durch dunkle Straßen zu laufen.

Montag 10.8.26

Heute stand nur mein Transfer nach San Juan del Sur um 12.30 Uhr an. Den Vormittag nutzte ich, um einige Dinge zu erledigen. Fast pünktlich wurde ich abgeholt. Der Minivan war voll und ich durfte vorne sitzen. Zunächst stoppten wir in San Jorge, um fast alle aussteigen zu lassen, die zur Vulkaninsel Ometepe wollten. Dann waren nur noch ein Mädchen auf der Rückbank und ich im Auto.
Der Fahrer startete ein Gespräch auf Spanisch mit mir und es war, wie schon häufiger erlebt, der klassische Verlauf. Er fragte, ob ich verheiratet sei, wie groß ich sei und ob ich gerne tanzen ginge. Ich habe mich nicht unwohl gefühlt, aber die Fragen auch gezielt so beantwortet, dass ihm klar werden musste, dass ich diesen Kontakt nicht vertiefen wollte. Immerhin konnte ich weiter an meinem Spanisch arbeiten.

Gegen 15.30 Uhr kamen wir dann in San Juan del Sur an. Mein erster Eindruck von dem kleinen Strandort war recht gut. Es war weniger touristisch, als befürchtet.

Ich hatte für meine Reise eine e-Sim, die mehrere Länder abdeckte. Da sich meine Reisepläne aber spontan geändert hatten, fragte ich meinen Anbieter, ob ich die letzten Tage gegen eine Karibik-Sim eintauschen könne. Da ich eine gute Kundin war, wurde mir dies zugesagt und ich erhielt einen Gutscheincode, den ich direkt einlöste. Allerdings hatte man mir nicht gesagt, dass meine bestehende e-Sim mit dem Einlösen des Gutscheins sofort deaktiviert wird. Ich hatte mich so über das Entgegenkommen gefreut und wurde schlussendlich sehr enttäuscht. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich den Code natürlich erst am Flughafen eingelöst. So hatte ich noch eine Woche in Nicaragua ohne Internet. Über eine Stunde beschäftigte ich mich mit dem Kundenservice, aber sie konnten es nicht mehr rückgängig machen. Man wollte mir einen Gutschein über einen viel zu kleinen Betrag als Ausgleich anbieten. Am Ende wurde der Fall an den Support weitergegeben mit der Bitte um Entschädigung. Ich wusste natürlich nicht, was dabei rauskommen würde, hatte aber erstmal kein Internet mehr. Schnell stellte ich fest, dass es zumindest in San Juan del Sur auch nicht wirklich notwendig war. Das Hostel und jedes Café hatten sowieso Wifi.

Abends absolvierte ich noch mein Lauftraining. Dabei war es schon wieder viel zu dunkel und ich entdeckte erst gegen Ende eine gut ausgebaute Straße mit Fuß- und Fahrradweg.

Dienstag 11.8.26

Ich musste ein wenig arbeiten und verbrachte den gesamten Vormittag in einem Café. Am Nachmittag ging ich zum Strand mit dem Ziel zur Jesus Statue am Ende der Bucht zu laufen.


Man konnte direkt am Wasser entlang gehen. Hinter dem letzten Hotel gab es dann versteckt ein Törchen, sodass man zur Straße gelangte. Ab hier ging es ziemlich steil bergauf. Die Aussichtsplattform an der Statue kostete 4$ Eintritt. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Ich zögerte recht lange, da man auch vom Parkplatz aus schon ein ordentliches Foto über die Bucht erhalten konnte.
Am Ende zahlte ich dann doch und würde sagen, dass es in Ordnung ist. Die Aussicht ist nochmal etwas weitläufiger.

Zurück am Strand ging es zur Abkühlung ins Meer, was erstaunlicherweise gar nicht soo warm war.
Als die Sonne unterging, suchte ich eine Wäscherei, da ein Teil meiner Klamotten ordentlich stank. Man war einfach immer am Schwitzen. Anschließend ging es in ein nettes Restaurant zum Abendsessen und zurück zum Hostel.

Mittwoch 12.8.26

Um 9 Uhr gab es Frühstück im Hostel. Danach hatte ich die dumme Idee meine Laufeinheit zu absolvieren. Irgendwie hatte ich gehofft, früher aufzuwachen und schon vor dem Frühstück laufen zu können. Aber wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte…
Um 9.30 Uhr lief ich los und es waren bereits 32 Grad, gefühlt 37. Immerhin hatte ich ja vor zwei Tagen die gute Laufstrecke gefunden.

Auf dem Rückweg wollte mein Puls aber irgendwie nicht mehr runtergehen. Es waren nur noch 5 min zu absolvieren, dennoch stoppte ich dann doch lieber an einem Kiosk und kaufte mir eine Flasche Wasser. Zum Glück hatte ich beim Laufen mittlerweile immer etwas Bargeld mit. Man wusste ja nie, ob man im Notfall ein Taxi brauchte.

Nach einer kurzen Pause am Hostel ging ich zu einer Art Tierheim. Ich hatte in der Unterkunft eine Werbung gesehen, dass man mit den Hunden spazieren gehen konnte. Als ich da ankam, war dies dann etwas unkomplizierter, als ich dachte. Ich konnte sofort los. Wer ich war und ob ich Erfahrung hatte, interessierte hier niemanden. Ich konnte sogar entscheiden, wie viele Hunde ich mitnehmen wollte. Dann wurde ich mit zwei Leinen in das Gehege geschickt und durfte von den sechs Tieren einfach zwei auswählen. Namen gab es nicht. Mir wurden noch zwei Kotbeutel mitgegeben und gesagt, dass ich zum Strand könne. Die Hunde würden den Weg kennen. Den kannte ich natürlich auch.
Auf dem Weg kamen wir in eine Straße mit einem knurrenden Hund am Straßenrand. Da meine Hunde Respekt zeigten, traten wir lieber den Rückzug an und liefen einen Umweg. Am Strand freuten sich die beiden sehr und wurden immer wilder. Immer wieder attackierte der eine den anderen und ich war mir nicht so sicher, ob es sich um Spaßkämpfe handelte.

Nach 45 Minuten waren sowohl die Hunde als auch ich komplett voller Sand. So gab ich sie dann wieder ab. Ich knuddelte noch mit drei Welpen, bevor es weiter zur Wäscherei ging, um meine Sachen wieder abzuholen.


Anschließend ging es an den Strand und um 17 Uhr zur Massage. Ich organisierte noch einen Shuttle und Unterkünfte für die nächsten Tage, bevor es zurück ins Hostel ging. Es waren zwei neue Leute in meinem Zimmer und mit einem von ihnen verstand ich mich richtig gut. Allerdings war auch interessant, dass fast alle Gäste aus Israel kamen. Ich weiß, dass viele Israelis nach der Militärausbildung nach Lateinamerika reisen. Aber bisher hatte ich sehr wenige getroffen. Mein aktueller Ort war scheinbar eine beliebte Anlaufstelle.

Donnerstag 13.8.26

Um 9.30 Uhr kam mein Shuttle, um mich zum Hafen von San Jorge zu bringen. Die Fahrt dauerte nur 45 Minuten. Mein Ziel war Ometepe, eine Vulkaninsel in einem großen See. Die nächste Fähre fuhr um 11 Uhr, was zeitlich sehr gut passte. Das Ticket kostete keine 2 Euro. Aber man musste zusätzlich wieder eine Hafengebühr bezahlen.

Mich fragte dann jemand, ob ich auf der Insel einen Roller brauchen würde. Das war tatsächlich mein Plan und ich wusste, dass ich mit rund 15$ pro Tag rechnen musste. Er bot mir drei Tage für 40$ an. Ich war hin- und hergerissen, ob ich das jetzt schon buchen sollte oder ob es vor Ort günstiger sein würde. Der Preis klang nach meiner Recherche schon gut. Da es auch ein offizielles Büro gab und er einen Firmenshirt trug, machte das Angebot einen vertrauenswürdigen Eindruck und ich nahm es an. Am Hafen in Ometepe würde mich jemand mit einem Namensschild in Empfang nehmen, hieß es.

Die Überfahrt dauerte genau eine Stunde. Am Hafen war zwar nicht viel los, aber man wurde diretk von Taxifahrern und Rollervermietungen belagert. Nur leider war weit und breit keiner mit meinem Namensschild. Am Morgen hatte ich noch versucht, mir eine neue e-Sim zu kaufen, aber irgendwie konnte ich den Vorgang in der App nicht abschließen. Dementsprechend konnte ich den Anbieter auch nicht kontaktieren. Meine Laune sank und ich irrte ein bisschen umher und verließ dann das Hafengelände. Da kam mir ein Mann entgegen und fragte, ob ich Andrea sei. Es gab einfach ein Büro direkt am Hafen. Das hätte man mir auch sagen können. Im Endeffekt lief dann doch alles glatt und ich bekam meinen Roller, der einen sehr guten Eindruck machte. Passend zu meinem Oberteil gab es noch einen pinken Helm. Am Hafen hatte mir jemand einen Roller für 10$ anbieten wollen, aber hier muss man aufpassen, da man oft für den Helm extra bezahlen muss.


Mein Hostel lag zwischen den beiden Vulkanen der Insel. Im Grunde gab es nur eine große Straße außen herum, daher brauchte ich nicht wirklich ein Navi. Mit meinem ganzen Gepäck war die Fahrt etwas wackelig und ich fuhr daher sehr langsam. Statt 45 Minuten brauchte ich über eine Stunde. Aber das war nicht schlimm. Um 14 Uhr kam ich an, aber Check-in war erst um 15 Uhr und hier durfte man ausnahmsweise nicht früher ins Zimmer.

Nach einem Nickerchen fuhr ich noch zu einem Supermarkt, wo ich dann zwei bekannte Reisende aus Granada wiedertraf. Irgendwie traf man die Leute immer wieder.

Freitag 14.8.26

Nach dem Ausschlafen stellte ich fest, dass es draußen regnete und arbeitete daher zunächst am Laptop. Gegen Mittag startete ich dann meine geplante Inselumrundung mit dem Roller. Wobei es genau genommen nur die halbe Insel war. Ometepe besteht aus zwei Vulkanen und ist im Grunde wie eine Brille aufgebaut. Es gibt zwei Straßen, die kreisförmig um die Vulkane herumführen und in der Mitte mit einem Steg verbunden sind. Ich hatte die Hälfte des Vulkans Concepcion schon auf dem Weg zu meiner Unterkunft umrundet. Meine Unterkunft lag ja mittig von den Vulkanen. Heute wollte ich dann Maderas komplett umrunden.

Es war bereits ziemlich heiß, als ich mich auf den Weg machte. Der Fahrtwind war eher wie ein warmer Föhn. Die zunächst gut ausgebaute Straße wurde leider irgendwann zu einem Schotterweg. Es ging immer wieder hoch und runter. Ich fuhr sehr langsam und vorsichtig, da ich mir auch die Gegend anschauen wollte. Hier war alles sehr ursprünglich und überhaupt nicht touristisch, da es auch sehr weit vom Hafen weg war. Ich begegnete wenig anderen Fahrzeugen.

Irgendwann kam ein Regenschauer und ich stellte mich schnell unter einen Baum, um nicht klitschnass zu werden. Nach zehn Minuten war es aber auch schon wieder vorbei und ich konnte weiterfahren. Zu meiner Freude traf ich sehr oft auch frei herumlaufende Schweine.

Meine Fahrt dauerte zwei Stunden. Ich fuhr aber auch nie schneller als 30 km/h. Zurück an der Unterkunft ging ich in den Pool.

Als es gegen 17 Uhr kühler wurde, machte ich mich bereit für meinen 18 km Lauf. Mit dem Roller fuhr ich zunächst ein Stück von der Unterkunft weg, weil es mir zu bergig war. Dann lief ich in Richtung Hafen, also die Strecke von meiner Hinfahrt. Leider hatte ich nicht mehr in Erinnerung, dass es auch hier ständig hoch und runter ging. Eine Stelle war so steil, dass ich sogar gehen musste. Zudem war es immer noch sehr schwül. Nach einer Stunde war es dann dunkel und ich musste vorsichtshalber mit dem Handy leuchten, damit mich keine Fahrzeuge übersahen. Ich war so froh, als ich die Einheit hinter mir hatte. Nach einem kurzen Stopp am Supermarkt ging es unter die Dusche und ins Bett.

Samstag 15.8.26

Ich hatte damit geliebäugelt die lange Wanderung auf den Vulkan Concepcion zu machen. Aber das Wetter war schon am Vortag nicht sonderlich gut gewesen und man musste schon Glück haben, dass der Vulkan nicht wolkenverhangen war. Am Abend zuvor hatte ich mich dann gegen die Wanderung entschieden. Nach dem Aufwachen war ich froh über diese Entscheidung. Der Himmel war bedeckt und es regnete immer wieder. Ich hatte überlegt noch zur blauen Lagune zu fahren oder am Pool zu liegen, aber das konnte man vergessen.
Um 13.30 Uhr nutzte ich eine kurze Regenpause, um zum nahegelegenen Café El Pital zu fahren. Dort traf ich mich mit Anita, die ich im Hostel in Granada kennen gelernt hatte.

Am nächsten Tag würde mich ein Shuttle um 10 Uhr vom Festland aus nach Managua bringen. Es gab nun zwei Möglichkeiten: Entweder eine Nacht am Hafen von Ometepe und morgens mit der 7 Uhr Fähre übersetzen, weil die um 9 Uhr zu riskant war, oder heute Nachmittag schon übersetzen und im Hafen von San Jorge ausschlafen, um dann entspannt mit dem Shuttle zu starten. Die Antwort war natürlich einfach, da ich kein Frühaufsteher bin.

Um 15 Uhr machte ich mich also auf den Rückweg zum Hafen, da ich auch den Roller um 17 Uhr abgeben musste. Laut Fahrplan gab es ein Schiff um 17.30 Uhr. Das passte natürlich perfekt. Ich düste also mit meinem Roller los. Leider war die Tankanzeige defekt und ich hatte die ganze Zeit Sorge, es nicht bis zur Tankstelle zu schaffen. Statt der von Google Maps angegebenen 45 min brauchte ich in meinem Schneckentempo rund 1,5 Stunden.
Um 16.45 Uhr gab ich pünktlich kurz vor Ladenschluss den Roller zurück. Leider sagte man mir dort, dass mein Schiff nicht fahren würde, weil es kaputt sei. Na toll! Also zurück zum alternativen Plan mit frühem Aufstehen. Ich hatte zum Glück schon für den Fall der Fälle nach Unterkünften in Hafennähe geschaut und bisher auch noch nichts gebucht. Irgendwie hatte ich schon geahnt, dass etwas schief gehen könnte. Für 19 Euro bekam ich dann ein riesiges Zimmer mit Klimaanlage für mich alleine in kurzer Entfernung zum Hafen.

Sonntag 16.8.26

Um 6.25 Uhr klingelte der Wecker. Ich marschierte zum Hafen und wir fuhren pünktlich um 7 Uhr ab und kamen nach einer Stunde in San Jorge an. Dort setzte ich mich dann zwei Stunden in ein Restaurant, um auf meinen Weiterfahrt zu warten.

Natürlich war mein Shuttle etwas verspätet und die 9 Uhr Fähre bereits angekommen. Aber ich wollte natürlich kein Risiko eingehen.
Auf dem Weg nach Managua hielten wir noch in Granada. Ich hatte dort im Hostel ein T-Shirt und eine Shorts in der Dusche vergessen und vorgehabt, sie nun einzusammeln. Leider war schon wieder ein Fest in der Stadt und wir kamen nicht bis zu meiner damaligen Unterkunft. Zeitweise waren wir nur 300 m entfernt, aber letztlich musste ich die Sachen zurücklassen.

Dann ging es weiter zum Flughafen nach Managua. Ich hatte eine Unterkunft nur 700 m entfernt und wurde direkt vor der Tür abgesetzt. Das war der Vorteil an den Shuttlen. Wieder hatte ich ein Zimmer für mich alleine.

Am Abend musste ich noch eine Laufeinheit absolvieren. Die Unterkunft befand sich in einem abgesperrten Bereich. Dieser war flach und mit wenig Verkehr. So konnte ich meine 400 m Intervalle mit Runden um die Häuserblocks ohne Probleme abschließen.

Montag 17.8.26

Der Wecker klingelte wieder um 6.25 Uhr, da mein Flug nach Miami um 9.25 Uhr startete. Ich lief das kurze Stück zum Flughafen zu Fuß. Dieser war natürlich klein und bot auch keine weiten Ziele an. Beim Boarding funktionierte mein Ticket nicht und man teilte mir mit, dass ich ein Upgrade für die Business Class bekommen hatte. Das war natürlich cool. Aber im Endeffekt bei einem 2,5 Stunden Flug nicht ganz so lohnenswert. Ich hatte auf jeden Fall viel Platz und bekam ein Getränk sowie zwei Snacks kostenlos. Das war es dann aber auch schon.

Der Reisebericht geht mit USA-Bahamas weiter.

Fazit Nicaragua: Es ist ein Land voller Vulkane, in dem es leicht ist, als Backpacker zu reisen. Die Infrastruktur und vor allem der Ausbau der Straßen ist gut. Dennoch gibt es viele Kontraste. Vielerorts waren noch Pferdekutschen im Einsatz. Natürlich gibt es keine Tierschutzgesetze und somit sehen die Tiere teilweise erbärmlich aus. Zudem liegt überall Müll: am Straßenrand, auf Wiesen und Felder sowie in den Städten. Zudem gab es viele Obdachlose in den großen Städten am Straßenrand.

Geld: Man konnte überall mit Cordoba und Dollar bezahlen. An einigen Geldautomaten konnte man sogar ohne Gebühr abheben.

Ländervergleich: El Salvador war am saubersten und sichersten von den dreien. Honduras ist etwas schwierig zu beurteilen, da ich mich hauptsächlich in sehr touristischen Gegenden aufgehalten habe. In Honduras und Nicaragua gab es deutliche Müllprobleme und viele Männer versuchten mit mir ein Gespräch anzufangen und mich zum Essen einzuladen. Ich habe mich aber nie ernsthaft bedrängt gefühlt.
Trotz der Regenzeit hat es nur selten geregnet, was natürlich sehr vorteilhaft war. Dennoch war es in allen Ländern sehr schwül und heiß. Klimaanlagen gab es in Hostels eher selten oder sie wurden nur nachts eingeschaltet. Viele hatten aber Ventilatoren. Zudem gab es in vielen Duschen kein heißes Wasser.
Obwohl vor allem El Salvador und Nicaragua für Backpacker bekannt sind, war es nicht touristisch überlaufen. Oft waren nur wenige Leute in den Hostels.
Überall konnte man mit der Landeswährung oder Dollar bezahlen. Nicaragua war am günstigsten, schien aber auch am ärmsten.