Südafrika, Mosambik, Eswatini & Lesotho

Die Osterferien 2026 standen vor der Tür und es zog mich wieder in die weite Welt hinaus. Das Ziel: Südafrika. Genauer gesagt: vier Länder in 15 Tagen. Ursprünglich waren es sogar fünf Länder, aber aufgrund von Konflikten in der Welt musste ich ein wenig umplanen.

Wieso schon wieder Südafrika? Dort war ich doch erst letztes Jahr im März.
Hier kommt die Erklärung: Nach meinem Sabbatjahr hatte ich mich einer Dortmunder Laufgruppe angeschlossen. Diese organisierte eine Laufreise nach Kapstadt zum Two Oceans Ultramarathon. Ich wollte zwar nicht die 56 km mitlaufen, fand aber die Idee, in diesem Zusammenhang den Rest von Südafrika inklusive Kapstadt und Krüger-Nationalpark zu besichtigen, ganz interessant.

Da ich aber immer noch den Plan verfolge, alle Länder der Welt zu bereisen, war mir auch schnell klar, dass die kleinen Binnenländer Lesotho und Eswatini in diesem Zusammenhang ebenfalls abgehakt werden müssen … und dann würde nur noch Mosambik im südlichen Afrika fehlen. Dafür lohnt natürlich keine eigene Reise. Also musste es ebenfalls auf die Liste 😀.

Somit stand die grobe Reiseroute fest: Von Johannesburg zum Krüger-Nationalpark, rüber nach Mosambik, Eswatini durch Südafrika bis Lesotho und die Garden Route entlang nach Kapstadt. Die Frage war jetzt nur noch, wie ich von A nach B kommen sollte. Aufgrund der begrenzten Zeit fielen Zug und Bus schon einmal raus. Südafrika ist zwar bei Selbstfahrern beliebt, aber mit Grenzübergängen auch schwierig und alleine erst recht. Also befragte ich Google nach einem Reiseveranstalter und stieß auf die Webseite von Johan, der alle vier Länder in zwölf Tagen anbot. Ich nahm direkt Kontakt auf, und er bastelte mir eine Route mit all meinen persönlichen Schwerpunkten.

Natürlich ist es immer schwierig, wenn man jemandem von einer Webseite vertrauen muss. Aber die Beratung und Aufmachung waren sehr professionell.

Jetzt fehlten nur noch die Flüge. Von Frankfurt aus gab es für den letzten Schultag einen Direktflug nach Johannesburg. Den Rückflug musste ich für samstags buchen, um rechtzeitig montags in der Schule sein zu können. Bei meiner Recherche fand ich dann einen Flug mit acht Stunden Aufenthalt in Doha. Das war natürlich perfekt, um auch noch Katar auf meiner Liste abhaken zu können. Leider musste ich diesen Flug kurz vor Reisebeginn aufgrund des Kriegs zwischen dem Iran, Israel und den USA wieder stornieren.
Die alternative Rückreise startete dann schon am Samstagnachmittag und ging über Istanbul. Immerhin konnte ich so direkt nach Düsseldorf fliegen und kam nicht erst sonntags abends in Frankfurt an.

Freitag, 27.3.26
Am letzten Schultag ging es mit dem Zug zum Flug. Erstaunlicherweise funktionierte alles problemlos. Der Flug dauerte rund 10 Stunden und wir landeten um 9.30 Uhr Ortszeit in Johannesburg.

Samstag, 28.3.26
Dort wurde ich dann direkt abgeholt. Allerdings nicht vom Reiseveranstalter Johan, sondern von seiner Tochter und zwei weiteren Familienmitgliedern. Denn Johan war noch mit einer anderen Tour unterwegs und wollte einen Tag später im Krüger-Nationalpark auf mich treffen. Die anderen sollten mit mir die Panorama Route entlangfahren und mich anschließend zum Park bringen. Die Tour begann also direkt mit einer Planänderung. Denn eigentlich war erst die zweite Nacht im Krüger vorgesehen. Die erste Nacht sollte südlich der Panorama Route und dementsprechend außerhalb des Parks verbracht werden.

Auf dem Weg zur Panorama Route hieß es dann plötzlich, dass wir direkt zum Krüger Park fahren müssten, weil das Haupttor um 18 Uhr schließen würde und wir es sonst nicht rechtzeitig schafften. Die Panorama Route sollte auf den dritten Tag verlegt werden. Für mich ergab es einfach überhaupt keinen Sinn, dass die Nacht von außerhalb des Parks in den Park verlegt wurde. Das führte schließlich nur zu Zeitstress. Und die Panorama Route bedeutete für den dritten Tag einen Umweg und mehr Fahrtzeit.

Gegen 16.30 Uhr erreichten wir schließlich das Tor zum Krüger-Nationalpark. Direkt auf den ersten paar Metern konnten wir bereits ganz viele Tiere entdecken: Elefanten, Nilpferde, Impalas, Zebras, Giraffen, Hyänen und Warzenschweine. Sie standen einfach am Straßenrand.

 

Die Lodge befand sich nicht weit vom Haupttor entfernt, war aber leider sehr abgewohnt, die Zimmer rochen muffig und hatten keine freien Steckdosen. Also entweder Klimaanlage und Kühlschrank oder Handy laden.

Für 20 Uhr war dann eine Nacht-Safari in Trucks vom Camp angesetzt, an der ich mit den drei Begleitern meiner Hinfahrt teilnahm. Johan war wohl bereits angekommen, aber von der Fahrt müde. Ich sollte ihn am nächsten Tag beim Frühstück treffen. So langsam dämmerte mir dann auch die Verlegung der ersten Nacht in den Park. Ich hatte mich schon gewundert, warum ich von drei Leuten abgeholt wurde. Zwei von ihnen hatten erzählt, dass sie noch nie im Krüger waren, und ich glaube, daher kam die Änderung. Sie wollten gerne ein bisschen Safari machen.
Die Tour hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Ich sah zum ersten Mal Wildhunde, und zwar ein ganzes Rudel. Außerdem gab es jede Menge Hyänen mit Babys. Überhaupt hatten gerade fast alle Tiere Nachwuchs bekommen. Wir sahen zudem Elefanten, Nilpferde, eine Giraffe und ein Chamäleon (zumindest mit viel Fantasie).

Sonntag, 29.3.26
Um 7 Uhr stand das Frühstück an. Da die Lodge sehr weitläufig war, wurde ich immer mit dem Auto von meinem Zimmer (es handelte sich um einzelne Hütten) abgeholt. Morgens wurde mir dann spontan mitgeteilt, dass ich mein ganzes Gepäck mitnehmen solle. Ich würde ein besseres Zimmer näher am Fluss erhalten. Zum Glück hatte ich nicht wirklich ausgepackt und daher schnell alles zusammen.

Beim Frühstück direkt am Fluss bei den Nilpferden lernte ich dann endlich Johan kennen. Mit seinen 70 Jahren war er auf jeden Fall nicht mehr so gut zu Fuß. Ansonsten schien er nett, sprach aber etwas undeutlich Englisch.


Wir starteten in seinem Auto um 8 Uhr mit einer Safari. Das andere Auto, das mich gebracht hatte, folgte zunächst noch, bis sie dann nach Johannesburg zurückfuhren. War ich am ersten Tag noch von der Tierdichte beeindruckt, sah man jetzt lange Zeit außer Impalas und ein paar Affen nichts. Wir folgten dem Sabie River Richtung Süden. Wirklich viele Abzweigungen oder Offroad-Routen schien es gar nicht zu geben. Johan meinte, der Park sei voll, ich fand es aber überschaubar. Ich war von anderen Safaris deutlich mehr Autos gewohnt. Außerdem fiel mir auf, dass kaum Jeeps unterwegs waren. Die meisten fuhren mit ihren privaten Autos über die gut befestigten Straßen.

Nach drei Stunden tat sich dann endlich ein Highlight auf. Eine riesige Elefantenherde von bestimmt 100 Tieren war dabei, den Fluss zu durchqueren. Nachdem wir die Fahrt zu einem Camp fortgesetzt und einen Toilettenstopp eingebaut hatten, ging es den gleichen Weg wieder zurück. Auch dies lag an der Routenänderung. Denn eigentlich waren wir bereits auf dem Weg Richtung Mosambik, was für den folgenden Tag geplant war. Auf dem Rückweg begegneten wir wieder den Elefanten. Einige Zeit später tummelten sich dann nochmal viele Autos am Straßenrand. Es waren Löwen zu sehen. Leider waren sie nur schwer erkennbar im Gebüsch. Ansonsten blieb die Ausbeute recht mau.

Zurück in der Lodge bekam ich dann mein neues Zimmer. Es roch auf jeden Fall besser als das alte, die Klimaanlage war leiser und es gab eine freie Steckdose.

Nach dem Mittagessen zog ich mich für ein Nickerchen aufs Zimmer zurück. Mit 29 Grad war es recht schwül.

Um 16.30 Uhr startete eine dreistündige Sonnenuntergangssafari. Neben mir saß eine Frau aus Mosambik, die sich die ganze Zeit fotografieren ließ und keine Ahnung von den Tieren hatte. Sie erkannte das Nilpferd nicht und dachte, dass sie außerhalb vom Wasser nicht überleben könnten. Schon spannend, wenn Leute die heimische Tierwelt nicht kennen.

Wie schon den ganzen Tag über gab es auch bei dieser Tour eher wenig zu sehen. Giraffen, Zebras und Elefanten waren recht weit weg im Gebüsch. Eine kleine Gruppe von Wildhunden sowie eine Hyäne waren direkt auf der Straße. Kurz vor der Unterkunft waren als Highlight dann doch noch zwei Löwinnen direkt am Straßenrand.

Wir kehrten um 19.40 Uhr zurück, und für mich ging es sportlich weiter. Auf meinem Trainingsplan für den Hamburg-Marathon standen 28 km. Das war natürlich jetzt unglücklich, dass ich mich gerade in einem Nationalpark befand. Das Lodge-Gelände war zum Glück recht weitläufig, aber leider auch sehr hügelig. Es nützte nichts. Gegen kurz vor 20 Uhr startete ich meine Runden. Da es mir an einigen Stellen aber doch zu steil war, drehte ich sehr viele Runden als Pendelstrecke zwischen zwei Parkplätzen. Nach etwas weniger als drei Stunden hatte ich es dann endlich geschafft. Vor allem die letzten beiden Kilometer waren sehr anstrengend.
Nach einer schnellen Dusche ging es zügig ins Bett.

Montag, 30.3.26
Der Wecker klingelte bereits um 5.20 Uhr. Wir mussten ja nochmal zurück zur Panorama Route. Ich ärgerte mich weiterhin über diesen unnötigen Umweg. Es handelt sich um eine Straße von Nord nach Süd, die man in der Regel auch hin und wieder zurückfahren muss. Dort befinden sich dann mehrere Aussichtspunkte.

Also fuhren wir 2,5 Stunden bis zum Blyde Canyon im Norden der Panorama Route. Hier gab es einen spektakulären Ausblick, und auch das Wetter war top.

 

Weiter ging es Richtung Süden zu den Potholes.

Dann hielten wir bei den Berlin Falls.

Zum God’s Window gab es einen kleinen Abzweig, und hier zeichnete sich schon schnell ein Wetterumschwung ab. Es war komplett nebelig, und man konnte gar nichts sehen.

 

Am Ende hielten wir noch an den Lisbon Falls.

In Graskop gab es dann ein verspätetes Pancake-Frühstück, bevor wir uns auf die fünfstündige Fahrt nach Mosambik machten. Ich wollte unbedingt vor Sonnenuntergang an der Unterkunft sein, um noch etwas vom Strand oder Pool zu haben.

Während der Fahrt wurde es dann irgendwann über 30 °C, und leider funktionierte die Klimaanlage vom Auto nicht. Also mussten wir die ganze Zeit mit offenen Fenstern fahren.

Gegen 14 Uhr erreichten wir den Grenzübergang. Es gab eine riesige Schlange für die Lastwagen. Die Fahrer taten mir schon leid. Ich glaube, dass die über einen Tag lang warten mussten. Da tat sich nämlich gar nichts.

Wir stellten uns in eine Schlange, um aus Südafrika auszureisen. Leider waren nur zwei Schalter geöffnet, weshalb es sehr lange dauerte. Zudem überholten einfach irgendwelche Leute. Bei den Älteren konnte ich es verstehen, bei allen anderen nicht. Aber keiner störte sich daran. Als ich an der Reihe war, gab es erst mal Schwierigkeiten, weil die bisherigen Länder meinen schönen neuen Reisepass von hinten angefangen hatten. Ich glaube, der Beamte konnte die Stempel nicht finden und fragte, von wo ich denn jetzt käme. Als ich ihn auf die letzte Seite verwies, klärte es sich auf, aber er schüttelte den Kopf über die unfähigen Grenzbeamten, die meinen Pass verbockt hatten.

Dann ging es zur Einreise nach Mosambik. Ich hatte den Ausdruck meines E-Visums dabei und bekam sehr schnell einen Stempel – mein Guide leider nicht. Ihm wurde gesagt, dass sein Pass zu voll sei. Ich war perplex. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein.

Ich fragte, was sein Plan sei, und er meinte, wir müssten zu einem südlicheren Grenzübergang über Eswatini fahren und es dort noch einmal versuchen – oder Mosambik ganz auslassen. Für mich kamen beide Optionen nicht infrage. Ein zusätzliches Land war ja auch Quatsch, wenn man ohnehin schon zu wenig Platz im Reisepass hatte.

Also schlug ich vor, dass er es noch einmal an einem anderen Schalter versucht. Zum Glück war zu dem Zeitpunkt alles leer. Die Frau dort verwies uns jedoch an ihren Kollegen. Dieser wirkte eigentlich nett und kooperativ. Also versuchte ich, meinen Charme spielen zu lassen😅. Ich bettelte ein wenig. Er blieb zwar freundlich, bestand aber darauf, dass der Reisepass voll sei.

Ich fragte, was wir nun tun könnten, und er meinte trocken: zurück nach Südafrika gehen.

Der Guide fing dann ebenfalls an zu betteln, und plötzlich sagte der Beamte, wir sollten Geld in den Pass legen. Mein 70-jähriger Reiseleiter hatte das jedoch akustisch nicht verstanden, sodass ich es ihm noch einmal erklären musste. Ich trat dann unauffällig ein paar Schritte zurück – vermutlich unnötig, denn so etwas schien hier nicht zum ersten Mal zu passieren.

In dem Moment dachte ich nur: Ein Hoch auf die Korruption.

Wir waren nun endlich im Land und setzten unseren Weg zur Hauptstadt Maputo fort. Mir fiel direkt der Müll am Straßenrand auf und dass es viele Bretterbuden gab. Der Kontrast zu Südafrika war deutlich.

Die Fahrt sollte ca. zwei Stunden dauern, und es stand noch ein bisschen Sightseeing in Maputo auf dem Programm. Leider kamen wir aber komplett in den Feierabendverkehr. Ich hatte schon kurz überlegt, ob es nicht schlauer gewesen wäre, direkt zur Unterkunft zu fahren, die auch noch eine Stunde außerhalb der Stadt lag. Sprach es aber dann doch nicht an. Das war ein Fehler.

Wir steckten also mitten in der Stadt fest. Ich stieg einmal für ein paar Fotos aus, wobei es sich nicht ernsthaft um Sehenswürdigkeiten handelte.

Maputo ist ziemlich heruntergekommen und voller Baustellen. An den Kreuzungen stehen Kinder und wollen Scheiben waschen oder betteln einfach nur. Ich verstehe allerdings nicht, warum an der einen Kreuzung fünf Leute Scheiben waschen wollen und an der nächsten fünf Leute Trauben verkaufen. In meinen Augen würde es mehr Sinn ergeben, sich auf verschiedene Straßen zu verteilen.

Der Guide meinte schließlich, dass wir unser Sightseeing in der Stadt abbrechen und zur Unterkunft fahren. Wir würden es am nächsten Morgen nachholen. Diese Entscheidung hätten wir idealerweise viel früher getroffen. Denn jetzt wollten die Berufstätigen alle die Stadt verlassen, und anstatt eine Stunde brauchten wir 1,5 bis zur Unterkunft in Macaneta. Nachdem wir kurz vor Ankunft über eine Brücke gefahren waren, sah es hier ein bisschen aus wie an der Nordsee.

Die Lodge war schön am Strand gelegen. Blöd ist nur, wenn man erst nach Sonnenuntergang ankommt und nichts davon hat.

Es war erstens ein Fehler gewesen, die Panorama Route auf den dritten Tag zu verschieben, was überhaupt nicht auf dem Weg lag. Zweitens hat uns die Grenze viel Zeit gekostet, weil mein Guide seinen Pass nicht rechtzeitig erneuert hatte, und drittens hätten wir direkt Maputo auf den nächsten Morgen verschieben sollen.

Es war also kurz vor 18 Uhr bei Ankunft. Ich drehte noch ein paar Runden im Pool, und dann ging es auch schon aufs Zimmer.

Der Wecker klingelte bereits um 5 Uhr!! Für so eine kurze Zeit hätten wir auch eine Unterkunft in Maputo selbst nehmen können. Die Stunde Fahrt bis zum Strand hatte sich einfach überhaupt nicht gelohnt.

Die Lodge wurde übrigens von Afrikaans (weißen Südafrikanern) betrieben. Das hatte ich sehr häufig erlebt, dass in armen Ländern Hotels bzw. Lodges im Besitz von Ausländern sind. Gäste waren natürlich auch nur Afrikaans. Für sie ist Mosambik vermutlich das, was für uns der bulgarische Goldstrand ist.

Dienstag, 31.3.26
Es ging also früh aus den Federn und wieder eine Stunde Fahrt zurück zur Hauptstadt. Diesmal war es zum Glück noch leer. Es waren erstaunlich viele Sportler unterwegs. Aber ohne die ganzen Autos sah man noch mal deutlicher, wie dreckig alles war. Eine einschneidende Szene war, als eine komplett nackte Frau am Straßenrand inmitten von Maputo sich einseifte und dafür mit einer Flasche wirklich sehr dreckiges Wasser vom Straßenrand schöpfte. Ein paar Meter weiter waren gut gekleidete Leute auf dem Weg zur Arbeit.

Der alte Bahnhof gilt als Sehenswürdigkeit. Wir kamen scheinbar kurz nach Ankunft eines Zuges an. Es war sehr voll, und draußen warteten ganz viele Minivans, um die Leute einzusammeln und vermutlich zur Arbeit zu bringen.
Die Statue gegenüber vom Bahnhof war auch nicht wirklich sehenswert. Ich war die einzige weiße Person weit und breit, und mir war es wirklich unangenehm, Fotos zu machen.

Die Chinesen haben auch in Mosambik ihre Finger im Spiel und haben eine riesige Brücke gebaut.

Wir hielten noch am Fort, und dann war es das auch schon mit Maputo.

So langsam wurden die Straßen voller und wir standen zeitweise im Stau. Es kamen uns viele vollgestopfte Busse entgegen. Außerdem waren sehr viele Straßenhändler unterwegs.

Als Nächstes stand die Einreise nach Eswatini auf dem Programm. Der Weg zur Grenze dauerte ca. 1,5 Stunden. Hier wurde es tatsächlich sauberer, und ich fand auch die Straßenqualität nicht so schlecht. Zudem fiel mir auf, dass Mosambik sehr grün ist.

 

Wir trafen im ländlichen Bereich viele Menschen und auch Schüler, die versuchten, per Anhalter zu fahren. Ich hätte gerne Leute mitgenommen. Aber glaube, dass mein Guide das nicht so cool gefunden hätte.

Die Grenze war wie ausgestorben, und wir waren schon länger das einzige Auto auf dem Weg. Diesmal verlief alles reibungslos, auch bei meinem Guide. Interessant war, dass es eine Schachtel mit kostenlosen Kondomen gab.

Eswatini machte direkt einen guten Eindruck. Es wirkte sauberer und strukturierter als Mosambik.

Wir fuhren als Erstes zum Hlane-Nationalpark für ein Rhino-Trekking. Wir kamen eine Stunde zu früh an, aber das konnte man natürlich vorher nicht ahnen. Um 11 Uhr ging es dann mit einem Jeep in einer Kleingruppe los. Wir fuhren ein Stück und setzten dann den Weg zu Fuß fort. Tatsächlich konnten wir mehrere Nashörner sehen. Sie lagen alle faul in Matschlöchern und schliefen. Bis auf 16 m können die Tiere nicht gut sehen, daher kamen wir relativ nah dran.

 

Nach 1,5 Stunden war die Tour vorbei, und wir fuhren zur Kerzen-Manufaktur. Die war eigentlich für den nächsten Morgen geplant, aber wir lagen gut in der Zeit. Im Grunde gab es hier ganz viele Shops, und man konnte zuschauen, wie jemand weichen Wachs zu Tieren formte.

Anschließend ging es ins Cultural Village. Dort fuhren wir zunächst zu einem Wasserfall, bevor es mit einer Tanzshow weiterging. Danach wurden uns die traditionellen Hütten gezeigt und das Zusammenleben erklärt. Hierbei handelte es sich um noch bestehende Lebensweisen in ländlichen Dörfern. Natürlich haben die Frauen hier nichts zu sagen. Sie dürfen kein Gehirn von einem Tier essen, damit sie nicht zu schlau werden, nicht die Zunge, damit sie nicht viel reden, und nicht die Füße, damit sie nicht weglaufen. Und wenn der Mann an einen Pfahl klopft, muss sie in sein Bett hüpfen. Verrückte Welt.

Wir erreichten gegen 17.30 Uhr die Unterkunft. Es handelte sich um das Mlilwane Wildlife Sanctuary. Die Zimmer sahen von außen aus wie die traditionellen Hütten. Rundherum gab es wilde Tiere, aber natürlich keine gefährlichen.

Ich nutzte noch ein paar Minuten den Pool, bevor es für die WLAN-Nutzung an die Rezeption ging.

Mittwoch, 1.4.26
Diesmal konnte ich aushandeln, dass der nächste Morgen erst mit Frühstück um 8 Uhr beginnen sollte. Allerdings wollte ich vorher noch meine Laufeinheit absolvieren.
Daher klingelte mein Wecker um 6.30 Uhr. Viel später wäre es vermutlich auch zu warm gewesen. Die Laufstrecke war ziemlich cool. Man konnte sich in dem Park frei bewegen. Es gab auch die Möglichkeit, Fahrräder zu mieten oder einen Ausritt zu machen. Nur nachts durfte man nicht herumlaufen wegen der Krokodile und Nilpferde.

Ich absolvierte also meine Intervalle zwischen Zebras und Warzenschweinen. In der Nähe vom See hatte ich aber doch ein wenig Angst vor den Krokodilen.

Zurück an der Unterkunft ging es unter die Dusche und zum Frühstück.

Die Zebras kamen später bis ins Camp.

Kurz vor 9 Uhr verließen wir dann das Camp. Als wir am See vorbeikamen, konnte man mehrere Krokodile sehen, die gar nicht so klein waren.

Wir fuhren zunächst nach Mbabane, der Hauptstadt von Eswatini. Sie ist klein, und es gab nichts Besonderes zu sehen.

Dann ging es zur Grenze nach Südafrika. Alles ging sehr schnell und verlief problemlos. Der restliche Tag bestand aus fünf Stunden Fahrt zu den Drakensberg Mountains.

Während der Fahrt meinte mein Guide, dass noch der Transfer für meine geplante Wanderung am nächsten Tag gebucht werden müsse, und fragte, ob ich das während der Fahrt über die Webseite machen könne. Mein Internet reichte aber gerade so für WhatsApp-Nachrichten aus. Daher schrieb ich die Unterkunft an. Die Standardroute von Johan enthält Drakensberg nicht. Er hatte dies auf meinen Wunsch hin eingebaut, weil ich unbedingt die Wanderung zum Amphitheater (Plateau in den Bergen) machen wollte. Die Unterkunft kannte er auch noch nicht. Sie stellte aber den optimalen Ausgangspunkt für die Wanderung dar. Man musste jedoch mit einem Allradfahrzeug rund 35 Minuten zum Startpunkt gefahren werden. Es wurden Fahrten um 6 Uhr, 7.45 Uhr und um 8.30 Uhr angeboten. 7.45 Uhr klang perfekt. Zunächst hieß es aber, dass das Auto schon voll sei. Erst als sich herausstellte, dass ich alleine unterwegs bin, konnte ich den letzten Platz ergattern. Für die Wanderung wurden sechs Stunden für 12 km empfohlen. Mir kam das sehr langsam vor. Für den Rücktransfer gab es 14 Uhr und 15.30 Uhr zur Auswahl. Nachdem ich im Internet gelesen hatte, dass Leute nur fünf Stunden gebraucht hatten, buchte ich 14 Uhr.

Wir kamen um 16.30 Uhr an der Witsieshoek Mountain Lodge an. Mir gefiel es hier sehr gut.

Donnerstag, 2.4.26
Nach dem Frühstück packte ich mein Gepäck schon in Johans Auto und dann ging es pünktlich um 7.45 Uhr zum Start der Wanderung. Im Jeep waren vor allem auch viele ältere Leute, sodass ich große Hoffnung hatte, keine sechs Stunden zu benötigen. Während der Fahrt wurde man sehr durchgeschüttelt. Nach der Hälfte der Strecke kam plötzlich eine normale Straße. Warum erweiterte man dies nicht auf die ganze Strecke? Möglicherweise, weil man dann kein Geld mehr mit dem Transfer verdienen konnte.

Wir trugen uns noch in ein Wanderbuch ein, und dann ging jeder in seinem Tempo los.

Wir waren bereits auf rund 2400 m Höhe. Die Luft war also schon deutlich dünner. Zu Beginn ging es im Zick-Zack-Kurs bergauf. Dann kam ein Schild mit einem Pfeil zum Viewpoint und einem zum Summit. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, wo ich hin wollte. Ich hatte auch keine GPS-Karte, weil es hieß, dass der Weg leicht zu finden sei. Viewpoint klang auf jeden Fall gut.

Erst später wurde mir klar, dass es nur ein kleiner Umweg zum Summit war. Aber er hatte sich gelohnt. Denn auf dem Rückweg war alles wolkenverhangen. Vom Viewpoint aus konnte man das Amphitheater sehen.

Mir wurde auch erst später klar, dass ich oben auf das Plateau wandern würde. Irgendwie hatte ich mich gar nicht richtig informiert und nur die schönen Fotos im Internet gesehen.

Nach dem Viewpoint kam ein stärkerer Anstieg.

Dann ging es sehr lange mit leichtem Anstieg um den Berg herum.

Man konnte sich entscheiden, ob man den Gully-Weg nehmen oder die Leitern hochklettern wollte. Gully war für Leute, die Angst vor den Leitern hatten. Ich fand den Weg über Geröll in einer Schlucht aber überhaupt nicht attraktiver.

Ich wollte natürlich die Leitern nehmen. Sicherungen gab es natürlich nicht. Dafür aber zwei recht lange Leitern.

Oben angekommen konnte man einen Wasserfall sehen.

Da ich die Erste aus meiner Gruppe war und weitere Wanderer zuvor überholt hatte, konnte ich niemandem mehr hinterherlaufen und wusste gar nicht so genau, wo es denn jetzt weiterging. Auf dem Plateau hätte ich mich fast verlaufen, fand aber dann doch Fußspuren.


Es ging dann noch ca. einen Kilometer ziemlich flach bis zur Klippe. Dort befand sich der Tugela-Wasserfall, der mit seinen 938 m der höchste oder zweithöchste Wasserfall der Welt ist. Angeblich ist das Schild nicht mehr ganz korrekt. Ich war also ganz alleine an der Klippe, die schon sehr angsteinflößend war. Leider war alles voller Wolken, und man konnte auch den Wasserfall zunächst nicht sehen. Da ich bereits nach zwei Stunden oben war, hatte ich nun ausreichend Zeit, um einen guten Moment abzupassen. Zwischendurch gab es mal dreißig Sekunden, in denen man zumindest ein bisschen was sehen konnte.

Nach einiger Zeit kamen auch andere Wanderer an und ich kam mit einigen ins Gespräch. Eine Familie plante sogar eine Übernachtung auf dem Plateau. Nach etwas über einer Stunde zog es sich noch stärker zu, und ich machte mich auf den Rückweg. Es handelte sich um die gleiche Strecke.


Ich wusste jetzt natürlich, dass ich den Jeep um 14 Uhr locker schaffen konnte.
Auf dem Rückweg gab es an der einen oder anderen Stelle nochmal gute Aussichten, weil sich einige Wolken verzogen hatten. Ich traf auch noch eine größere Gruppe, die Rucksackträger dabeihatte und auf einer 6-tägigen Tour war. Ich war ein wenig überrascht, weil die Gruppe doch recht alte Menschen dabeihatte. Aber auch aus unserem Jeep waren alle die Leitern hochgekommen. Jeder halt in seinem Tempo.

Ich hatte zunächst befürchtet, als Einzige um 14 Uhr zurückzufahren. Aber dann trudelte doch noch ein Paar ein, das sogar ursprünglich den ganz späten Transfer gebucht hatte. Irgendwie hatten alle durch die angekündigten sechs Stunden etwas Angst gehabt. Auf der Fahrt nach unten sammelten wir dann noch Leute ein, die schon morgens um 6 Uhr los sind und ihren frühen Transfer verpasst hatten. Ich beneidete den Fahrer nicht darum, zehn Mal am Tag diese unsägliche Straße hoch- und runterfahren zu müssen.

An der Lodge wartete Johan bereits auf mich. Wir hatten noch ca. fünf Stunden Fahrt nach Underberg vor uns. Um 14.45 Uhr konnten wir starten. Es standen auf dem Weg noch zwei kurze Stopps an. Das eine war der Howick-Wasserfall, den wir um kurz vor 18 Uhr erreichten. Es war noch so gerade hell genug für ein Foto.

15 Minuten später kamen wir am Nelson-Mandela-Denkmal an, und es war bereits ganz dunkel. Hierbei handelt es sich um mehrere Metallstäbe. Von einem bestimmten Punkt aus ergeben sie optisch den Kopf von Nelson Mandela. Die Sehenswürdigkeit war aber bereits geschlossen, und es wäre vermutlich auch zu dunkel gewesen. Errichtet wurde das Denkmal genau da, wo er damals von der Polizei verhaftet wurde. Es war allerdings schon zu dunkel, um es zu besichtigen.

Wir hielten noch an einem Supermarkt und erreichten erst um 20.30 Uhr die Unterkunft in Underberg. Hierbei handelte es sich um kleine Appartements.

Freitag, 3.4.26
Endlich durfte ich mal ausschlafen. Das Frühstück war für 8 Uhr geplant. Natürlich wachte ich trotzdem viel zu früh auf.

Um 9 Uhr brachte mich Johan dann zu einem Tourbüro. Den heutigen Ausflug konnten wir nicht mit seinem Auto machen. Es wurde ein Allradfahrzeug benötigt.
In Underberg gibt es viele Anbieter, die Touren über den Sani Pass anbieten. Ich war der einzige Gast, was durchaus Vorteile hatte, da wir alles in meinem Tempo machen konnten. Ich bekam also meinen persönlichen Guide, und Johan blieb in Underberg.

Wir fuhren zunächst bis zur Grenze von Südafrika. Bis hierhin war die Straße noch schön asphaltiert.

Dann kam der Sani Pass oder auch 8 km Niemandsland und Buckelpiste. Der Guide erklärte mir, dass die Straße absichtlich nicht ausgebessert wird, damit die Touristen Touren buchen müssen und somit die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Also quälten wir uns über Stock und Stein und stoppten immer wieder für Fotos. Der Ausblick war wirklich super.

 

Oben angekommen passierten wir die Grenze nach Lesotho. Zwei Männer spielten so was Ähnliches wie Mühle. Ich hätte gerne eine Runde mitgespielt, aber es war leider keine Zeit dafür.

Hinter der Grenze gab es ein sehr kleines Dorf mit wenigen Hütten. Ansonsten waren überall Schäfer mit Hunden, Pferden und Eseln, die Schafe und Ziegen bewachten. Wir schauten uns eine Hütte von innen an und bekamen selbst gebackenes Brot. Es war sehr fluffig und lecker.

Da wir mehr Zeit hatten, weil ich alleine war und nicht so lange für die Fotostopps benötigte, fuhren wir noch zum höchsten Punkt des südlichen Afrikas.

Auf dem Weg konnte ich noch einen besonders schönen Schnappschuss machen.


Danach gab es im höchsten Pub von Afrika ein Mittagessen. Leider wusste ich nicht, dass es mit zur Tour gehörte, und hatte daher am Tag zuvor im Supermarkt viel zu viel Essen gekauft.

Anschließend ging es die gleiche Strecke wieder zurück. Also wieder Ausreise aus Lesotho, Buckelpiste und Einreise Südafrika.
Um 15.45 Uhr war ich zurück an der Unterkunft.

Passend zum Sonnenuntergang, als es kühler wurde, absolvierte ich noch meine Laufeinheit.

Samstag, 4.4.26
Nach einem entspannten Frühstück um 8 Uhr brachen wir Richtung Lesotho auf. Da der Sani Pass nur für Allradantriebe und eher touristische Zwecke war, fuhren wir zu einer Grenzkontrolle weiter westlich. Nach ca. zwei Stunden Fahrtzeit innerhalb Südafrikas ging es dann ohne Probleme über die Grenze.
Lesotho ist ein sehr spannendes Land, denn hier gibt es weit und breit nichts außer Berge und vereinzelte Hütten. Wir folgten über zwei Stunden einer (natürlich von den Chinesen) gut ausgebauten Straße quer durch das Land. Es gab nicht ein einziges größeres Dorf. Dennoch waren ständig vereinzelte Menschen zu Fuß, auf Pferden oder mit Eseln unterwegs. Lesotho ist bekannt für besonders teure Wolle einer besonderen Schafs- und Ziegenrasse.

 

Auf dem Weg stoppten wir nur zweimal für Viewpoints.

Meine Unterkunft befand sich in Semonkong und selbst das war ein winziges Dorf. Bevor es aber dorthin ging, fuhren wir noch 8 km über eine unbefestigte Straße zum Maletsunyane-Wasserfall. Dieser konnte sich sehen lassen, und man hatte dort auch ein fettes Gebäude für Besucher hingebaut. Mein Guide erklärte mir aber, dass sich alle wunderten, warum der Wasserfall nicht stärker besucht sei, bei der Beschaffenheit der Straße war dies aber kein Wunder.

Wer wollte, konnte auch noch etwas näher an den Wasserfall heranlaufen oder reiten. Mich sprachen zwei Jugendliche an, und ich dachte, sie wollten mich zu einer Reittour überreden. Dann fragten sie, ob ich ein Foto machen wollte. Ich befürchtete bereits wieder eine Abzocke und meinte direkt, dass ich kein Geld habe. Daraufhin antworteten sie, dass sie kein Geld, sondern Essen bräuchten.
Da mein Guide unterwegs einem Schäfer am Viewpoint eine halbe Flasche Fanta und zwei Birnen geschenkt hatte, wollte ich auch etwas geben. Ich hatte zum Glück noch ein paar Müsliriegel über, die ich den beiden schenkte. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich im Supermarkt mehr eingekauft. Ich finde es viel besser, nach Essen anstatt nach Geld gefragt zu werden.

Um zur Lodge zu gelangen, mussten wir erst einmal durch das gesamte Dorf fahren. Dort war einiges los, da eine Hochzeit stattfand und es zudem Ostersamstag war. Die Unterkunft war schön gelegen und bestand aus einzelnen runden Steinhäusern.

Da wir um 16 Uhr schon recht früh angekommen waren, beschloss ich, einen Spaziergang durch das Dorf zu machen. Die Menschen waren sehr freundlich. Ich war die einzige weiße Person, die dort umherlief. Einige winkten mir zu, und vor allem Jugendliche sprachen mich an, wo ich herkäme. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich freuten, ihre Englischkenntnisse zu testen. Einige Bewohner waren von der Hochzeitsfeier aber auch schon recht betrunken.

Die Standardkleidung war übrigens eine Wollmütze, die über das ganze Gesicht ging und nur die Augen frei ließ, und eine typische Lesotho-Decke, in die man sich einwickelte. Ich fand es gar nicht so kalt und war überrascht, dass viele so warm gekleidet waren.
Als ich an dem Fest vorbeikam, winkte mich ein Mann herüber. Er war der Bruder der Braut und stand vor einem Stall mit einem jungen Pferd. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir, dass dieses Pferd mal ein Rennpferd werden solle. Seine anderen Pferde seien in den Bergen, aber dieses müsse er füttern, damit es stark wird. Das Pferd war erst acht Monate alt, und es dauert wohl noch zwei Jahre, bis es geritten werden kann.


Die meisten Leute hatten trotz der Feierlichkeit ganz normale bzw. teils schmutzige Kleidung an. Der Vater der Braut bekam 20 Kühe, wie mir berichtet wurde. Das war besonders viel, weil die Frau gebildet war. Später kam noch ein jüngerer Bruder dazu. Er arbeitete als Schäfer und verdiente seinen Worten nach sehr viel Geld damit. Die meisten Schäfer sahen eigentlich eher ärmlich aus. Er war aber tatsächlich gut gekleidet. Wir unterhielten uns bestimmt eine halbe Stunde, und es war sehr nett und höflich. Beide sprachen auch gutes Englisch. Zwischendurch kamen ein paar Betrunkene dazu. Als sie mir zu nahe kamen, wich ich zurück, was die beiden Brüder direkt bemerkten und für Abstand sorgten.

Sportwetten waren auch sehr beliebt, und mir wurde noch berichtet, dass immer auf Bayern München gesetzt wurde. Alle Handys, die ich gesehen hatte, waren Smartphones. Also, was die Technik anging, lebte man nicht ganz so rückschrittlich.
Der Jüngere fragte irgendwann, wie alt ich sei, und meinte, ich sähe zwar jung aus, aber er glaubte, dass ich 50 sei, weil meine Haare so hell wären wie bei alten Leuten🤣.

Schließlich machte ich mich auf den Weg zurück zur Lodge, da es bald dunkel wurde. Auf dem Weg fragten ein paar Mädels auf dem Weg zur Kirche noch nach einem gemeinsamen Foto.

Ich setzte mich an einen Tisch beim Restaurant, da es nur dort Internet gab. Mein Guide kam vorbei und erzählte mir, dass der König von Lesotho mit seiner Familie da war und im Restaurant gegessen hatte. Tatsächlich war ich vorher einmal drinnen gewesen, um mir das WLAN-Passwort zu holen. Ich hatte mich aber nicht weiter umgeschaut.

Kurze Zeit später kam die Kellnerin zu zwei Frauen, die draußen neben mir am Tisch saßen, und erklärte ihnen, dass sie gegen eine wichtige Regel in Lesotho verstoßen hatten. Ich hatte es zunächst nicht ganz mitbekommen. Aber als die Kellnerin weg war, kam ich mit den beiden ins Gespräch. Sie wussten nämlich auch nicht, dass der König da war, und hatten sich wohl aus dem Restaurant ein Spiel geholt. Dabei standen sie kurzzeitig hinter dem König, und das ist eben verboten.
Die beiden waren super nett. Sie waren als Diplomaten für die EU tätig. Ursprünglich kamen sie aus Österreich und Estland, aber die eine arbeitete in Südafrika und die andere in Botswana. Es gab auf jeden Fall einiges an Gesprächsstoff und so fand der Abend noch einen schönen Ausklang.

Sonntag, 5.4.26
Es war Ostern, aber davon bekam ich nichts mit. Um 7 Uhr gab es Frühstück. Von 22 bis 8 Uhr wurde im ganzen Dorf der Strom abgestellt, aber das war kein Problem, da es um 7 Uhr auch schon recht hell war.
An einem Nachbartisch waren Motorradfahrer und da fiel mir erst auf, wie gut Lesotho für eine Tour mit dem Motorrad geeignet ist. Die Straßen sind gut befahrbar, leer, kurvenreich, und man genießt die ganze Zeit eine schöne Aussicht auf die Berge.


Wir brachen auf Richtung Norden und zurück nach Südafrika. So hatten wir Lesotho einmal von unten nach oben durchquert. Es standen ca. 5,5 Stunden Fahrtzeit auf dem Programm.
Die Landschaft war einfach schön und es waren kaum andere Autos unterwegs. Ab und zu querten Schäfer mit ihren Herden die Straße, und das war’s.


Wir fuhren kurz vor der Grenze durch die Hauptstadt Maseru. Man könnte es so gerade als Stadt durchgehen lassen.


Hinter der Grenze ging es weiter nach Gariepdam, benannt nach einem großen Staudamm. Der wurde noch besichtigt, bevor es zur Waschbank River Lodge ging.

Wir waren recht früh da, und so konnte ich am späten Nachmittag noch ganz entspannt meinen 16-km-Lauf absolvieren. Es gab wieder ein Safarigebiet, in dem ich ohne Probleme rennen konnte. Ein bisschen Regen bescherte mir dann noch zwei Regenbögen.

Montag, 6.4.26
Um 7 Uhr gab es Frühstück, und dann fuhren wir wieder zurück Richtung Küste zum Addo-Elephant-Park. Interessant in Südafrika war der Umgang mit Baustellen. Wenn nur eine Fahrtrichtung befahrbar war, wurde man durch eine Blockade angehalten und musste teilweise bis zu 15 Minuten warten, bis die Fahrtrichtung freigegeben wurde.  Ampeln wurden nicht eingesetzt.

Wenige Kilometer vor dem Park sahen wir eine riesige Elefantenherde, hielten aber leider nicht an.
Wir erreichten den Park gegen 13.30 Uhr. Nachdem wir eingecheckt hatten, starteten wir direkt eine Safari in unserem Auto. Die Ausbeute war nach 2,5 Stunden aber sehr dünn. Es gab wenig flaches Land und fast nur Büsche, wodurch man wenig sehen konnte. Wir sahen viele Zebras und Kudus sowie einen Elefanten in der Ferne und zwei Warzenschweine.

Ein Zebrafohlen stand ganz alleine auf der Straße und wich auch den Autos nicht aus. Es schien krank zu sein. Es war klar, dass es früher oder später von den Löwen gefressen würde.


Ich war für die Sunset-Safari um 17 Uhr angemeldet, die schließlich mit 30 Minuten Verspätung begann. Der Elefant von vorher stand nun nahe an der Straße.

Nach einer halben Stunde gab es Getränke und Snacks. Wir durften sogar aussteigen. Viel gesehen hatten wir bisher nicht. Als wir weiterfuhren, war es schon dunkel, und endlich kamen ein paar Tiere.
Wir sahen eine Hyäne und mehrere Schakale. Am Wasser waren dann zwei Löwinnen mit vier Babys. Später sahen wir sogar noch drei Nashörner, die aber recht schnell die Flucht ergriffen.

Dienstag, 7.4.26
Nach dem Frühstück um 7 Uhr fuhren wir Richtung Garden Route.

Nach einigen Stunden erreichten wir den Tsitsikamma-Nationalpark. Die Einfahrt war recht kompliziert, da einiges an Zetteln ausgefüllt werden musste und man dann noch zur Rezeption musste, auch wenn man gar nicht übernachten wollte.
Im Park konnte man riesige Wellen vor der Küste beobachten und ca. einen km über Holzstege zur Suspension Bridge laufen, die genau genommen aus drei Teilen besteht. Davon war aber genau der lange über den Fluss gesperrt. Hier waren fast nur Deutsche unterwegs.

 

Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichten wir die Bloukrans Bridge, die für Bungee-Jumping und andere Aktivitäten für Adrenalin-Junkies berühmt ist. Tatsächlich hatte ich zuvor noch nie bei einem Bungee-Sprung zugeschaut. Ich habe aber zum Glück keinerlei Interesse daran, selbst zu springen.

Zuletzt stand noch der Knysna Heads Viewpoint auf dem Programm.

Ansonsten saßen wir ca. 8,5 Stunden im Auto. Ich muss sagen, dass ich die Garden Route bisher am langweiligsten von meinen besichtigten Orten fand.

Wir kamen nach Sonnenuntergang um 19.30 Uhr in Gansbaai an. Da es bereits dunkel war, drehte ich für mein Training noch ein paar Laufrunden auf einem großen Parkplatz.

Mittwoch, 8.4.26
Ich stand um 6.30 Uhr auf, um mein mittwochs Training zu absolvieren. Da es nun hell war, konnte ich einen schönen Weg an der Küste entlang laufen.

Wir fuhren anschließend zu einem Café zum Frühstücken. Um 9.45 Uhr startete meine Whale-Watching-Tour. Ziel waren die Big 5 des Meeres: Wale, Delfine, Haie, Robben und Pinguine. Die Aussicht auf Wale war aber eigentlich nicht gut, da nicht die richtige Saison war. Am Hafen gab es mehrere Boote, die zum Shark Diving aufbrachen. Es wurde noch mit weißen Haien geworben, aber die waren schon lange nicht mehr vor der Küste Südafrikas zu finden. Sie wurden von Orcas vertrieben.
Angesetzt war die Bootstour für zwei Stunden. Am Ende waren wir drei Stunden unterwegs und konnten tatsächlich alle Big 5 sehen. Schon nach den ersten Minuten schwammen vier Humpback-Delfine um das Boot herum.

Dann fuhren wir zu den Shark-Diving-Booten und sahen Bronzehaie.

Es folgten auf Dyer Island Robben und Pinguine.

Zu guter Letzt tauchte tatsächlich noch ein Wal auf. Aber immer wenn er untertauchte, mussten wir 15 Minuten warten, bis er nochmal Luft holte. Dadurch entstand die zeitliche Verzögerung.


Im Anschluss fuhren wir direkt weiter nach Kapstadt, wo wir erstmal an den Townships vorbeikamen. Mein Guide setzte mich an meinem Hostel ab. Es lag genau auf der anderen Straßenseite von dem Hotel, in dem meine Laufgruppe übernachtete.

Es war bereits 17 Uhr, als ich die Gruppe dann am Farmers Market an der Waterfront zum ersten Mal antraf. Ich kannte zuvor nur zwei Leute von meinem Lauftraining, aber das machte natürlich nichts.

Für 17.30 Uhr war dann eine 90-minütige Sunset Cruise angesetzt. Neben einem schönen Sonnenuntergang und einem tollen Blick auf Kapstadt konnten wir sogar mehrere Wale in der Bucht sehen.

Abends waren alle müde und verzogen sich sehr schnell auf die Zimmer.

Donnerstag, 9.4.26
Am Morgen gab es dann das böse Erwachen. Scheinbar hatte ich Bettwanzen in meinem Bett. Ich war über Nacht komplett aufgefressen worden und reagierte zudem auch noch allergisch auf die Bisse. Ich wies also erst einmal die Mitarbeiter an, alles zu waschen. Dann ging ich rüber in das Hotel, um mit der Laufgruppe zu frühstücken.

Um 9 Uhr stand der Friendship Run an, zu dem wir um 8.30 Uhr zu Fuß aufbrachen. Obwohl die Organisatoren sich sehr viel Mühe gegeben hatten, waren leider nicht viele Teilnehmer da. Das war etwas schade. Es ging in lockerer Runde und ohne Wettkampfcharakter auf eine ca. 4,3 km lange Strecke an der Küste entlang.

Gegen 12 Uhr fuhren wir Richtung Boulders Beach, um in der Nähe eine Kajak-Tour zu den Pinguinen zu starten. Wer mutig war, durfte auch im kalten Wasser schwimmen.

 

Nach der Rückkehr hatte ich mich für einen Wechsel der Unterkunft entschieden. Da es in der Straße einiges an Auswahl gab, fragte ich einfach zwei Gebäude weiter nach. Dort gab es ein Zimmer, aber leider nur für eine Nacht. Da der Preis passte und es sich um ein riesiges Einzelzimmer handelte, war ich schnell überzeugt. Mit dem ersten Hostel handelte ich noch aus, dass ich mein komplettes Geld zurückbekam. Zudem holte ich mir noch eine Salbe in der Apotheke, um den Juckreiz zu lindern. Medikamente bekommt man an extra Schaltern in Drogerien und dann kommt es in einen Käfig, der mit Kabelbinder verschlossen wird. Damit geht man zur normalen Kasse der Drogerie und bezahlt. Anschließend wird das Medikament wieder freigelassen😆.


Um 19 Uhr stand schließlich das Abendessen in einem Restaurant an der Waterfront an. Im Anschluss gab es noch zwei Getränke und nette Gespräche in der Hotellobby, bevor es nach Mitternacht ins Bett ging.

Freitag, 10.4.26
Die Nacht war leider nicht so prickelnd, da ich mehrfach wegen Juckreiz aufwachte. Meine Uhr behauptete, dass ich nur drei Stunden geschlafen hatte. Ich hätte eher auf fünf Stunden getippt. Um 6.40 Uhr stand ich auf, da ich auf den Tafelberg wandern wollte. Mit dem Uber ging es innerhalb von 15 Minuten zum Startpunkt. Dann hieß es knapp über eine Stunde nur bergauf über Stufen.

Oben kommt man auf einem Plateau an und kann hier theoretisch noch weiterlaufen.

Ich lief Richtung Seilbahn. Dort hat man einen wunderbaren Blick auf den Lion’s Head. Ich frühstückte im Café nahe der Seilbahn, bevor ich wieder herunterfuhr.

Um 11 Uhr musste ich meine Unterkunft verlassen und noch einmal wechseln. Über Booking hatte ich ein neues Hostel 300 m weiter gefunden. Dort durfte ich sogar direkt einchecken und das nutzte ich direkt, um ein bisschen Schlaf nachzuholen.
Am Nachmittag hatte ich ursprünglich vorgehabt, zum Kap der Guten Hoffnung zu fahren. Die Fahrt dauert jedoch 1,5 Stunden. Die Laufgruppe war bereits dort und wenig begeistert. Sie meinten, dass es sich außer für ein Foto mit dem Schild nicht lohnen würde. Daher verzichtete ich.

Stattdessen nutzte ich den Nachmittag für ein paar Erledigungen. Ich holte meine Wäsche beim alten Hostel ab. Alles, was sich auf dem Bett befunden hatte, hatten sie für mich gewaschen. Zudem holte ich mir in der Apotheke eine weitere Salbe.

Um 18 Uhr ging es dann auch schon zum Abendessen, denn die Läufer mussten am nächsten Tag früh raus. Eine etwas angespannte Stimmung bzw. Aufregung lag auf jeden Fall schon in der Luft.

Im Anschluss lief ich zu meinem Hostel, das in der Beschreibung extra erwähnt hatte, dass es LGBTQ inclusive sei. Ich wurde dann direkt eingeladen, mit den anderen Gästen draußen ein Kennenlernspiel zu spielen. Hierbei wurde eine Aussage über eine der Personen vorgelesen, wie zum Beispiel: XY ist eine hoffnungslose Romantikerin. Dann sollten alle anderen, ohne die Person zu kennen, begründen, warum sie es für richtig oder falsch hielten. Zum Schluss durfte die Person auflösen. Außer mir schienen alle lesbisch oder schwul zu sein und eine Person war vermutlich trans. Mich störte das überhaupt nicht, aber ich fand es wirklich schwierig zu entscheiden, wie man über jemanden sprechen sollte, ob als „she“ oder „he“. Es dauerte auch etwas, bis ich bei einer Person herausgefunden hatte, dass sie „they“ als Pronomen bevorzugte. Ich war zunächst etwas irritiert als andere mit „they“ über sie zu reden schienen, bis ich dann dahinterkam und sie jemanden auch korrigierte, der „she“ benutzte. Das mit dem „they“ war mir dann doch ein bisschen zu anstrengend. Im Anschluss an das Spiel wurde ich noch gefragt, ob ich mit in eine Bar möchte, aber ich bevorzugte dann doch das Bett.

Samstag, 11.4.26
Mein Wecker klingelte bereits um 5.45 Uhr, da ich zum Sonnenaufgang auf den Lion’s Head wandern wollte. Mit dem Uber war man schnell da und um 6.15 Uhr ging es in völliger Dunkelheit nach oben.

Der Weg war am Anfang gut begehbar, ging irgendwann in felsige Stufen über und dann in kleine Kletterpassagen.

Nach 48 Minuten war ich oben. Leider gab es aufgrund von Wolken keinen schönen Sonnenaufgang.

 

 

Zurück im Hostel duschte ich schnell und checkte anschließend aus. Mit dem Uber und dem gesamten Gepäck ging es dann zur Ziellinie des Two Oceans Ultra-Marathons.
Meine Laufkollegen waren bereits morgens zwischen 5 und 6 Uhr gestartet. Ich kam um 9.45 Uhr an. Mein Gepäck befand sich im Kofferraum des Ubers und aufgrund des Verkehrs war es schwierig mit dem Ausstieg. Meine Fahrerin schlug dann vor, dass ich eben rausspringe. Als ich dann an den Kofferraum wollte, fuhr sie einfach weiter. Das hatte mir ja noch gefehlt. Erst dachte ich, sie fährt doch noch irgendwo an den Straßenrand. Ich hatte kurz überlegt, über die Uber-App eine Nachricht zu verschicken, entschied mich aber dann doch fürs Hinterherrennen. Zum Glück ging es bei den Autos nur langsam voran. Nach einem Sprint bergauf hatte ich sie eingeholt und an die Scheibe geklopft. So richtig überrascht war sie nicht. Ich würde jetzt aber mal keine böse Absicht unterstellen wollen.

Mit samt Gepäck ging es dann zu den drei Läufern, die erst am Sonntag den Halbmarathon laufen wollten und dementsprechend auch nur zum Anfeuern da waren. Wir beobachteten, wie es alle nach und nach in den vorgegebenen sieben Stunden über die Ziellinie schafften. Die einen waren danach noch lebendig, die anderen weniger.

Nachdem die ersten von unseren Leuten im Ziel waren, bekamen wir Bändchen und konnten von einem der Zelte aus noch besser zuschauen.

Um 13.30 Uhr musste ich mich schweren Herzens verabschieden und rief mir ein Uber, um zum Flughafen aufzubrechen. Weil nach dem Lauf natürlich alle weg wollten, ging ich dem Fahrer vorsorglich entgegen, um auf gar keinen Fall zu spät am Flughafen zu sein. Der Plan war, um 16.30 Uhr nach Istanbul und von dort direkt am Sonntagmorgen weiter nach Düsseldorf zu fliegen.

Ich war zwar 2,5 Stunden vor Abflug da, aber am Flughafen waren die Check-in-Systeme ausgefallen. Es hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet, von der nur schwer das Ende zu finden war. Und dann ging erst mal ganz lange nichts mehr. Im Schneckentempo schoben wir uns vor. Irgendwann kam auch die erste Benachrichtigung auf mein Handy, dass der Flug um eine Stunde verschoben sei. Nach einer Stunde war aber relativ schnell klar, dass eine weitere Verschiebung folgen würde. Problematisch wurde es dadurch mit meinem Anschlussflug von Istanbul nach Düsseldorf. Den konnte ich eigentlich nicht mehr schaffen.
Nachdem ich endlich mein Gepäck abgegeben und eine handschriftliche Bordkarte bekommen hatte, ging es an der Sicherheitskontrolle ganz schnell.

Dafür war die Passkontrolle wiederum sehr voll, und plötzlich durften alle Lufthansagäste auch noch vor. Am Gate konnte man direkt einsteigen. Im Flieger hieß es wieder warten, bis endlich alle an Bord waren. Natürlich war der Lufthansaflug auch noch nicht gestartet.
Als wir gegen 19.30 Uhr endlich vollständig waren und das Gate verlassen hatten, dauerte es nochmal 30 Minuten, bis wir endlich in der Luft waren. Ich hatte vorsorglich schon geschaut, welche Alternativen es von Istanbul aus gab. Ein Flug ging um 11.30 Uhr und einer um 19.30 Uhr nach Düsseldorf. Kurz vor Abflug kam dann noch eine Nachricht rein, dass ich auf den späten Flug umgebucht worden sei. Ich probierte dies noch in der App zu ändern, aber es klappte nicht. Also nahm ich mir vor, in Istanbul am Schalter noch eine bessere Alternative auszuhandeln. Dann hieß es erstmal zurücklehnen, schlafen und elf Stunden Flug abwarten.

Sonntag, 12.4.26
Zum Glück konnte ich recht gut schlafen. Als wir in Istanbul ausstiegen, lagen dann auf einem Tisch die neuen Boardingpässe für alle, die ihre Anschlüsse verpasst hatten. Der Flieger war voll mit Deutschen, die aus den Osterferien kamen. Natürlich stellten sich dann auch fast alle am Transfer Desk von Turkish Airlines an. Dort versuchte ich noch, auf den Flug um 11.30 Uhr umgebucht zu werden, aber es gab keine Chance. Der war bereits überbucht. Ich fragte nach einem Hotel und das war überhaupt kein Problem. Außerdem wollte ich mein Gepäck mitnehmen. Ich sollte also zunächst zu einem Büro gehen, um dies abzuholen. Dort wirkte man wenig angetan, es suchen zu müssen. Denn normalerweise wird es ja direkt durchgecheckt. Sie meinten, dass es eine halbe Stunde dauern könnte. Aber ich spielte mit dem Gedanken, meinen für heute geplanten 34-km-Lauf in Istanbul zu absolvieren. Also brauchte ich meine Tasche mit den Laufsachen. Im Anschluss wurde ich zum Hotelschalter geschickt. Dort fragte ich extra nach, ob das Hotel in der Nähe des Zentrums sei, denn der Flughafen lag fast eine Stunde von dort entfernt. Mir wurde mitgeteilt, dass es mit einem Shuttle nur fünf Minuten wären.

Also hatte ich schon eine Laufroute und einen Plan gefasst. Natürlich kam alles anders. Wir fuhren nämlich fast eine Stunde zum Hotel, aber es lag leider so gar nicht in der Nähe vom Zentrum, sondern von dort nochmal 45 Minuten entfernt. Was für ein Ärgernis. Es handelte sich um ein 5-Sterne-Hotel, zumindest nach türkischer Kategorie. Von meinem Fenster aus hatte ich einen schönen Blick auf eine Moschee.

Ich fragte an der Rezeption, wie es mit einer Stadtbesichtigung aussähe, und bekam den Vorschlag, einen Transfer zu buchen. Dieser war nicht günstig und ich hätte auf jeden Fall verhandeln müssen, hatte es aber vergessen. Bis ins Zentrum waren es 45 Minuten Fahrt. Also das Thema Laufen war abgehakt ebenso Schlafen. Ich buchte den Transfer und hatte dann noch eine halbe Stunde, um kurz zu frühstücken und die Sachen aufs Zimmer zu bringen. Um 11 Uhr sollte ich abgeholt werden. Ich hatte vorher noch gefragt, ob ich im Hotel bezahlen könne, weil ich natürlich kein Bargeld hatte. Es wurde bejaht. Tatsächlich stimmte das auch, aber sie wollten Cash. Vermutlich war das auch alles nur unter der Hand geregelt. Dann hieß es, dass in der Nähe ein ATM sei und ich Bargeld holen könne. Ich erklärte, dass ich dann Gebühren bezahlen müsse, und man kam mir entgegen und reduzierte den Preis. Da fiel mir sofort auf, dass ich vorher schon hätte verhandeln müssen.

Nachdem das Finanzielle geregelt war, fuhren wir los, und ich fühlte mich wie in einer Limousine.


Der Fahrer ließ mich im Zentrum von Istanbul raus. Er selbst sprach kein Englisch und machte noch ein Foto von mir, bevor er wegfuhr. Ich sollte um 13.30 Uhr wieder am Treffpunkt sein. Internet hatte ich natürlich auch nicht. Tatsächlich lagen die meisten Attraktionen eng beieinander. Es gab sehr viele schöne Moscheen, die aber auch schwierig zu fotografieren waren. Mit mehr Zeit hätte man bestimmt irgendeine schöne Dachterrasse gefunden, um ein Foto von weiter oben zu machen.

Außerdem gab es viele schön bepflanzte Parks.


Ich lief bis zum Bosporus und dann in Richtung einer weiteren Moschee, bevor ich zum Ausgangspunkt zurückkehrte.

Dort hielt ich dann nach meinem Auto Ausschau. Plötzlich sprach mich jemand an, ob ich Andrea sei. Er hatte ein Foto von mir auf dem Handy. Das war mir natürlich zuvor nicht klar, dass mich jemand anderes wieder zurückbringen würde.

Für einen guten ersten Eindruck von der Stadt war es okay, aber natürlich hätte man mehr Zeit gebraucht.
Zurück am Hotel konnte ich wenigstens noch Mittag essen und duschen. Um 15 Uhr kam dann schon der Shuttle, der uns eine Stunde zurück zum Flughafen brachte.

Im Nachhinein hätte ich mir die Abholung des Gepäcks auch sparen und direkt kostengünstig mit der Metro in die Stadt fahren können. Dann hätte ich viel mehr Zeit gehabt. Dafür hätte ich aber von Anfang an wissen müssen, dass das Hotel so weit weg liegt.

Um 16 Uhr saß ich also wieder am Flughafen und wartete auf den Flieger um 19.10 Uhr, der dann immerhin einigermaßen pünktlich startete und abends in Düsseldorf landete.

Fazit Südafrika: Ich habe schon mehrfach von Leuten gehört, dass sie es als das schönste Land der Welt betiteln. Es war auf jeden Fall eine sehr tolle und abwechslungsreiche Reise. Neben traumhaften Panoramen, Tierwelt und Strand gab es auch die Möglichkeit zu sportlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Wandern. Für mich war es also genau der richtige Mix. Ich kann Südafrika daher guten Gewissens weiterempfehlen. Auch Autofahren war hier einfach, und ich habe mich nirgendwo unsicher gefühlt. Mein Lieblingsland in Afrika bleibt aber weiterhin Namibia.

Fazit Mosambik: Es war keine Überraschung, dass die Armut deutlich bemerkbar sein würde. Müll, heruntergekommene Häuser, zahllose Straßenverkäufer und Bettler prägten das Stadtbild. Korruption ist ein großes Problem, und es hieß vorher schon, dass man Polizisten bei Straßenkontrollen nicht den Reisepass geben sollte, weil man ihn sonst nur gegen Geld zurückbekommt.
Dennoch gibt es schöne Ecken, und das Land ist vor allem für seine Strände bei Touristen beliebt. Dafür blieb mir nur leider keine Zeit. Für mich fühlt es sich aber auch nicht richtig an, in einem sehr armen Land in einem teuren Resort am weißen Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser zu liegen. Mir war es selten so unangenehm, Fotos zu machen wie in Mosambik.

Fazit Eswatini: Ich war begeistert, was vermutlich auch an den Aktivitäten lag. Safari zu Fuß ist mal was anderes. Die Nashörner waren schon cool, aber später noch beim Joggen an Zebras vorbeizulaufen, war das i-Tüpfelchen. In der letzten Unterkunft wäre ich gerne länger geblieben. Das Land ist umgeben von grünen Bergen, es ist übersichtlich, relativ sauber und nicht überfüllt.

Fazit Lesotho: Es war wie Eintauchen in eine andere Welt. Obwohl es von Südafrika umgeben ist, hat es kaum Gemeinsamkeiten. Es besteht aus Bergen und erfordert ein entsprechendes Leben der Menschen. Hauptberuf ist hier Schäfer/Hirte. Alles wirkte sehr ursprünglich und in der Zeit stehen geblieben. Die Straßen waren sehr gut ausgebaut, die Landschaft schön und die Menschen sehr nett. Mir hat es gut gefallen.